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Ölquelle vor US-Küste wird endgültig versiegelt

Es ist die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten: die Explosion der "Deepwater Horizon". Jetzt enden die Arbeiten im Golf von Mexiko: Das Bohrloch wird nicht nur von oben, sondern auch vom Meeresgrund mit Zement versiegelt.

Fünf Monate nach Beginn der schwersten Ölpest in der US-Geschichte ist das Ende in Sicht: Ingenieure des britischen BP-Konzerns haben mit der "Operation Bottom Kill" damit begonnen, die defekte Ölquelle im Golf von Mexiko endgültig zu versiegeln. Dabei wird in rund 4000 Meter Tiefe unter dem Meeresboden Schlamm und Zement in das Bohrloch gepresst, um die Quelle zum Versiegen zu bringen.

Der Sonderbeauftragte der Regierung, Thad Allen, hoffte, noch am Samstag (Ortszeit) das Ende der Arbeiten bekanntgeben zu können. "Wir erwarten, dass die Quelle an diesem Samstag vollständig versiegelt ist", teilte auch BP mit.

Ein letzter Beslastungstest

Es wäre das Ende einer fünf Monate andauernden Katastrophe, bei der weite Teile der US-Küste am Golf von Mexiko verseucht wurden. Seit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" Ende April flossen rund 660.000 Tonnen Rohöl ins Meer - wesentlich mehr als bei der Havarie des Tankers "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska.

Bevor die Quelle aber offiziell für versiegelt erklärt wird, soll es noch einen letzten Belastungstest unter Druck geben, um zu sehen, ob der Beton hält, wie die Ingenieure am Samstag mitteilten. Der am Freitag hineingepumpte Zement sei inzwischen getrocknet. Der Test soll in der Nacht zum Sonntag beginnen und etwa eine halbe Stunde dauern. Am Morgen soll dann feststehen, ob die Versiegelung hält.

Ölfluss seit Mitte Juli gestoppt

Allerdings fließt bereits seit Mitte Juli kein Öl mehr ins Meer, nachdem es den BP-Ingenieuren gelungen war, das Leck an der Steigleitung am Meeresboden abzudichten. Für die "Operation Bottom Kill" wurden über Monate zwei Entlastungsbohrungen in den Meeresgrund getrieben. Der mit großem Druck in das Bohrloch gepresste Zement soll dort aushärten und die Quelle für immer abdichten.

Die Katastrophe hatte am 20. April mit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" begonnen, bei der elf Arbeiter ums Leben kamen. Zwei Tage später sank die Plattform. Das Sicherheitsventil, das ein Austreten des Öls hätte verhindern wollen, versagte aus bisher ungeklärten Gründen.

US-Präsident Barack Obama hatte von Beginn an klargestellt, dass BP die Verantwortung trage. BP versprach, für Schäden aufzukommen und will dafür 20 Milliarden Dollar (15,3 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen. Zeitweise waren 25.000 Menschen, darunter Soldaten und Tausende freiwillige Helfer damit beschäftigt, die verschmutzten Küstenstreifen zu säubern, Öl von der Meeresoberfläche abzusaugen oder Sperren auszulegen, um die Ausbreitung des Ölteppichs zu verhindern. Nach Angaben der Regierung sind noch immer rund 900 Kilometer Küste verschmutzt, der größte Teil sei aber lediglich leicht verschmutzt. Unabhängige Wissenschaftler weisen allerdings immer wieder darauf hin, dass sich das Öl auch in den Tiefen des Ozeans ausgebreitet habe und streckenweise den Meeresboden bedecke.

swd/DPA/DAPD/DPA
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