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Forscher entdecken unbekannte Dinosaurier

Vor rund 185 Millionen Jahren stampften Dinosaurier auch durch den heutigen Nordosten Deutschlands. Möglicherweise haben Geologen dort eine neue Sauropoden-Art entdeckt.

  Der Greifswalder Geologe Sebastian Stumpf zeigt den unvollständigen Beckengürtel eines bislang unbekannten Dinosauriers aus einer Tongrube bei Grimmen

Der Greifswalder Geologe Sebastian Stumpf zeigt den unvollständigen Beckengürtel eines bislang unbekannten Dinosauriers aus einer Tongrube bei Grimmen

Langhalsige Dinosaurier besiedelten vor rund 185 Millionen Jahren den heutigen Nordosten Deutschlands. Einen Beleg dafür haben Forscher in Mecklenburg-Vorpommern gefunden - und möglicherweise gleich noch eine neue Dinosaurier-Art entdeckt.

Der Greifswalder Geologe Sebastian Stumpf fand unter den Wirbeltierresten aus einer Tongrube bei Grimmen den unvollständigen Beckengürtel eines bislang unbekannten Dinosauriers, teilte die Universität Greifswald am Donnerstag mit. Form wie auch Proportionen der jeweils zwischen zehn bis fünfzehn Zentimeter großen Beckenknochen-Bruchstücke belegten, dass es sich um Überreste eines Tieres aus der Gruppe der pflanzenfressenden Sauropoden handele.

Die Knochen des auf vier bis fünf Meter Länge geschätzten Sauropoden seien etwa rund 185 Millionen Jahre alt, sagte Stumpf. Das Tier habe vermutlich einen langen Hals, kleinen Schädel und langen Schwanz gehabt. Der 26-Jährige hatte die Knochenfunde im Rahmen seiner Masterarbeit ausgewertet und bestimmt.

Fund gehört zur Gruppe der Echsenbeckendinosaurier

Privatsammler fanden die Wirbeltierreste bereits in den 1980er Jahren in der Tongrube. Dort war bereits im Jahr 1963 der Forscher Werner Ernst auf Reste des bislang einzig bekannten Dinos im Nordosten gestoßen, dem "emausaurus ernsti". Während er aber zur Gruppe der Vogelbeckensaurier (Ornithischia) gehört, könne der jetzige Knochen-Fund zweifelsfrei einem Saurier der Gruppe der Echsenbeckendinosaurier (Saurischia) zugeordnet werden, sagen die Forscher.

Möglicherweise handele es sich aufgrund der anatomischen Besonderheiten sogar um eine neue Sauropoden-Art, sagte Stumpf. "Dies wäre eine Riesensensation." Absolute Gewissheit würden aber vermutlich nur weitere Knochenrestfunde bringen.

Nach Angaben des Greifswalder Paläontologen Stefan Meng lebten in der Zeit des Unteren Jura nur wenige Sauropoden-Arten. Bei dem Fund handele es sich um einen der ältesten Vertreter seiner Gruppe, die sich später zur artenreichsten Gruppe pflanzenfressender Dinosaurier entwickelte.

Nordosten Deutschlands stand einst unter Wasser

Das nordöstliche Deutschland war nach Angaben der Greifswalder Forscher vor 185 Millionen Jahren von einem Flachwassermeer bedeckt. In der Tongrube bei Grimmen hatten Wissenschaftler und Privatsammler in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Fossilien von Ammoniten, Belemniten, Fischen und Meeresreptilien entdeckt. Warum in der Tongrube auch Reste von zwei landlebenden Dinosauriern - und dann noch zwei unterschiedlicher Gruppen - entdeckt wurden, sei noch weitgehend unklar.

Möglicherweise waren dem Flachwassermeer, dessen Küstenlinie bislang rund 100 Kilometer vom Saurierfundort entfernt verortet wurde, Inseln vorgelagert. Kadaver toter Saurier könnten bis an den Fundort getrieben worden sein. Ob sich dort weitere Untersuchungen lohnen, ließen die Greifswalder Paläontologen offen. Im Jahr 1995 wurde der Tonabbau eingestellt. Die Grube stehe heute unter Wasser.

Martina Rathke, DPA/DPA

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