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Forscher erwecken Fossilien zum Leben

Durch die Tundra streifende Mammuts, brüllende Säbelzahntiger und jagende Höhlenlöwen: Was nach einer Neuauflage des Animationsfilms "Ice Age" klingt, ist für Forscher ein realistisches Szenario.

  Mehr als ein Knochengestell im Museum: Zahlreiche Forscher weltweit arbeiten daran, ausgestorbene Tiere wieder zum Leben zu erwecken. Die Frage der Ethik wird dabei häufig nicht gestellt.

Mehr als ein Knochengestell im Museum: Zahlreiche Forscher weltweit arbeiten daran, ausgestorbene Tiere wieder zum Leben zu erwecken. Die Frage der Ethik wird dabei häufig nicht gestellt.

Weltweit arbeiten Forscher an Möglichkeiten, mit Hilfe der Gentechnik längst ausgestorbene Tierarten wieder zum Leben zu erwecken. Technisch scheint das Klonen von Jahrtausende lang ausgestorbenen Tieren möglich. Manche Wissenschaftler haben beim Gedanken daran allerdings ein mulmiges Gefühl.

Erst im März gaben australische Forscher bekannt, Genmaterial einer seit Anfang der 80er Jahre ausgestorbenen Froschart in Eizellen einer verwandten Art eingepflanzt zu haben. Tatsächlich entwickelten sich Embryonen, die aber alle innerhalb weniger Tage starben. Bereits 2009 war erstmals eine ausgestorbene Tierart wieder zum Leben erweckt worden, allerdings nur für kurze Zeit: Ein von einer Ziege ausgetragener Klon des 2000 gestorbenen letzten Pyrenäensteinbocks starb wenige Minuten nach seiner Geburt wegen einer Lungenanomalie.

Von den Rückschlägen lassen sich die Forscher nicht entmutigen: "Bei den Fröschen könnte es ein oder zwei Jahre dauern", sagt Gentechnik-Experte Hendrik Poinar von der kanadischen McMaster-Universität. "Bei einem Mammut vielleicht 20 oder 30 Jahre, womöglich aber auch weniger."

Vom Dodo zum Dino

Tatsächlich arbeiten Wissenschaftler bereits an der Wiederauferstehung einer ganzen Reihe ausgestorbener Tiere: Australische Forscher wollen den Tasmanischen Tiger klonen, ein Beuteltier, das in den 30er Jahren ausstarb. Wissenschaftler der britischen Universität Oxford wollen den Dodo wiederauferstehen lassen, einen bereits im 17. Jahrhundert ausgerotteten flugunfähigen Vogel. Und in Japan kündigten Forscher 2011 an, binnen sechs Jahren das in der letzten Eiszeit ausgestorbene Mammut neu erschaffen zu wollen.

Was die Forscher brauchen, sind Gewebestücke der Tiere mit ausreichend gut erhaltenem DNA-Material. Mit bis zu 200.000 Jahre alter DNA könnte ein Klonen möglich sein. Eine Auferstehung von Dinosauriern, die bereits vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben sind, ist also völlig utopisch. Andere Tiere aus grauer Vorzeit könnten aber durchaus wieder zum Leben erweckt werden: "Wenn kein Gesetz es verbietet und die ethischen Standards ausgearbeitet sind, könnten ganze Landstriche in Sibirien mit Mammuts und Höhlenlöwen neu besiedelt werden", sagt der Genetik-Forscher Poinar. "Die Frage ist: Sollen wir das tun?"

Klonen - "wirklich cool"

Für die Soziologin Carrie Friese von der London School of Economics wird diese moralische Frage nicht ausreichend gestellt. Bei der Begeisterung für die technischen Möglichkeiten drohe außer Acht gelassen zu werden, was mit den geklonten Lebewesen passiere. Denn viele Tierarten starben aus, weil ihr natürlicher Lebensraum zerstört wurde. Ihre geklonten Nachfahren wären vermutlich zu einem Leben im Zoo verdammt, zumal sie keine Eltern hätten, die ihnen etwa das Jagen beibringen könnten. "Ein Tier ist mehr als sein Erbgut", sagt Friese. "Wie lernt ein Dodo, ein Dodo zu sein?"

Einwände, die Bioethiker Hank Greely von der US-Eliteuniversität Stanford nicht gelten lassen will. "Ich denke, der beste Grund es zu tun ist, dass es einfach überwältigend wäre. Es wäre wirklich cool."

Mariette Le Roux, AFP/AFP

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