HOME

"Die Tiere verloren ihren besten Freund"

16 Tage nach dem tragischen Tod des "Crocodile Hunter" Steve Irwin hat Australien Abschied von seinem Nationalhelden genommen. Bei der bewegenden Feier gab es auch tierische und prominente Gäste.

Mit einer live im Fernsehen übertragenen Trauerfeier hat Australien Abschied von dem berühmten Krokodil-Jäger Steve Irwin genommen. Gut zwei Wochen nach dem tödlichen Stich durch einen Stachelrochen erwiesen etwa 5000 Anhänger dem beliebten Dokumentarfilmer am Mittwoch in dessen "Crocoseum" die letzte Ehre. Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die Zeremonie live in Australien, Asien und den USA. Neben Familienmitgliedern vor Ort priesen auch Hollywood-Stars wie Russell Crowe, Kevin Costner und Cameron Diaz in Videobotschaften den Toten als Vorbild und Helden.

"Jedes Kind liebte die Vorstellung, so sein zu können wie er"

"Bitte trauert nicht um Steve, er ruht nun in Frieden", sagte Vater Bob während der Trauerfeier. "Aber ich möchte, dass ihr für die Tiere trauert, die ihren besten Freund verloren haben, den sie je hatten - und den ich je hatte." Auf der Bühne sang ein Chor in khakifarbener Safari-Kleidung, daneben schlummerte ein Koala in einem Gummibaum.

Unter anhaltendem Applaus betrat die achtjährige Tochter Bindi die Bühne des "Crocoseum" und richtete sich an die Trauergemeinde: "Mein Vater war mein Held. Er war immer für mich da, wenn ich ihn gebraucht habe." Zusammen hätten sie Filme gedreht, Krokodile gefangen und Zeit in der Wildnis verbracht. "Ich möchte bedrohten Tierarten helfen, genauso wie er es getan hat." Bindi sagte, sie wisse, "dass Papa eine wichtige Arbeit getan hat - er wollte die Welt ändern, damit jeder wilde Tiere liebt wie er."

Australiens Ministerpräsident John Howard würdigte Irwin als bemerkenswerten Mann. Schauspieler Crowe sagte in einer Videobotschaft von New York, der Tod des 44-jährigen Irwin sei "vollkommen ungerecht". "Wir alle haben einen Freund verloren, einen Meister", sagte Crowe. "Es kam für uns alle viel zu früh." Hollywood-Star Diaz erklärte, die USA seien verrückt nach Irwin gewesen. "Jedes Kind liebte die Vorstellung, so sein zu können wie er."

Mit Krokodilen aufgewachsen

Der Tierfilmer und Krokodil-Liebhaber Irwin war vor 16 Tagen bei Dreharbeiten vor der australischen Küste durch den Stich eines Stachelrochens ums Leben gekommen. Seine Frau, Terri Irwin, entschied sich für eine öffentliche Gedenkfeier im "Crocoseum", dem Herzstück des "Australia Zoo". Den Vorschlag, die Trauerfeier wegen der großen Anteilnahme und des immensen Interesses in das Football-Stadion von Brisbane zu verlegen, lehnte sie ab. Für die Freikarten bat sie um eine Spende für Irwins Artenschutzorganisation "Wildlife Warriors".

Der Dokumentarfilmer wuchs mit Krokodilen auf. Seine Eltern gründeten einen Tierpark mit Reptilien, den Irwin später übernahm. Weltweite Bekanntheit erlangte Irwin mit seiner Dokumentarserie "Crocodile Hunter" ("Krokodiljäger"), die in Deutschland bei RTL II ausgestrahlt wurde. Darin war zu sehen, wie sich Irwin Klapperschlangen und Krokodilen in freier Wildbahn ohne Schutz näherte. Neben seiner Frau hinterlässt er zwei Kinder.

AP/DPA/Reuters/AP/DPA/Reuters

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren