HOME

Am Sonntag beginnt die Sommerzeit

In der Nacht zum Sonntag, dem 28. März, startet in Deutschland die Sommerzeit. Die Nacht wird kurz - denn die Uhren werden um zwei Uhr eine Stunde vorgestellt.

Den Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit, der umgangssprachlichen Winterzeit, gibt es in Deutschland seit 1980. In den meisten EU-Mitgliedsstaaten wird schon seit den 70er Jahren im Sommer die Uhr umgestellt. Ziel der Umstellung ist eine Anpassung an das Tageslicht, die den Bürgern beim Energiesparen helfen soll.

Durch die Sommerzeitumstellung ist es abends länger hell, so dass weniger Strom für Licht verbraucht wird. Im Gegenzug muss morgens mehr geheizt werden. Im Jahr 2005 teilte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP hin mit, dass die Deutschen durch die Sommerzeit nicht weniger Energie verbrauchten. Eine aktuelle Studie der University of California ergab sogar, dass der Stromverbrauch der Haushalte im US-Bundesstaat Indiana durch die Zeitumstellung steigt.

Gesundheitliche Nachteile bringt die Zeitumstellung laut einer Studie der Europäischen Kommission jedoch auch nicht, zumindest keine ernsthaften. Doch besonders älteren Menschen und Kindern mache die fehlende Stunde beim Start der Sommerzeit zu schaffen, teilte die Krankenkasse DAK 2008 mit. Sie rät Familien mit Kindern deshalb zu besonderen Maßnahmen, denn die Kleinen bräuchten ein paar Tage, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen. Spaziergänge am Nachmittag, leichte Abendessen und ein Kräuterbad am Abend würden das Einschlafen fördern.

Um Missverständnisse innerhalb der EU zu vermeiden, stellen alle Mitgliedsländer ihre Uhren gleichzeitig um: Die Sommerzeit beginnt stets am letzten Sonntag im März, sie endet am letzten Sonntag im Oktober. Auch in den Nicht-EU-Ländern Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz werden die Uhren umgestellt.

Als Urvater der Sommerzeit-Idee gilt der amerikanische Erfinder Benjamin Franklin. In einem 1784 veröffentlichten, aber nicht ernst gemeinten Aufsatz rechnet Franklin vor, dass die Bürger von Paris enorme Mengen an Wachs sparen könnten, wenn sie weniger Kerzen nutzen und das Sonnenlicht im Sommer ausnutzen würden. Zur Durchsetzung empfahl er scherzhaft eine Steuer auf Fensterläden und Kirchglockenläuten bei Sonnenaufgang. Auf die Idee, alle Uhren im Sommer umzustellen, kam der Brite William Willet zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er starb jedoch, bevor sich sein Vorschlag durchsetzen konnte.

Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos weiß jeder dritte Deutsche nicht, ob er beim Start der Sommerzeit seine Uhr vor- oder zurückstellen muss. Besonders Befragte mit höherer Schulbildung lagen oft daneben. Dabei gibt es dafür eine Eselsbrücke, die Straßencafe-Faustregel: Im Sommer stellen Straßencafes ihre Stühle vor das Lokal - auch die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Im Winter stellen die Cafes die Stühle zurück, so wie Uhrenbesitzer ihre Zeitmesser.

Reuters/Reuters
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools