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"Ein Spiel mit Leben und Tod"

Sie sind zwar nicht übergewichtig, aber sie fühlen sich so: Immer mehr junge Mädchen jagen einem überzogenen Schlankheitsideal nach - oft mit Hilfe verbotener Schlankmacher. Doch das vermeintliche Diätwunder birgt tödliche Gefahren.

Vor der steigenden Nutzung von Schlankmachern warnt die Verbraucherzentrale Hamburg. "Besonders der illegale Handel im Internet ist ein Spiel mit Leben und Tod", sagte die Leiterin der Ernährungsabteilung, Silke Schwartau. "Viele junge Mädchen nehmen Schlankmacher, obwohl sie gar nicht übergewichtig sind." Schwartau verwies dabei auf einen Prozess, der am Mittwoch vor dem Amtsgericht Hannover gegen eine 21- Jährige begonnen hat. Sie hatte einer Freundin den Schlankmacher "Dinitrophenol" aus Russland besorgt, woraufhin die 19-Jährige an den Nebenwirkungen gestorben war.  

Präparate kommen via Internetbestellung

Die Verbraucherschützerin beobachtet einen steigenden Konsum der zumeist illegalen Schlankmacher. "Das Internet hat den Schwarzmarkt vergrößert und die Berichte sind oft so verführerisch, dass viele darauf reinfallen", sagte Schwartau. Die Expertin sieht auch auf Seiten der Abnehmwilligen Anlass zur Verhaltensänderung: "Viele nehmen lieber ein Schlankheitsmittel ein, als sich auf ein Fahrrad zu setzen oder zu laufen."

Produkte wie das im aktuellen Fall verwendete "Dinitrophenol" wirken stimulierend auf den Kreislauf und zugleich appetitzügelnd. Die Beschaffungsmärkte liegen überwiegend im osteuropäischen und ostasiatischen Raum. Schwartau sieht Probleme, den zum Teil organisierten Vertreibern juristisch beizukommen. "Es handelt sich oft nur um Briefkastenfirmen, die schwer zu belangen sind". Aufgeben will sie deshalb nicht: "Man muss immer wieder warnen. Wir veröffentlichen auf unserer Internetseite regelmäßig eine Schwarze Liste von illegalen Mitteln."

DPA/DPA
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