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Die Eigerwand bricht ab

Einer der berühmtesten Gipfel der Schweizer Alpen ist in Bewegung: Fast 700.000 Kubikmeter Fels sind von der Eigerwand ins Tal gestürzt. Und das war erst der Anfang.

Von der Ostflanke des Schweizer Alpengipfels Eiger haben sich rund 700.000 Kubikmeter Gestein abgelöst und sind auf den unteren Grindelwaldgletscher hinuntergedonnert. Nach Angaben des Geologen Hans Rudolf Keusen stürzte die rechte Partie der seit Tagen aufreißenden Felsnase ab.

Der Felssturz war bereits erwartet worden - nun wird damit gerechnet, dass sich noch einmal die doppelte Menge Gestein von dem 3970 Meter hohen Gipfel löst. Bereits am Donnerstagnachmittag war die so genannte Madonna vom Eiger gefallen, ein etwa 30 Meter hoher, schlanker Felsturm mit einem Volumen von etwa 600 Kubikmetern. Der instabile Fels um den Turm herum bröckelte schon seit Tagen. Am Mittwoch hatten sich die Felsbewegungen auf 91 Zentimeter pro Tag verstärkt, rund sechs Meter breit war der Spalt. Mit einem Laserscanner maßen die Geologen fast stündlich die Veränderungen.

Schaulustige beobachteten das Naturschauspiel von einer gegenüber liegenden Berggaststätte aus sicherer Entfernung. Gefahr für das Gletscherdorf Grindelwald bestehe nicht, sagte der dortige Rettungschef Kurt Amacher im Schweizer Fernsehen. Über den Ort schwebte am Donnerstagabend jedoch eine dicke Staubwolke. Der Berg kommt vorerst nicht zur Ruhe: Auch am Freitag seien laufend kleinere Felsstürze beobachtet worden, berichtete Kurt Amacher.

Folge der Klima-Erwärmung

Am Eiger lässt sich in diesen Tagen erahnen, was die Klimaerwärmung für den Alpenraum bedeuten kann: Nicht nur die Gletscher schmelzen - auch die Berge selbst werden in Mitleidenschaft gezogen. Ursache für die Spaltung des Berges sind offenbar Spannungen, die sich nach dem Rückgang des Gletschers entladen. Eindringendes Wasser trägt ebenfalls dazu bei, dass der Berg brüchig wird.

Dieser Prozess wird sich fortsetzen: Steigen die Sommertemperaturen um drei Grad Celsius, verlieren die Gletscher 80 Prozent der Eisfläche, wie sie etwa von 1971 bis 1990 bestand, fanden Forscher der Universität Zürich heraus. Solche Temperaturänderungen gelten als realistisch.

Mit dem Eiger trifft die Naturkatastrophe einen der berühmtesten Gipfel der Schweizer Alpen. Zusammen mit Mönch und Jungfrau bildet der Eiger das dominierende Bergmassiv des Berner Oberlandes. Der Aufstieg über die Eiger-Nordwand ist mit mehr als 1600 Metern Höhendifferenz einer der herausforderndsten in den Alpen.

DPA/AP/AP/DPA

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