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Fröhliche Fische werden gegessen

Wer gern Fisch isst, aber bedrohte Bestände mit seinem Konsum nicht schädigen will, kann sich jetzt schnellen Rat holen. Meeresforscher aus Kiel entwickelten einen Online-Ratgeber, der Transparenz schafft und sogar per Handy vom Supermarkt aus abgefragt werden kann.

Macht der Fisch ein fröhliches Gesicht, ist sein Verzehr ökologisch unbedenklich. Dümpelt er aber mit dem Bauch nach oben, sollten Verbraucher lieber die Finger davon lassen, wenn sie auf ökologisch-nachhaltigen Fang Wert legen. So einfach sind die Regeln der neuen Entscheidungungshilfe, die die Forscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in Kiel entwickelt haben. Ob ein Fisch ökologisch korrekt gefangen wurde oder nicht, lässt sich damit künftig schnell und einfach im Internet oder mit einem Internet-fähigen Handy prüfen. Unter der Adresse www.fischimhandy.de erfährt der Verbraucher, welcher Fisch gefangen wurde, ohne den Bestand zu gefährden. Dabei unterscheiden die Biologen sogar zwischen verschiedenen Fanggebieten. Das Ergebnis können Verbraucher auf ihrem Display ablesen - dargestellt als fröhliches Fischbild oder als Fisch, der mit den Bauch nach oben schwimmt.

Wer im Eingangsmenü auf die deutsche Flagge klickt, erhält eine Liste von etwa 90 Fischen und Meeresfrüchten. Ein weiterer Klick- etwa auf "Dorsch Ostsee" - gibt eine eindeutige Warnung, basierend auf dem Fischführer der Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature). Detaillierte Empfehlungen sind für mehrere hundert Meeresfrüchte aus 17 Ländern vorhanden. Auch die vom britischen "Marine Stewardship Council" zertifizierten Bestände sind darin enthalten - ein Ökosiegel für Fische. Ein Klick aufs eingeblendete Lineal zeigt zudem die akzeptablen Mindestgrößen für ganze Fische oder Filets.

"Unsere Hoffnung ist, dass dieses Instrument eine Hilfe für jeden bietet, der sich aktiv am Meeresschutz beteiligen möchte", erklärte Fischereibiologe Rainer Froese vom IFM-Geomar. Die Forscher warnen vor der vielfach rücksichtslosen Ausbeutung der Meere: Laut der Welternährungsorganisation FAO ist ein Viertel der Bestände ernsthaft gefährdet. Die UN beklagen mangelnden politischen Willen, gegen die Bedrohung der Fischbestände vorzugehen - auch daher wollen die Kieler Forscher die Macht der Verbraucher stärken. Vor zwei Jahren hatte die Gruppe um Froese dazu bereits ein Fischlineal vorgestellt, um an der Theke die richtige Entscheidung treffen zu können.

DPA

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