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Es ist gar nicht so schwer, weniger Müll zu machen

Jedes Jahr wirft  Deutschland fast 50 Millionen Tonnen Müll weg. In 35 Jahren wird im Ozean mehr Plastik als Fisch schwimmen. Haben wir alles schon mal gehört, aber den eigenen Müll zu reduzieren, scheint gar nicht so leicht. Hier ein paar Ideen, wie es gelingen kann.

Von Laila Keuthage

Ein großer Haufen von Kaffeekapseln.

Kaffeekapseln produzieren jährlich 5000 Tonnen Müll in Deutschlands Küchen.

Umweltschützer fordern es schon lange, doch mittlerweile ist es auch bei einem großen Teil der Gesellschaft angekommen:

Wir müssen unseren Müll reduzieren. Klingt einfach, in der Realität scheint es jedoch schwierig, weniger wegzuwerfen. Einige Supermärkte machen den Anfang, indem sie keine Plastiktüten mehr verkaufen. Ein wichtiger Schritt, dennoch bleiben viele Probleme. Eines davon sind die unzähligen Einweg-Produkte, die wir täglich nutzen. Einmal in Gebrauch und zack, ab in den Müll.

Oftmals gibt es praktische Alternativen zu den typischen Wegwerfprodukten, die nicht mal teuer oder umständlich sein müssen. Hier die fünf besten Tipps für den Alltag.

 

1. Wiederbefüllbare Kaffeekapseln

Die Deutschen verbrauchen im Jahr rund 3 Milliarden Kaffekapseln aus Plastik und Aluminium. Stiftung Warentest schätzt, dass daraus 5000 Tonnen Müll entstehen. "Etwa 500 Müll­wagen wären notwendig, sie abzu­trans­portieren."

Also, was tun? George Clooney abschwören und die teure Kapselmaschine aus dem Fenster schmeißen?

Nun ja, das wäre irgendwie auch nicht wirklich nachhaltig. Es geht viel einfacher: Mittlerweile gibt es verschiedene Anbieter für wiederbefüllbare Kaffeekapseln, zum Beispiel aus Edelstahl oder Plastik, in unterschiedlichen Preisklassen. Diese sind auswaschbar und können immer wieder mit Espresso befüllt werden, auf Dauer spart man damit sogar Geld. Eine super Alternative zu den teuren Müllmachern!

2. Dauer-Backfolie statt Backpapier

Früher, da war das Leben noch schwer. Als man Backbleche noch einfetten musste, damit nichts daran festklebt. Doch dann schwemmte eine revolutionäre Innovation den Markt: Backpapier! Einfach ein Stück abreißen, unter die Tiefkühlpizza schieben, backen und danach wegwerfen. Ein neues Stück abreißen, Brötchen drauflegen, backen und danach wegwerfen. Prinzip verstanden. Aber geht das nicht auch ein bisschen nachhaltiger? Ja, das geht! Und zwar mit einer dauerhaft einsetzbaren Backfolie, die abgewaschen und immer wieder benutzt werden kann.

Permanent-Backfolien bestehen aus Glasfasergewebe und sind mit Polytetrafluorethylen, kurz PTFE, besser bekannt unter dem Namen Teflon, beschichtet. Ganz genau, Teflon wie bei Töpfen und Pfannen. Auch da sorgt die Beschichtung dafür, dass es keine lästigen Rückstände gibt. Dauer-Backfolie funktioniert nicht nur hervorragend, sie ist auch sehr erschwinglich. Die meisten Exemplare kosten weniger als fünf Euro und können hunderte Male eingesetzt werden.

3. Kaffeebecher to go und to keep

Er ist das Wegwerf-Produkt schlechthin: Der gute alte Pappbecher. Nicht wenige Menschen bestellen täglich einen Kaffee mit dem kleinen, aber bedeutsamen Zusatz: "Zum Mitnehmen, bitte!"

Das Resultat: Ein Kaffeebecher, der nach 15 Minuten in der Mülltonne landet. So weit, so schlecht. Wenn daraus aber mehrere Becher in der Woche werden und wir das Ganze mal auf die gesamte Bevölkerung übertragen, wird schnell deutlich: Der Kaffee zum Mitnehmen ist ein riesiges Problem für die Umwelt. Das Umweltbundesamt bemängelt in einem Bericht über Verpackungsabfall: "Die Zunahme des Außer-Hausverbrauchs bringt einen zunehmenden Verbrauch von typischen Verpackungen des Sofortverzehrs mit sich". Vor allem der Pappbecher-Verschleiß ist auf diesen Trend zurückzuführen. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in der Bundesrepublik stündlich 320.000 Kaffeebecher verbraucht.

Drei verschiedene Modelle von  Mehrweg-Kaffeebechern

Werden in vielen Cafés gerne befüllt: Praktische Mehrweg-Kaffeebecher.

Auf den Mittagspausen-Kaffee zu verzichten ist aber keine Alternative, und auch gar nicht nötig. Die Lösung: Einfach mal den eigenen Becher mitbringen. Was anfangs noch zu zweifelnden Blicken des Café-Personals geführt hat - "Dürfen wir das?" - ist mittlerweile in vielen gastronomischen Betrieben akzeptiert und sogar willkommen. Teilweise gibt es Rabatt für Kunden, die ihren eigenen, wiederverwendbaren Becher mitbringen, oder es wird ein Aufschlag für Pappbecher verlangt. Es zählen also keine Ausreden mehr - Pappbecher sind endgültig out.

4. Frischhaltetücher aus Bienenwachs und Baumwolle

Wer genug vom ewigen Frischhaltefolien-Gefummel hat und gleichzeitig seinen Plastikmüll reduzieren möchte, sollte sich diese Alternative mal anschauen: Ein Tuch aus Hanf und Baumwolle, getränkt mit Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz. Klingt öko - ist es auch. Das macht es aber nicht weniger praktisch!

Genau wie das wiederverwendbare Backpapier kann man auch das Frischhaltetuch abwaschen und dadurch immer und immer wieder verwenden. Dabei ist es ein echter Allrounder: Egal ob Pausenbrot, Salatschüssel oder ein Stück Käse. Alles lässt sich wunderbar einwickeln. Die Wärme der Hände reicht aus, um das eher steif wirkende Tuch flexibel anzupassen. Dadurch haftet es teilweise noch besser als Frischhalte- oder Alufolie.

5. Tickets aufs Handy laden

Bahnfahrkarte, Konzertticket, Eintrittskarte für das Stadion, Boarding-Pass. Sie werden einmal benutzt und wandern anschließend in den , außer sie werden zu Erinnerungszwecken an die Wand gepinnt. Was manche nicht wissen oder schlicht vergessen: In den meisten Fällen müssen wir diese Dinge nicht ausdrucken (lassen), sondern können uns auch für eine papier- und plastiklose Alternative entscheiden. Für das sogenannte E-Ticket.

Auf einem Smartphone-Bildschirm erscheint ein elektronischer Fahrschein.

Immer mehr ÖPNV-Nutzer greifen auf das E-Ticket zurück.

Viele Unternehmen bieten inzwischen eine elektronische Version ihrer Karten an und sparen damit nicht nur Drucker-Kosten, gleichzeitig entlasten die E-Tickets auch die Umwelt. Für den Verbraucher ist das nicht nur die nachhaltigere Variante, sondern auch viel praktischer als das Karten-Chaos in der Geldbörse, oder wahlweise in der Jackentasche. Alles geordnet im Smartphone abgespeichert. Das haben ja sowieso die meisten von uns immer dabei.

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