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USA befürchten Bauanleitung für Biowaffen

Monatelang tobte eine Debatte darüber, ob zwei Studien über Versuche mit aggressiven Vogelgrippeviren veröffentlicht werden sollen. Die US-Regierung befürchtete, Terroristen könnten sie als Anleitung zum Bau einer Biowaffe missbrauchen.

Von Martina Janning

  Auf Rügen starben 2006 viele Schwäne an Vogelgrippe.

Auf Rügen starben 2006 viele Schwäne an Vogelgrippe.

  • Martina Janning

Der Vogelgrippevirus H5N1 kann für Menschen tödlich sein. Seit H5N1 zum ersten Mal 1997 auftrat, sind von 590 erkrankten Menschen, die ins Krankenhaus kamen, 349 gestorben. Sie alle hatten sich bei infizierten Vögeln angesteckt. Bisher ist kein Fall aufgetreten, bei dem das Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Wenn das geschähe, könnte die Vogelgrippe sich epidemieartig ausbreiten, fürchten Wissenschaftler.

Um sich besser auf eine solche Pandemie vorzubereiten, haben zwei Forscherteams gentechnisch veränderte Vogelgrippeviren an Frettchen getestet. Als die beiden Forschergruppen in den USA und in den Niederlanden Ende vorigen Jahres bekannt gaben, dass sie in hoch abgeschirmten Laboren ausprobieren, wie sich die Übertragbarkeit von Vogelgrippeviren beeinflussen lässt, löste das eine heftige Debatte aus.

Die US-Regierung befürchtete, dass eine Veröffentlichung der Ergebnisse Terroristen in die Hände spielen könnte. Forscher warnten hingegen vor den Risiken der Zensur wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Nun hat das britische Fachblatt "Nature" eine der beiden umstrittenen Studien abgedruckt. Die zweite Untersuchung soll demnächst im US-Wissenschaftsmagazin "Science" erscheinen. Die Überprüfung durch einen wissenschaftlichen Beirat sei aber noch nicht abgeschlossen, teilte das Magazin mit.

Forscher haben Übertragbarkeit des Virus erhöht

Die Studie, die "Nature" vorstellt, stammt von einem US-Forscherteam der University of Wisconsin-Madison um Yoshihiro Kawaoka. Die Wissenschaftler befassten sich unter anderem mit einer Variante der Vogelgrippe vom Typ H5N1, die sich in Asien 1997 rasend ausbreitete und auch heute noch gelegentlich auftritt. Durch eine gentechnische Manipulation gelang es den Wissenschaftlern, die Übertragbarkeit des Virus von Vögeln auf Säugetiere zu erhöhen. Sie erbrachten diesen Nachweis an Frettchen. Deren Lungensystem ähnelt dem von Menschen. Ziel der Versuche war, die Mechanismen der Übertragung von Viren zwischen Vögeln, Schweinen und Menschen besser zu verstehen.

Die "wesentlichen wissenschaftlichen Elemente" der Studie habe die Zeitung unverändert veröffentlicht, schreibt "Nature". Zuvor habe die Redaktion aber "mehrere unabhängige Ratschläge" von einschlägigen Sicherheitsexperten ausgewertet. "Nature" machte sich dann die Einschätzung zu eigen, dass der Nutzen der Veröffentlichung höher sei als die Risiken. Das Vogelgrippevirus mutiere auch ohne menschliche Eingriffe. Das Publizieren der Erkenntnisse könne dazu beitragen, Gegenmittel zu entwickeln. Das Gremium der US-Regierung für Biosicherheit (National Science Advisory Board for Biosecurity, NSABB) hatte von der Veröffentlichung dagegen abgeraten.

Veränderte Vogelgrippeviren durch die Luft übertragbar

Die zweite Studie, die im US-Wissenschaftsmagazin "Science" erscheinen soll, stammt von dem niederländischen Virologen Ron Fouchier und seinen Kollegen vom Erasmus Medical Center. Sie hatten das Vogelgrippevirus so verändert, dass es durch die Luft von Frettchen zu Frettchen gelangte. Beim Übertragen einer hohen Dosis durch die Luft seien die Frettchen krank geworden, aber nicht gestorben, erklärte Fouchier im stern -Interview. Brachten die Forscher allerdings eine hohe Dosis des veränderten Virus in die Lungen, starben ausnahmslos alle Frettchen.

Von der Idee des NSABB, nur die Schlussfolgerungen, aber keine Studiendetails zu veröffentlichen, hält Fouchier nichts. "Durch unsere Beobachtungen wissen wir jetzt genau, welche Mutationen nötig sind, damit sich H5N1 in ein Virus verwandelt, das durch die Luft übertragen wird." Forscher könnten nun gezielt nach diesen Mutationen fahnden. "Immer wenn die Vogelgrippe irgendwo ausbricht, was übrigens jährlich passiert, machen Virologen Virus-Charakterisierungen. Bisher wussten sie allerdings nie, wonach sie eigentlich suchten", sagte Fouchier. Details über die Mutationen seien auch wichtig, um Impfstoffe gegen die Vogelgrippe entwickeln zu können.

mit AFP

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