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Löwin adoptiert Leoparden-Baby - aber die Geschichte wird wohl kein Happy End nehmen

Diese Bilder haben Seltenheitswert: In der Serengeti hat eine Löwin ein offenbar verwaistes Leoparden-Baby adoptiert. Für die Zukunft des Jungtiers sieht ein Experte dennoch schwarz.

Löwin im Serengeti-Nationalpark adoptiert Leoparden-Baby

Löwin im Serengeti-Nationalpark adoptiert Leoparden-Baby

Auf den ersten Blick wirkt das Foto wie ein ganz normaler Schnappschuss eines Safari-Touristen. Eine döst auf dem Boden des Serengeti-Nationalparks. Sie trägt einen GPS-Sender um ihren Hals und säugt ein Jungtier. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass das Fellknäuel zwischen ihren Beinen nicht ihr eigenes Junges ist. Den Körper des kleinen Kätzchens zieren Löwen-untypische Tupfen. Das Junge ist ein drei Wochen altes Leoparden-Baby, das von der Löwin offenbar adoptiert wurde.

Das Jungtier hat mächtig Hunger

Das Jungtier hat mächtig Hunger

Die einzigartigen Aufnahmen machte ein Gast der Ndutu Safari Lodge im Ngorongoro Schutzgebiet am Rande der . Sie versetzen die Fachwelt in Staunen: Ihm sei die "Kinnlade runter gefallen", als er die Fotos zum ersten Mal gesehen habe, wird Löwenexperte Luke Hunter von der "Washington Post" zitiert. Hunter arbeitet für die Organisation Panthera, die sich für den Schutz der Großkatzen einsetzt.

Zwar könne es in sehr seltenen Fällen vorkommen, dass Raubkatzen verwaiste Jungtiere der eigenen Art adoptieren und aufziehen. Doch dabei handelt es sich meist um verwandte Jungtiere. Dass eine Raubkatze dagegen ein artfremdes Jungtier annimmt und säugt, sei bislang noch nie beschrieben worden. "Das ist beispiellos", so Hunter. "Einzigartig." Normalerweise würde eine Löwin ein Leoparden- töten.


Die Löwin heißt Nosikitok und hat vor wenigen Wochen drei Jungtiere auf die Welt gebracht. Sie sei "absolut überflutet mit Hormonen" und besitze den typischen Mutterinstinkt, so Hunter. "Würde sie derzeit nicht ihre eigenen Jungtiere säugen, wäre das schlichtweg nicht passiert."

Düstere Zukunftsprognose

Die Zukunft des Jungtiers ist ungewiss

Die Zukunft des Jungtiers ist ungewiss

So schön die Geschichte auf den ersten Blick wirken mag: Einige offene Fragen bleiben. So ist derzeit unklar, wo sich die des Leopardenbabys befindet oder ob sie überhaupt noch lebt. Eine Rückkehr zur leiblichen Mutter wäre in jedem Fall das Beste für das Jungtier, glaubt Hunter. "Die Natur ist unberechenbar."

Sollte das Jungtier tatsächlich die kommenden Wochen an der Seite der Löwin überstehen, dürfte ihm eine nächste Herausforderung bevorstehen. Für gewöhnlich verlassen trächtige Löwinnen ihre Gruppe, um Jungtiere zu gebären. Nach rund acht Wochen kehren sie mit dem Nachwuchs in den Verband zurück – die das Leoparden-Junge als potenziale Beute ansehen dürfte.

"Ich wünsche mir sehr, dass diese Geschichte ein schönes Ende nimmt", so Hunter. "Aber auf den kleinen Leoparden warten gewaltige Herausforderungen."

ikr

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