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Große Wassermengen auf dem Mars entdeckt

Das gefrorene Wasser könnte endlich Aufschluss über die Entwicklung des Planeten geben und auch für künftige Mars-Ausflüge des Menschen genutzt werden.

Wissenschaftler haben unerwartet große Mengen von Wasser unter der Oberfläche des Planeten Mars entdeckt. »Es stellt sich heraus, dass es wirklich ein bisschen mehr Eis ist als meiner Meinung nach die meisten Menschen jemals erwartet haben«, sagte William Boynton von der University of Arizona. Der Wissenschaftler betreute eine der Studien über den Mars, die im US-Wissenschaftsmagazin »Science« in dieser Woche veröffentlicht werden. Als Grundlage dienten den internationalen Forschern von der Raumsonde »Mars Odyssey« gelieferte Daten über den Roten Planeten. Die Eis-Menge von rund einen Meter unter der Mars-Oberfläche entspricht Boynton zufolge etwa der Wassermenge des Michigan-Sees, einer der Großen Seen zwischen den USA und Kanada. Wasser ist die Voraussetzung für die Entstehung von Leben.

Die Entdeckung

könnte die Erforschung der Entwicklung des Mars' einen großen Schritt voranbringen. Das Eis unter der Oberfläche zeigt, was zumindest mit einem Teil des Wassers passiert ist, das wohl auf dem ehemals warmen und feuchten Planeten einmal vorkam. Denn die Mars-Oberfläche hatte die Wissenschaftler auf riesige Wassermassen schließen lassen, die früher auf dem Planeten vorhanden waren. Große Canyons waren gesichtet worden, einer davon tiefer und breiter als alle auf der Erde vorkommenden Schluchten. Einige Stellen auf dem Mars sehen zudem aus wie ausgetrocknete Seen oder Meeresbecken. Die Oberfläche auf dem inzwischen abgekühlten Mars ist nun trocken und staubig, und das Eis an den Polen besteht aus gefrorenem Kohlendioxid. Mit einer Durchschnitts-Temperatur von minus 53 Grad Celsius auf der Oberfläche und einer dünnen Atmosphärenschicht gibt es wenig Hoffnung auf überirdische Wasservorkommen auf dem Mars.

»Die jetzt auf dem Mars vorkommende Wassermenge ist ausreichend, um künftige menschliche Mars-Ausflüge zu unterstützen«, sagte Bill Feldman vom amerikanischen Los Alamos National Laboratory. Aus dem Eis könnte Wasserstoff als Energiequelle für menschliche Weltraum-Unternehmungen gewonnen werden. »Es ist sehr nah an der Oberfläche, so dass Astronauten es leicht erreichen können«, sagte Boynton. Das Eis kommt in so hoher Konzentration vor, dass es nicht erst aus Vermischungen mit anderen Stoffen gelöst werden muss. Es reicht, das Eis einfach auf eine Temperatur über den Gefrierpunkt zu erhitzen. Allerdings sollten Astronauten das so gewonnene Wasser nicht trinken - zumindest nicht direkt, warnte Jim Garvin von der US-Raumfahrtbehörde NASA: »Wenn dort Mars-Mikroben warten, wäre das letzte, was wir wollen, ein Krieg zwischen den Welten, der in unseren Bäuchen ausbricht.«

Die Raumsonde

»Mars Odyssey« war gezielt zur Suche nach Wasser eingesetzt worden. Die Sonde hatte Daten über die Reaktion von Gamma- und Neutronenstrahlen mit Mars-Partikeln geliefert, die Wasserstoff knapp unter der Oberfläche annehmen lassen. Der Beweis steht allerdings noch aus. Schon jetzt zeigten sich Experten jedoch überzeugt. »Das von der 'Odyssey' entdeckte Eis unter der Oberfläche ist nur die Spitze eines Eisbergs im Untergrund«, schrieb Jim Bell von der Cornell University in einem Kommentar in »Science«. Die »Odyssey« hatte ein Gebiet zwischen dem Südpol und dem 45. Breitengrad des Mars untersucht, was Boynton zufolge auf der Erde etwa der Höhe von Paris entspricht.

Die Entdeckung

der Eisschicht ist bei einer Mars-Erkundung in den siebziger Jahren offenbar knapp verfehlt worden. »Interessanterweise sieht es so aus, als ob die Viking 2-Sonde in einer Region gelandet ist, von der wir denken, dass sie dasselbe Eis unter der Oberfläche aufweist«, sagte Boynton. Allerdings hatte sie nur Daten von bis zu 20 Zentimeter, statt einen Meter im Untergrund geliefert.

Maggie Fox

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