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Warum Fußgänger trödeln

Manchmal hilft alles drängeln, schubsen und schieben nicht - trödelnde Menschenmengen versperren den Weg, gerade wenn man es eilig hat. Französische Verhaltensforscher haben jetzt herausgefunden woran es liegt, dass Fußgängergruppen so langsam sind.

  Fußgänger in Gruppen können zur Plage werden, weil sie langsamer gehen als Einzelpersonen

Fußgänger in Gruppen können zur Plage werden, weil sie langsamer gehen als Einzelpersonen

Samstag in der Fußgängerzone: Menschenmassen schieben sich von Geschäft zu Geschäft. Ein verliebtes Pärchen schlendert Arm in Arm und sieht sich tief in die Augen. Vor ihm eine Gruppe Jugendlicher, die sich unterhalten, und eine Mutter mit drei Kindern im Schlepptau - sie alle bewegen sich im Schneckentempo vorwärts. Wer jetzt nur schnell etwas im Supermarkt besorgen möchte, ist von diesen trödelnden Menschenmengen bald genervt.

Dem Phänomen der langsamen Fußgänger sind französische Forscher jetzt auf die Schliche gekommen: Sie fanden heraus, dass Menschen, die mit Freunden oder Familienangehörigen unterwegs sind, langsamer gehen als andere. Dazu beobachteten sie über 4500 Menschen auf einem öffentlichen Platz in Toulouse mit Kameras und Motion-Tracking-Software. Anschließend identifizierten sie 1500 Menschengruppen und analysierten ihre Bewegungen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Plos One".

Unter der Woche bestand die Menschenmengen zur Hälfte aus Einzelpersonen und Gruppen von zwei oder mehr Menschen, sagten die Forscher. Am Wochenende waren 70 Prozent der Menschen zu mehreren unterwegs. Gruppen von zwei bis vier Menschen waren am häufigsten, größere als fünf selten. Alle zusammen verlangsamten den Menschenstrom um durchschnittlich 17 Prozent. "Wir sind nicht so anders als Schafe, wenn es um Gedränge geht. Was uns unterscheidet ist soziale Interaktion", sagte Mehdi Moussaid, Leiter der Studie und Verhaltensforscher an der Universität von Toulouse, zu "Science Now".

Wie die Forscher berichten, war bislang zwar viel über die Bewegungen von Menschenmengen bekannt. Welchen Effekt ein Engpass hat, Ströme von aufeinander zu kommenden Fußgängern oder das turbulente Verhalten in extrem dichten Menschenmengen, können Mathematiker heute berechnen. Den Einfluss von sozialem Verhalten ignorierten Studien bislang jedoch weitgehend: Meist betrachteten sie Fußgänger als Einzelpersonen, die allein bestimmen, in welche Richtung oder mit welcher Geschwindigkeit sie gehen. Doch soziale Interaktion spielt eine wichtige Rolle.

V-Muster "nicht aerodynamisch"

Durch Reden, Lächeln oder Gestikulieren entstehen bestimmte Laufmuster, die die Gruppendynamik beeinflussen, fanden die Forscher jetzt heraus. Kleinere Gruppen laufen demnach eher nebeneinander auf einer Linie. So bewegen sie sich schnell fort und können sich gleichzeitig unterhalten.

In Mengen von drei oder mehr Menschen entsteht dagegen ein V- oder U-ähnliches Laufmuster, in dem die Mitglieder in der Mitte zurückfallen und die äußeren näher aneinander rücken. Auf diese Weise können auch außen Gehende am Gespräch teilnehmen, denn V-Muster ermöglichen Kommunikation in größeren Gruppen - allerdings auf Kosten der Geschwindigkeit, weil diese Form "nicht aerodynamisch" ist, wie es in der Studie heißt. Vögel zum Beispiel, die in Form eines umgedrehten "V" - mit der Spitze nach vorn - fliegen, verringern dadurch Luftreibung. Solch eine Struktur würde es auch Menschen erleichtern, sich in einem Strom von entgegen kommenden Passanten vorwärts zu bewegen. Um sich aber besser unterhalten zu können, nehmen sie das umgekehrte Muster - und werden langsamer.

Menschen, die um trödelnde Fußgänger herumeilen, verschlimmern die Situation nur, sagt Moussaid, weil sie die Laufmuster zerstören und Chaos hervorrufen. Deshalb rät er Ungeduldigen, nicht zu drängeln - das hält alle auf.

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