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Greenpeace warnt vor Chemikalien in Markenkleidung

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat 141 Kleidungsstücke von Markenherstellern untersucht. In 89 fanden sich schädliche Chemikalien, die vor allem die Umwelt belasten.

  Greenpeace-Aktivisten protestieren vor einer Zara-Filiale in Budapest. Mit der Kampagne "Detox" fordert die Umweltschutzorganisation Firmen auf, bei der Herstellung von Kleidung auf giftige Chemikalien zu verzichten.

Greenpeace-Aktivisten protestieren vor einer Zara-Filiale in Budapest. Mit der Kampagne "Detox" fordert die Umweltschutzorganisation Firmen auf, bei der Herstellung von Kleidung auf giftige Chemikalien zu verzichten.

Bei der Herstellung von Kleidung setzen führende Modemarken einer Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge giftige Chemikalien ein. Unabhängige Labore hätten in 89 von 141 untersuchten Kleidungsstücken aus 29 Ländern Nonylphenolethoxylate (NPE) gefunden, die zu giftigem Nonylphenol abgebaut würden, kritisiert Greenpeace. Für die Verbraucher geht von diesen Stoffen keine direkte Gefährdung aus. Sie belasten allerdings die Umwelt und beeinträchtigen im Tierversuch das Hormonsystem.

"Modemarken missbrauchen weltweit Flüsse als private Abwasserkanäle und verschmutzen so das Trinkwasser von Millionen Menschen", erklärte die Chemie-Expertin von Greenpeace, Christiane Huxdorff. "Von der Produktion bis zur Entsorgung schaden gefährliche Textilchemikalien Umwelt und Gesundheit." Auch wenn Textilien in China, Mexiko oder Pakistan produziert worden seien, "sind die eingesetzten Schadstoffe in unserem Blut nachweisbar".

Für die Untersuchung hatte Greenpeace Jeans, Hosen, Kleider, T-Shirts und Unterwäsche auf NPE, Weichmacher, krebserregende Amine und andere Schadstoffe untersuchen lassen. Dabei wurden Textilien zahlreicher führender Modemarken in die Labore geschickt, darunter Armani, Benetton, C&A, Calvin Klein, Diesel, Esprit, Gap, H&M, Tommy Hilfiger, Vero Moda und Zara. Weichmacher seien in hoher Konzentration in bedruckten T-Shirts von Tommy Hilfiger und Armani festgestellt worden, schreibt Greenpeace. Diese Stoffe stehen im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. In Produkten der Modemarke Zara fanden sich sowohl hormonell wirksame, als auch krebserregende Chemikalien.

Schnelllebige Massenware

Greenpeace kritisierte vor allem die Fertigung sogenannter Fast Fashion - schnelllebiger Massenware, die nicht lange getragen und dann weggeworfen wird. 2011 kauften deutsche Verbraucher der Umweltschutzorganisation zufolge knapp sechs Milliarden Kleidungsstücke. Auf dem Müll landeten jährlich eine Million Tonnen der schnelllebigen Massenware. Greenpeace forderte die Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Bereits 2011 hatten Untersuchungen von Greenpeace belegt, dass Textilchemikalien durch Fabrikabwässer im Herstellungsland und die Haushaltswäsche im Absatzland freigesetzt werden können. Einige Marktführer, darunter mehrere Sportartikelhersteller kündigten daraufhin die baldige Umstellung auf eine giftfreie Produktion an. Im Oktober veröffentlichte Greenpeace einen Test zum Einsatz von umweltschädlichen Chemikalien in wetterfesten Textilien.

In einer älteren Version des Artikels war zu lesen, dass Greenpeace in allen 141 untersuchten Kleidungsstücken Nonylphenolethoxylate gefunden hätte. Dies stimmt nicht. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

lea/AFP/AFP

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