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Spitzenforscher sollen nach Deutschland gelockt werden

In Berlin wurde wieder der höchstdotierte deutsche Forschungspreis verliehen: Sechs Spitzenforscher aus dem Ausland erhielten eine Alexander von Humboldt-Professur. Diese ist jeweils mit bis zu fünf Millionen Euro dotiert und soll Spitzenforscher nach Deutschland locken.

Berlin - Millionen für die deutsche Forschung: Sechs Spitzenforscher aus dem Ausland haben in Berlin den höchstdotierten deutschen Forschungspreis erhalten. Sie bekommen eine Alexander von Humboldt-Professur, die jeweils mit bis zu fünf Millionen Euro dotiert ist.

Die Forscher werden von deutschen Universitäten vorgeschlagen. Die Namen der Kandidaten für 2014 stehen bereits seit dem Herbst fest. Spannend bleibt immer, ob sie dem Ruf auch folgen, denn nicht jeder Spitzenforscher lässt sich auf diese Weise anwerben. Ursprünglich wurden zehn Forscher für eine Humboldt-Professur ausgewählt.

"Mit den Humboldt-Professuren haben wir ein exzellentes Instrument entwickelt, um mehr internationale Spitzenforscher für zu gewinnen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Es geht auch um ein Gegensteuern. Denn bisher wird für Deutschland eher ein "braindrain" beklagt - das Abwandern vielversprechender Wissenschaftler ins Ausland, weil dort oftmals bessere Konditionen und mehr Geld für die Forschung winken. Die Humboldt-Professur ist aber nicht an die Nationalität gebunden. Sie kann auch deutsche Forscher aus dem Ausland zurückholen.

Die neuen Preisträger haben renommierte Universitäten in den USA, Japan oder der Schweiz verlassen, um künftig in , Halle, Hannover, Osnabrück, Mainz und Stuttgart zu forschen. Anders als beim Nobelpreis können sie über ihre Millionen aber nicht frei verfügen, sondern müssen sie fünf Jahre lang in Forschung investieren. Dafür bleibt dann aber großer Spielraum - von technischer Ausstattung bis zum Aufbau eines Teams. Maximal 180 000 Euro des Preisgeldes darf sich ein Humboldt-Professor selbst als Jahresgehalt auszahlen.

Den endgültigen Berufungen der Humboldt-Professoren gehen oft lange Verhandlungen voraus. Zwei Forscherinnen und vier Wissenschaftler haben das Angebot schließlich angenommen. Stefanie Engel, bisher Professorin für Umweltökonomie an der Technischen Hochschule in Zürich, lehrt nun an der Osnabrück. Die französische Molekularbiologin Emmanuelle Charpentier nimmt nach einer Zwischenstation in Schweden eine Professur an der Medizinischen Hochschule Hannover an und arbeitet auch für das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig.

Mit Stuart Parkin geht ein führender Vertreter der Festkörperphysik aus Stanford (USA) an die Universität Halle/Wittenberg und das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle. Jairo Sinova ist ein renommierter US-Forscher im Bereich der theoretischen Physik und wechselt aus Texas an die Universität Mainz.

Der Nachrichtentechniker Giuseppe Caire, gebürtiger Italiener, verlässt Los Angeles für eine Professur an der Technischen Universität Berlin und arbeitet künftig auch für das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut. Und der japanische Festkörperforscher Hidenori Takagi wechselt aus Tokio an die Universität Stuttgart und das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung.

"Wenn Stars ihrer Disziplin von Stanford nach Halle gehen oder von Tokio nach Stuttgart, spricht hieraus nicht nur die Wertschätzung für die deutsche Forschung", sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz. Es zeige auch, dass Deutschland wie kaum ein anderes Land Freiheiten biete und Grundlagenforschung wertschätze.

Mit der Professur zeichnet die Humboldt-Stiftung seit 2009 jährlich bis zu zehn weltweit führende und im Ausland tätige Forscher aller Disziplinen aus. Die Professuren werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Scheitern die Berufungsverhandlungen, wird auch kein Preis verliehen. Das war für 2014 bei drei Forschern der Fall. Bei einem weiteren wurde die Förderung ausgesetzt, weil nach der Nominierung Vorwürfe gegen ihn laut wurden - er soll wissenschaftliche Daten manipuliert haben.

dpa

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