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Klimawandel heizt Deutschland besonders stark auf

Hitze und Dürre wechseln sich mit Starkregen ab: Im vergangenen Jahr spielte das Wetter in Deutschland verrückt. Laut Meterologen sind das Folgen des Klimawandels, der sich hierzulande stärker bemerkbar macht als im globalen Durchschnitt.

  Erderwärmung in Deutschland: Mit 40,3 Grad Celsius gab es im vergangenen Jahr einen neuen Hitzerekord

Erderwärmung in Deutschland: Mit 40,3 Grad Celsius gab es im vergangenen Jahr einen neuen Hitzerekord

Die Erderwärmung macht sich in Deutschland stärker bemerkbar als weltweit. Das geht aus Daten hervor, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Berlin vorstellte. Seit dem Jahr 1881 hat sich Deutschland demnach um 1,4 Grad erwärmt. International habe der Wert seitdem bei etwas unter einem Grad gelegen, wie DWD-Experte Thomas Deutschländer erklärte. Als Grund nannte er auch die geografische Lage. "Land erwärmt sich schneller als Wasser", sagte er. Die Entwicklung sei daher erwartbar gewesen.

Die Mitteltemperatur der vergangenen 25 Jahre lag demnach hierzulande mit 9,2 Grad genau 1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. "Das ist erlebter Klimawandel", erklärte DWD-Experte Thomas Deutschländer. Dem Meteorologen zufolge waren 23 dieser 25 Jahre zu warm. Dazu beigetragen habe auch das vergangene Jahr – es war zusammen mit 2000 und 2007 das zweitwärmste seit Beginn der Messreihe. 2015 hatte es mit 40,3 Grad in Kitzingen auch einen neuen Hitzerekord für Deutschland gegeben.

Dabei hatte es zunächst lange Zeit nicht nach einem neuerlichen Rekordjahr ausgesehen. Erst die Spitzenwerte im November und Dezember katapultierten 2015 noch vom auf den zweiten Platz.
Wie mild die beiden Monate waren, zeigt laut DWD ebenfalls ein Blick auf die üblichen Referenzwerte im langjährigen Vergleich. Demnach war der November um 3,5 Grad zu warm, der Dezember fiel gar mit einem Plus von 5,7 Grad gegenüber dem Mittel aus dem Rahmen. Noch nie seit Beginn flächendeckender Messungen war es in diesen beiden Monaten wärmer.


Dürre, Hitze und wenig Niederschlag

Klimatisch auffällig war den Meteorologen zufolge außerdem eine ausgeprägte Dürre im Frühsommer. Nach einem Winter mit durchschnittlichen Niederschlägen war diese durch ein sehr trockenes Frühjahr entstanden. Es fielen bis zu 70 Prozent weniger Niederschlag als üblich. Bis Mitte Juni waren dem Wetterdienst zufolge viele Böden weitgehend ausgetrocknet.

Im Süden und Nordosten Deutschlands spitzte sich die Lage im Verlauf des Sommers weiter zu, obwohl in der Bundesrepublik insgesamt dann fast wieder die eigentlich zu erwartenden durchschnittlichen Regenmengen fielen. "Unter dem Strich lassen sich die Auswirkungen dieser Witterung zumindest regional nur als Dürre treffend beschreiben", so der Klimaexperte.

In Regionen mit ausgeglichener Niederschlagsbilanz oder gar zu viel Regen sei im vergangenen Jahr überwiegend Starkregen vom Himmel gekommen. "Für die Zukunft geht die Klimaforschung davon aus, dass sich die Niederschlagsproblematik noch verschärfen wird", sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker.

Der DWD hat daher Radardaten der vergangenen 15 Jahre zum Thema Starkregen ausgewertet. Künftig wollen die Meteorologen diesen Datensatz jährlich neu berechnen und schrittweise immer mehr Regionen und Städte analysieren. Damit wollen die Fachleute das Risiko für Starkregen besser bewerten können. Vor zwei Jahren hatte ein Jahrhundertregen einen Korridor zwischen Münster und Greven in Westfalen überschwemmt. Ein Mann ertrank damals in seinem Keller.

Seit 1981 hat die Niederschlagsmenge hierzulande nach DWD-Daten seit 1981 um gut ein Zehntel zugenommen. Bei der Sonnenscheindauer macht sich die Erderwärmung hingegen kaum bemerkbar: Hier ist über die Jahre lediglich ein leicht steigender Trend erkennbar.

ikr/DPA/AFP
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