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Merkel verteidigt Ergebnis von Kopenhagen

Die Opposition wirft ihr eine Mitschuld am zweifelhaften Klimakompromiss von Kopenhagen vor: Bundeskanzlerin Merkel hat das Ergebnis jetzt in einem Interview verteidigt.

Angesichts heftiger Kritik von Opposition und Umweltschutzverbänden hat Bundeskanzlerin Angela Merkel davor gewarnt, die Ergebnisse des Weltklimagipfels von Kopenhagen schlecht zu reden. "Kopenhagen ist ein erster Schritt hin zu einer neuen Weltklimaordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte Merkel der "Bild am Sonntag". Wer Kopenhagen jetzt nur schlecht rede, beteilige sich am Geschäft derer, die bremsen statt voranzugehen. Zugleich verwies Merkel auf die besondere Verantwortung Deutschlands für den nächsten Schritt beim globalen Klimaschutz. "Auf Kopenhagen muss jetzt aufgebaut werden. Das wird Deutschland auf der Konferenz Mitte des Jahres in Bonn tun", erklärte die Kanzlerin.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hatte Merkel am Samstag eine Mitschuld am Misslingen der Klimakonferenz gegeben. "Es ist eine Schande, wie die Staats- und Regierungschefs die Zukunft ihrer eigenen Kinder und Enkelkinder aufs Spiel setzen", sagte Gabriel. Grünen-Chefin Claudia Roth sprach von einem "Gipfel der Verantwortungslosigkeit und der Zukunfts-Blindheit".

Der Klimawandel werde "zu einer massiven Bedrohung für den Wohlstand in Deutschland", sagte der ehemalige Bundesumweltminister Gabriel in der "Bild am Sonntag". Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, diejenigen in Union und FDP in die Schranken zu weisen, die "Kopenhagen als billigen Vorwand nehmen wollen, um aus dem Klimaschutz auszusteigen". Deutschland müsse bei seinem 40-Prozent-Ziel bleiben.

Auch die EU sieht Gabriel in der Pflicht. "Die Europäische Union muss bei ihrem Versprechen bleiben, die CO2-Emissionen um 30 Prozent zu senken." Nur so könne die EU "verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und möglichst schnell glaubwürdig einen neuen Anlauf für ein verbindliches Abkommen unternehmen".

Die Klimakonferenz in Kopenhagen konnte sich am Samstag lediglich dazu verständigen, die 2-Grad-Klimagrenze unverbindlich zu vereinbaren. Jedem Land steht nun frei, die Vereinbarung über Klimaschutzziele anzunehmen oder nicht. Die Delegierten verzichteten darauf, wie sonst üblich über alle Punkte einzeln abzustimmen. Damit wahrten vor allem die USA, die den Kompromissentwurf mit über 20 anderen Staaten ausgehandelt hatten, ihr Gesicht.

DPA/AFP/AP/AP/DPA
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