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Worte im Munde herumgedreht

RTL zeigt die viel diskutierte TV-Doku "Der Klima-Schwindel", die den menschengemachten Klimawandel infrage stellt. Doch dort zitierte Wissenschaftler distanzieren sich von dem Film - nicht das erste Mal, dass sich Interviewpartner über Filmemacher Martin Durkin beschweren.

Von Cornelia Fuchs

Er war als großer wissenschaftlicher Beitrag angekündigt - und endete als Diskussionsbeitrag über die Wahrhaftigkeit wissenschaftlicher TV-Dokumentationen. Der Channel-4-Film "Der Klima-Schwindel" wollte mit neuen Erkenntnissen klotzen; angeblich, so der Sender, sollte er "mit den ganzen Voraussetzungen der globalen Erwärmung aufräumen". Insbesondere stellt der Film in Frage, ob wirklich menschliches Handeln den Klimawandel verschärft.

Doch anscheinend hatte Channel4 die Wissenschaftler gar nicht richtig angehört, die in der Dokumentation so aussagekräftig gegen jeden Zusammenhang zwischen menschlichem Handeln und globaler Erwärmung zu argumentieren scheinen. Die protestierten nämlich umgehend, dass ihre Namen mit einer solch "einseitigen, anti-erzieherischen und irreführenden" Sendung in Zusammenhang gebracht wurden.

Bewusst falsche Beziehungen hergestellt?

So verwahrte sich der Klimaforscher Carl Wunsch vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in einem offenen Brief an den Sender gegen die Verwendung seines Namens für eine "Polemik". Er schrieb: "Als die Produzenten um meine Beteiligung anfragten, wurde ich in dem Glauben gelassen, ich bekäme die Möglichkeit, einem Publikum zu erklären, warum ich die Aussagen zu allen extremen Positionen innerhalb der Klimadebatte schädlich finde."

Stattdessen, so der Professor, haben die Produzenten ihm die Worte buchstäblich im Munde umgedreht. Seine Aussage über die Speicherung von Kohlendioxid in Meeren erscheine so als Argument für die Natürlichkeit der momentanen globalen Entwicklungen - "gänzlich entgegengesetzt zu dem, was ich eigentlich erklären wollte, nämlich, dass die Klima-Erwärmung sowohl sehr real als auch sehr bedrohlich ist".

Wunsch führt weiter aus, dass der Film offensichtlich bewusst falsche Beziehungen herstellt: "In einem Fall sagt ein Sprecher, dass Kohlendioxid einen sehr geringen Anteil der Atmosphäre ausmacht, was auch richtig ist. Dem Zuschauer wird so suggeriert, dass CO2 keine Rolle spielt. Aber jeder Metereologie-Student weiß, dass der Anteil an der atmosphärischen Masse keinerlei Rolle für die Wichtigkeit des Gases spielt."

Beschwerden über falsche Zitate

Der Filmemacher Martin Durkin ist seit Jahren in Großbritannien für seine kontroversen Dokumentationen bekannt, die sich gegen die Ökologie-Bewegung richten. Im Jahr 1997 strahlte Channel4 die dreiteilige Serie "Against Nature" aus: Darin suggerierte Durkin, die heutigen Naturschützer seien fehlgeleitete Imperialisten, die sich ohne jeglichen wissenschaftlichen Hintergrund gegen jedweden Fortschritt wehren.

Mehrere Interviewpartner beschwerten sich, dass sie falsch zitiert und über die wahren Inhalte des Programms im Unklaren gelassen worden waren. Die britische unabhängige Fernseh-Kommission rügte Durkin, er habe "die bekannten Meinungen der Interviewten verzerrt und falsch wieder gegeben".

Klimaforscher veröffentlichen Beschwerdebrief

Die britische Klimaforscher-Gemeinde reagierte empört auf die Dokumentation. Am 11. März diesen Jahres veröffentlichte die Sonntagszeitung "The Observer" einen Brief von Wissenschaftlern aus so anerkannten Universitäten wie Oxford, Exeter und dem Natural Environment Research Council: "Diese Sendung verfälscht den Stand wissenschaftlichen Wissens über globale Erwärmung, indem sie insinuiert, dass Forscher lügen... Wir verteidigen das Recht, skeptisch zu bleiben, aber dass Channel4 impliziert, tausende Wissenschaftler mit ihren veröffentlichten, überprüften Forschungspapieren seien irregeführt worden oder würden gar lügen, entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit und lässt uns einfach baff zurück."

Carl Wunsch wird in seinem Brief sogar deutlicher. Er hat angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn er bei weiteren Ausstrahlungen des Programms mit seinen verfälschten Aussagen weiter zu sehen sein wird.

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