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Was wir über den Klimawandel wissen...

...und was nicht: Ein Überblick über gesicherte Erkenntnisse zu Erderwärmung und Treibhausgasen und über weniger gesicherte.

Von Lea Wolz

  Eines ist sicher: In Zukunft wird es wärmer auf der Welt

Eines ist sicher: In Zukunft wird es wärmer auf der Welt

Die Erderwärmung lässt die Deutschen kalt: Die Angst vor der Klimakatastrophe ist nicht groß, wie eine Umfrage des stern ergeben hat. Schlecht sieht es auch bei der Bereitschaft aus, das eigene Verhalten zu ändern und mehr für den Klimaschutz tun. Nur ein Drittel der Befragten achtet vermehrt darauf, umweltbewusst zu leben.

Zu abstrakt, zu wenig greifbar erscheint vielen wohl der Klimawandel. Prognosen gibt es viele - doch sie sind häufig mit Unsicherheiten behaftet. Oder? Ein Überblick über die wichtigsten Fakten und offenen Fragen.

  Wird es wärmer, werden auch Hitzewellen und Dürren häufiger

Wird es wärmer, werden auch Hitzewellen und Dürren häufiger

Sicher ist: Es wird wärmer

Die Wissenschaft ist sich einig: Die Erde erwärmt sich und der Mensch ist dafür verantwortlich. Im 20. Jahrhundert ist die mittlere Temperatur um etwa 0,8 Grad gestiegen. Klingt wenig, doch bei der letzten Eiszeit war es im globalen Mittel nur etwa fünf Grad kälter als heute.

"Einzigartig ist zudem die Geschwindigkeit, mit der sich der Wandel vollzieht", sagt Jochem Marotzke, Klimawissenschaftler am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. "Der Übergang von der Eiszeit in die heutige Warmzeit hat 5000 Jahre gedauert, was einem Grad in tausend Jahren entspricht. Für dieses eine Grad haben wir jetzt hundert Jahre gebraucht - also ein Zehntel der damaligen Zeit."

Unsicher ist: Wie warm wird es?

Zwei Grad Celsius? Drei Grad? Vier Grad? Oder sogar mehr? Wie hoch der Temperaturanstieg letztlich sein wird, kann niemand genau vorhersagen. Aus mehreren Gründen: Zum einen müsste dafür bekannt sein, wie viel Kohlendioxid (CO2) in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in die Luft gepustet wird. Die meisten Studien, die von einer Verdoppelung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre ausgehen, deuten zwar auf eine Erwärmung um die drei Grad hin - wie sie auch im Report des Weltklimarates als wahrscheinlichstes Szenario beschrieben wird.

Zum anderen: "Wesentliche Elemente des Klimasystems verstehen wir allerdings noch nicht hinreichend", sagt Marotzke. Beispiel: Wolken. "Ihr Effekt auf das Klima ist sehr unsicher." Denn Wolken sind kompliziert: Sie sind verschiedener Gestalt, verändern sich schnell und reagieren unterschiedlich auf Strahlung und Temperatur. Daher sind sie in Klimamodelle nur schwer zu integrieren.

  Das Treibhausgas CO2 trägt maßgeblich zur menschengemachten Erderwärmung bei

Das Treibhausgas CO2 trägt maßgeblich zur menschengemachten Erderwärmung bei

Sicher ist: Treibhausgase verursachen die Erderwärmung

Zwar beeinflussen viele Faktoren das Klima, doch die momentane Erwärmung geht auf das Konto von Treibhausgasen wie Kohlendioxid. Seit der industriellen Revolution hat der Anteil von CO2 in der Luft um 35 Prozent zugenommen: von 280 ppm (parts per millionen, Teilchen pro Million Luftteilchen) im Jahr 1750 auf 379 ppm im Jahr 2005. Um die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts noch auf maximal zwei Grad begrenzen zu können, darf dieser Wert nach Einschätzung des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) auf maximal 450 ppm ansteigen.

Treibhausgase wie CO2 absorbieren Hitze, die ansonsten in den Weltraum abgegeben werden würde. Ein Teil der Strahlungsenergie kommt aufgrund dieses Effektes wieder auf die Erde zurück - der Planet erwärmt sich.

Unsicher ist: Wie stark steigen die Treibhausgasemissionen an?

Die Erderwärmung hängt mit dem Anstieg der CO2-Emissionen zusammen. Doch wie sehr diese in den kommenden Jahren zunehmen werden, ist von der Handlungsbereitschaft der Staatengemeinschaft abhängig. Selbst wenn es den Ländern gelingen würde, jeglichen weiteren Anstieg der CO2-Konzentration zu verhindern, würde die Temperatur sich noch erhöhen - um 0,6 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts. "Denn das Klimasystem reagiert träge", sagt Marotzke.

Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu begrenzen, dürfte daher nur noch schwer zu erreichen sein. "0,8 Grad Erwärmung haben wir bereits, an 0,6 Grad können wir nichts mehr ändern. Da bleibt wenig Spielraum", so der Klimawissenschaftler.

Unsicher ist: Wie beeinflusst die Erderwärmung natürliche Systeme?

Von dem CO2, das wir in die Luft abgeben, bleibt ungefähr die Hälfte in der Atmosphäre. Die andere Hälfte verteilt sich auf die Landoberfläche und die Ozeane. "Wahrscheinlich wird in einer wärmeren Welt aber auch die CO2-Aufnahmefähigkeit des Meeres und des Landes geringer", sagt Marotzke. Folge: Ein größerer Anteil des Treibhausgases verbleibt in der Luft - und bewirkt wohl noch einmal eine zusätzliche Erwärmung.

Zudem sind große Mengen an Methan, einem weitaus gefährlicheren Treibhausgas als CO2, heute noch im Permafrost eingeschlossen. Sie könnten frei werden, wenn es in der Arktis taut - und die Erderwärmung weiter anheizen. "Doch es ist absolut unklar, wie stark dieser Effekt sein wird", so Marotzke.

  Aerosole gelangen zum Beispiel bei Vulkanausbrüchen in die Luft

Aerosole gelangen zum Beispiel bei Vulkanausbrüchen in die Luft

Sicher ist: Es gibt auch Kühleffekte.

Wir stoßen so einiges in die Luft: Treibhausgase wie CO2 sorgen für eine Erwärmung. Andere kleine Partikel wirken allerdings kühlend auf das Klima: Sogenannte Aerosole wie Schwefeldioxid reflektieren das Sonnenlicht zurück in den Weltraum - und sorgen unter anderem so für einen Kühleffekt. Aerosole gelangen bei natürlichen Prozessen, etwa bei Vulkanausbrüchen, in die Atmosphäre, entstehen aber auch bei der Verbrennung von Holz, Kohle, Öl oder Gas.

So paradox es klingen mag: "Wenn sehr effiziente Luftreinhaltemaßnahmen ergriffen werden, beschleunigt das daher die Erderwärmung", sagt Marotzke. Ausnahme: Ruß. Diese Partikel absorbieren die Sonnenstrahlung - und sogar daher für eine zusätzliche Erwärmung.

Unsicher ist: Wie stark werden die Kühleffekte sein?

Zwar ist bekannt, dass Aerosole einen bremsenden Einfluss auf die Erderwärmung haben. Doch wie stark diese Effekt ist, können Wissenschaftler nicht exakt vorhersagen. So kommt auch der IPCC in seinem Bericht aus dem Jahr 2007 zu dem Schluss: Die Wirkung von CO2 lasse sich mit hoher Präzision berechnen. Der Effekt, den die Aerosole auf die Energiebilanz der Atmosphäre haben, gehe dagegen mit vielen Ungewissheiten einher.

  Opfer der in diesem Jahr in Pakistan eingetretenen Flutkatastrophe bringen sich in Sicherheiit

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Sicher ist: Der Meersspiegel wird steigen

Wasser, das warm wird, dehnt sich aus. Erwärmen sich die Meere, lässt dies daher den Meeresspiegel steigen. Auch ein Schmelzen der großen Eisvorkommen in Grönland und der Antarktis hat diesen Effekt. "Sicher ist, dass die Erderwärmung, die wir heute schon haben, den Meeresspiegel ansteigen lässt und das auf lange Zeit", sagt Marotzke. "Je nach Modell und Szenario liegt der Anstieg für dieses Jahrhundert zwischen zehn und 60 Zentimetern." Der Anstieg, den ein Abschmelzen der großen Eisschilde bewirken würde, ist dabei nicht einberechnet, da sich dieser Prozess nur schwer vorhersagen lässt.

Unsicher ist: Wie schnell wird der Meeresspiegel steigen?

Wie schnell die großen Eisvorkommen in der Antarktis und in Grönland schmelzen werden, ist eine große Unbekannte. Dauert der Prozess lange, bleibt eventuell genug Zeit zu handeln - und die Erderwärmung abzubremsen. Schmelzen sie schnell, werden sich die Küstenlinien rapide verändern. "Um zu wissen, wie schnell die Eisschilde schmelzen, müssten wir allerdings auch genau wissen, wie viel der durch den Klimawandel verfügbaren Energie dorthin gelangt", sagt Marotzke. Doch das ist ebenso unsicher wie die Größenordung des zu erwartenden Temperaturanstiegs.

  Der Klimawandel schreitet voran: Der Klimaschutz-Index zeigt, was einzelne Staaten dagegen unternehmen

Vor allem die ärmeren Länder werden unter den Folgen des Klimawandels leiden

Sicher ist: Die Erderwärmung verändert die Welt

Selbst wenn es der Menschheit gelänge, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, hätte dies Folgen. Doch die lassen sich nur grob vorhersagen: "In trockenen Regionen wird es noch trockener. Wo es feucht ist, nimmt die Feuchtigkeit zu", so Marotzke.

Unsicher ist: Was heißt das für einzelne Regionen?

Ist der milde Winter in diesem Jahr schon eine Folge des Klimawandels? Und müssen wir in Zukunft auf Schnee verzichten? Was am Klimawandel interessiert, sind vor allem die konkreten Auswirkungen auf einzelne Regionen. Doch genau diese sind schwer zu ermitteln. "Je kleiner die betrachtete Region wird, desto schwieriger ist es, einen langfristigen Trend aus dem natürlichen Rauschen zu ermitteln", sagt Marotzke. "Je genauer man hinschaut, desto unsicherer werden die Prognosen."

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