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"Sea World" gibt den Tierschützern nach - und stoppt Orca-Zucht

"Sea World" steht seit Jahren in der Kritik, weil in den US-Vergnügungsparks Orca-Shows laufen. Nun ändert "Sea World" seinen Umgang mit den Schwertwalen radikal. Doch die Freiheit sehen die Orcas nicht wieder.

Orca in "Sea World"-Show

Sea World gibt sein Orca-Programm auf - Kunststücke von Orcas vor Publikum - wie hier in San Diego 2014 - wird es also nicht mehr lange geben

Der Vergnügungspark-Betreiber "Sea World" beendet sein umstrittenes Orca-Zuchtprogramm. Der aktuell in den Parks gehaltenen Schwertwal-Generation sollen keine weiteren mehr folgen, wie die Firma bekanntgab. "Die Gesellschaft verändert sich, und wir verändern uns mit ihr", heißt es in einer Mitteilung.

Die "Sea World"-Orcas werden laut Firmenangaben heute nicht mehr in der Wildnis eingefangen, sondern gezüchtet. Dieses Zuchtprogramm werde nun mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die verbliebenen Wale sollen in den Parks bleiben, da sie in freier Wildbahn nicht überleben könnten, teilte "Sea World" mit.

Tierschützer halfen "Sea World" bei neuen Richtlinien

Die neuen Richtlinien zur Haltung von Orcas seien in Zusammenarbeit mit der Tierschutzorganisation "Humane Society" entstanden, erklärte Vorstandschef Joel Manby in einem offenen Brief, den die "Los Angeles Times" veröffentlichte. Die Organisation bestätigte dies in einem Statement auf ihrer Webseite.

Tierschützer kritisieren seit Jahren die schlechten Lebensbedingungen der Schwertwale in den "Sea World"-Parks. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr das Thema durch den Dokumentarfilm "Blackfish" (2013), der sich um einen der in Gefangenschaft lebenden Wale dreht. Nach der Veröffentlichung des Films gingen Besucherzahlen, Umsatz und Gewinn von "Sea World" zurück.

Aktivisten bei Peta eingeschleust

Ein weiterer Schlag für das Image der Kette war der Tod von drei Walen im "Sea World"-Park im texanischen San Antonio im vergangenen Jahr. Vorwürfe der Tierrechtsorganisation Peta, die "Sea World"-Betreiber hätten verdeckte Aktivisten bei ihnen eingeschleust, räumte das Unternehmen Ende Februar zumindest teilweise ein.

Bereits vor einigen Monaten hatte "Sea World" angekündigt, die umstrittene "One Ocean"-Vorführung im Park in San Diego (Kalifornien) Ende 2016 einzustellen und durch eine Show zu ersetzen, die dem natürlichen Verhalten" der Tiere näher kommen soll.

Keine Orca-Shows mehr

In seinem offenen Brief deutete Seaworld-Chef Manby an, dass auch die Orca-Shows in den anderen Wasserparks in ihrer bisherigen Form beendet werden. Welche Rolle die Schwertwale in Zukunft konkret spielen sollen, bleibt aber weiter unklar. Die Orcas würden noch viele Jahre live zu sehen sein, um die Gäste "auf neue und natürliche Art zu inspirieren", heißt es in der "Sea World"-Mitteilung.

tkr/DPA
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