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Riesenflutwelle schwappt aus Vulkankrater

Bis zu vier Meter hohe Wellen stürzten 2500 Meter in die Tiefe, als der Krater des dampfenden Vulkansees Ruapehu in Neuseeland barst. Die Wassermassen rissen Schlamm und Geröll mit sich; Menschen kamen nicht zu Schaden.

In Neuseeland ist am Sonntag der Rand eines riesigen dampfenden Vulkankratersees geborsten, wobei eine Flutwelle mit tausenden Tonnen Wasser, Schlamm und Geröll ausgelöst wurde. Die Wassermassen stürzten vom Vulkan Ruapehu aus 2500 Metern Höhe ins Meer. Die bis zu vier Meter hohen Wellen rissen zahlreiche Bäume um. Die Behörden waren nach heftigem Regen aber vorgewarnt und hatten Straßen und Eisenbahnlinien gesperrt. Niemand kam nach ihren Angaben zu Schaden.

Nur ein Denkmal für die 151 Toten eines ähnlichen Naturereignisses vor 54 Jahren wurde beschädigt. Damals entgleiste ein Zug Minuten, nachdem eine Flutwelle aus dem Kratersee die Eisenbahnbrücke weggerissen hatte. Die Regierung hatte seitdem ein umfangreiches Alarmsystem installiert. Jetzt hatte sie das nationale Krisenzentrum alarmiert, dessen Einsatz aber nicht nötig war. "Das Wasser ergoss sich in die erwartete Bahn, und das Frühwarnsystem funktionierte genau wie geplant", sagte Umweltminister Chris Carter.

Keine Verbindung zwischen Wellington und Auckland

Schmelz- und Regenwasser standen seit Januar fast bis zur Kante des Vulkankraters rund 250 Meter unterhalb des 2797 Meter hohen Gipfels. Wissenschaftler wussten, dass der Kraterrand dem Wasserdruck auf Dauer nicht standhalten würde. In dem 17 Hektar großen Vulkankegel hatte sich seit dem Ausbruch 1996 Wasser gesammelt. Heftige Niederschläge versetzten die Experten dann am Samstag in erhöhte Alarmbereitschaft.

Die Flutwelle ergoss sich durch das Tal des Flusses Whangaehu und an dem Dorf Tangiwai vorbei ins Meer. Hunderte von Menschen saßen stundenlang fest, weil die Hauptstraße zwischen der Hauptstadt Wellington und der größten neuseeländischen Stadt Auckland gesperrt wurde. Auch die Züge wurden angehalten. Wegen des schlechten Wetters waren nach Angaben des Ministers für Zivilverteidigung, Rick Barker, auch keine Wanderer auf dem höchsten Berg der Nordinsel unterwegs.

DPA/DPA

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