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Grüner Strom aus Gen-Algen

Forscher haben eine genmanipulierte Alge entwickelt, die das Zeug zum Energieträger der Zukunft hat: Die Pflanze stellt größere Mengen Wasserstoff her. Das Gas ist ein umweltfreundlicher Brennstoff.

Der Ausdruck "grüner Strom" könnte bald eine völlig neue Bedeutung bekommen: Ein deutsch-australisches Forscherteam hat eine einzellige Grünalge genetisch so verändert, dass sie besonders viel Wasserstoff erzeugt. Das Gas lässt sich zur Energiegewinnung verbrennen; und anders als bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdöl, Kohle oder Erdgas entsteht dabei kein umweltschädliches Kohlendioxid, sondern lediglich Wasser.

Bisher ließen sich mit Hilfe von Algen nur sehr geringe Mengen nutzbarer Energie produzieren. Die neue Mutation der Alge Chlamydomonas reinhardtii produziert nach Angaben der Forscher bis zu 13 Mal mehr Wasserstoff, als bisher möglich war: insgesamt bis zu 4 Milliliter nahezu reinen Gases pro Kultur und Stunde.

Die fleißige Alge ist eine echte Alternative zu bisherigen Gewinnungsverfahren für Wasserstoff: Gewöhnlich wird das Gas mittels Elektrolyse aus Wasser hergestellt - hierfür sind jedoch Solarzellen nötig. Die Forscher um Olaf Kruse von der Universität Bielefeld haben sich denmutierten Algenstamm Stm6 bereits patentieren lassen.

Erster Algenreaktor noch in diesem Jahr geplant

Viele Algenarten haben von Natur aus die Fähigkeit, Wasserstoff zu produzieren: Bei der Photosynthese gewinnen sie aus Licht Energie zum Wachstum. Sind wenig Sauerstoff und Schwefel vorhanden, produzieren sie dabei auch Wasserstoff. Kruse und seine Mitarbeiter haben in der Pflanze nun ein Gen manipuliert, das diesen Prozess steuert.

Derzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, die Produktionsrate für die mutierte Grünalge zu erhöhen. Noch in diesem Jahr wollen Kruse und seine Kollegen den ersten Prototyp eines Bioreaktors mit "grünem Wasserstoff" in Betrieb nehmen.

aun
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