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Jetzt ist Tornado-Zeit

Erst Gluthitze, nun Unwetter: In Deutschland jagt zurzeit ein Wetterextrem das nächste. Die Klimaerwärmung könnte auch bei uns zu mehr Tornados führen, befürchten Meteorologen.

Von Lea Wolz

  Eine Windhose verwüstete am Montag die Helgoländer Düne

Eine Windhose verwüstete am Montag die Helgoländer Düne

In Deutschland jagt zurzeit ein extremes Wetter das nächste: Zuerst kletterte die Quecksilbersäule des Thermometers in unerträgliche Höhen, nun ziehen schlimme Stürme und Gewitter durchs Land. Im Westen und Norden Deutschlands haben diese am Montag schwere Schäden angerichtet. Dabei kam es zu Wetterphänomenen, die man eigentlich vor allem mit Amerika verbindet. Ein Tornado, umgangssprachlich auch Windhose genannt, fegte über die Nordseeinsel Helgoland. Spielt unser Wetter gerade verrückt?

Montag: 15:20 Uhr, Helgoland. Ein Tornado zieht über die Insel, zerstört die schützende Düne und einen Campingplatz. Strandkörbe werden durch die Luft gewirbelt. Augenzeugen hatten zuvor eine aufziehende schwarze Wand beobachtet. Der Bürgermeister löst Katastrophenalarm aus. Elf Menschen werden verletzt, zwei davon schwer. Auch im niedersächsischen Loxstedt bei Cuxhaven bildete sich eine Windhose, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Dass gefährliche Tornados nicht nur in den USA vorkommen können, ist schon seit Jahren bekannt. Manche Wissenschaftler befürchten, dass die allgemeine Klimaerwärmung auch bei uns zu häufigeren und heftigeren Windhosen führen kann.

Meteorologe Karsten Brandt vom Wetterdienst donnerwetter.de sieht das ähnlich. "Wettereignisse, die durch massive Hitze ausgelöst werden, haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen", sagt Brandt. So sei die Zahl der Blitze und der Unwetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich gestiegen. Und damit auch die Wahrscheinlichkeit für zerstörerische Tornados. Denn: "Gewitterwolken sind die Geburtszelle für Tornados."

Ende des Wetter-Chaos nicht in Sicht

Die Windhosen entwickeln sich aus starken Gewittern. Sie entstehen, wenn warme feuchte Luft nach oben steigt - zehn bis elf Kilometer hoch, bis an die sogenannte Troposphärengrenze. "Die Aufwinde sind extrem schnell", sagt Brandt. "Ein Fallschirmspringer würde von ihnen entgegen der Schwerkraft wieder nach oben getragen." Als Gegenbewegung strömt kalte Luft nach unten, die ersten Wolken bilden sich und steigen ebenfalls schnell auf. Im Inneren fangen die Abwinde an zu rotieren. "Das ist die Geburtsstunde des Tornados", sagt Brandt. Der typische "Rüssel" entsteht und senkt sich mitunter auf den Boden. "In den meisten Fällen bleibt er allerdings in der Luft hängen", erklärt der Meteorologe. Bis zu mehreren hundert Kilometern pro Stunde kann ein Tornado schnell werden. Was ihm dann im Wege steht, hat keine Chance. Tornados in Deutschland erreichen meist eine Windgeschwindigkeit um die 150 Kilometer pro Stunde.

20 bis 30 Tornados fegen jedes Jahr über Deutschland. Dass es gerade jetzt zu den extremen Wetterphänomen kommt, ist kein Zufall. Wirbelstürme, Blitze und Unwetter haben vor allem im Juli Hochsaison. "Subtropische Luftmassen aus dem Mittelmeerraum treffen dann auf kühlere Luft, die aus dem Westen kommt", sagt Brandt. "So können sich riesige Gewitterwolken entwickeln." Doch bei Tornados in Deutschland besteht dem Meteorologen zufolge selten Grund zur Sorge. "Im Vergleich zu anderen Naturkatastrophen ist hier die Wahrscheinlichkeit, durch einen Tornado verletzt oder getötet zu werden, sehr gering", sagt Brandt. Auch die Windhose in Helgoland sei noch relativ schwach gewesen. Tritt ein Tornado auf, rät der Meteorologe dazu, Schutz in einem stabilen Gebäude zu suchen und sich, wenn möglich, nicht im Freien aufzuhalten.

Ein Ende des Wetter-Chaos ist unterdessen noch nicht in Sicht: "Die Gefahr für Tornados ist noch nicht gebannt, vor allem in der Nacht auf den Donnerstag und am Wochenende könnten erneut Windhosen auftreten", sagt Brandt. Auch die kommenden Tage können noch unwetterartige Gewitter bringen. Wie ein Sprecher des DWD am Dienstag in Offenbach mitteilte, steigen die Temperaturen voraussichtlich ab Mittwoch wieder über 30 Grad. Gewitter könnten dann große Energie entwickeln. Auf die kurze Abkühlung zum Wochenbeginn folgt dann wieder ein Wochenende mit tropischen Temperaturen.

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