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Der Wisent streift wieder durch deutsche Wälder

Die einst vom Aussterben bedrohten Wisente kehren in einen deutschen Wald zurück. Eine Herde der Wildrinder kann jetzt durch das Rothaargebirge streifen. Geoökologe Brombacher lobt das Projekt.

  Der "König der Wälder" kehrt zurück und wird wohl in Zukunft bei so mancher Wanderung für eine Überraschung sorgen

Der "König der Wälder" kehrt zurück und wird wohl in Zukunft bei so mancher Wanderung für eine Überraschung sorgen

Der "König der Wälder" war so gut wie ausgestorben, jetzt sollen Wisente wieder frei im Wald mitten in Deutschland leben können. Seit Donnerstag sollen acht Tiere ohne Zaun durch das Rothaargebirge bei Bad Berleburg streifen. Drei Jahre wurden sie darauf vorbereitet.

Der Geoökologe Michael Brombacher ist bei der Zoologischen Gesellschaft in Frankfurt (Main) für die deutschen und europäischen Projekte verantwortlich. Die Auswilderung sei ein "spannendes und mutiges Projekt", sagt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA.

Wie bewerten Sie das Wisent-Artenschutzprojekt?

Brombacher: "Jetzt kommen die großen Pflanzenfresser in unsere Wälder zurück. Ich finde es spannend zu sehen, wie die Menschen damit klarkommen. Dabei kann der Wisent sicherlich auch Botschafter für andere Wildtiere wie Luchs oder Wolf werden. Es ist gut, dass die Verantwortlichen das lange vorbereitet haben. Wenn man die Menschen nicht mitnimmt, gibt es Probleme. Das scheint hier aber bedacht worden zu sein."

Also ist der Mensch das Problem?

Brombacher: "Es reicht nicht aus, einfach eine Tierart zurückzuholen. Auch bei unseren Projekten zeigt sich, dass man einen langen Atem haben muss und Menschen die Angst nehmen muss. Wildtiere und Wildnis, das macht Menschen Angst. Das spürt man momentan deutlich beim Wolf, vor dem es ja auch viele unbegründete Ängste gibt, die auf Legenden und Märchen beruhen. Wir haben das auch bei unserer Bartgeier-Wiederansiedlung im Alpenraum gemerkt. Da hat es viel Arbeit gekostet, gegen den schlechten Ruf "Lämmergeier" zu kämpfen. Bei einem Luchs-Projekt in der Schweiz ist das hingegen missachtet worden. Da hat man viel Lehrgeld bezahlt, weil die Tiere erschossen oder vergiftet wurden."

Eignet sich das dicht besiedelte Deutschland als Lebensraum für den Wisent?

Brombacher: "Für die geplante Herdengröße scheint mir das Areal ausreichend. Allerdings muss der Wald die passende Struktur haben, damit sich die Wisente dort wohlfühlen. Eigentlich müsste man den Wald verwildern lassen und eine natürliche Wildnis schaffen. Das wäre der richtige Lebensraum - nicht nur für den Wisent. Für eine wirkliche Freiheit mit einer ständig wachsenden Herde ist das Gelände wiederum zu klein. Denn wenn der Mensch nicht weiter eingreift, könnten es zu viele Tiere werden. Das soll ja nicht passieren. Außerdem ist das Interesse der Forschung sehr groß. Die Tiere werden also immer die Wissenschaftler sozusagen am Schweif haben."

Die Auswilderung wird als Vorzeigeprojekt bezeichnet. Ist das so?

Brombacher: "Für Deutschland ist das sicher so. Aber im europäischen und weltweiten Vergleich haben wir da Nachholbedarf. In Weißrussland werden große Waldflächen aus der Nutzung genommen, um sie verwildern zu lassen. In Kasachstan werden große Steppengebiete aus dem gleichen Grund unter Schutz gestellt. Bei uns gibt es Anfänge mit großen Truppenübungsplätzen beispielsweise in Brandenburg. Da lässt man die Natur Natur sein. Aber wir als eine der reichsten Nationen sollten es uns leisten können, da noch viel mehr zu tun."

Würden Sie gern weitere Projekte dieser Art sehen?

Brombacher: "Ich würde gern wieder alte Urwälder in Deutschland sehen. Mit Bäumen, die älter sind als 400 Jahre. Dann wird ein Wald spannend und märchenhaft. Wenn wir mehr solche pulsierenden Lebensräume hätten, in die der Mensch nicht mehr eingreift, wäre vielen Tier- und Pflanzenarten gedient. Aber das dauert eben so lange und deshalb sollte man anfangen."

Von Jörg Taron, DPA/DPA

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