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Tipps für eine unbeschwerte Zeit

Weihnachtsgans zu Mittag, zwischendurch Lebkuchen und Marzipan als Gute-Nacht-Snack: Weihnachten ist Schlemmerzeit. Doch auch mit schlankeren Alternativen kann man die Festtage genießen.

Für Mediziner und Ernährungswissenschaftler ist die Weihnachtszeit keine unbeschwerte Zeit, denn die zucker- und fettreichen Mahlzeiten auf dem Speisezettel vieler Haushalte lässt ihnen oftmals die Haare zu Berge stehen. Dabei sind es nicht die Speisen an sich - gegen ein bewusstes und maßvolles Genießen von Süßigkeiten und fettreichen Speisen gebe es grundsätzlich nichts einzuwenden, betont die Ernährungswissenschaftlerin Isabell Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Was Ernährungsexperten Sorgen bereitet, ist vielmehr die tagelang betriebene Völlerei.

Insgesamt komme es auf die richtige Auswahl und Zusammensetzung der Speisen und das richtige Maß beim Essen an. Nach Ansicht der Expertin wird über die Feiertage schlichtweg zu viel und zu unüberlegt gegessen. Oft geht das ausgedehnte Mittagessen nach dem Nachtisch nahtlos in die Kaffeerunde mit Sahnetorte und Süßigkeiten über, die dann von einem opulenten Abendmahl abgelöst wird. Zudem bemängeln Fachleute, dass meist Fleisch und fettreiches Essen die Gerichte dominieren. Gemüse, Salate und Obst, die reich an Ballaststoffen sind und damit die Verdauung fördern, fristen dagegen auf vielen Speiseplänen eher ein Schattendasein.

Die Folgen der Völlerei sind unangenehm und dauerhaft

Die Folgen der Völlerei reichen von einem unangenehmen Völlegefühl über Sodbrennen und Magenschmerzen bis hin zu Verdauungs- und Schlafstörungen. Das dicke Ende kommt für viele Menschen dann aber erst auf der Waage, wenn sie am Ende der Feiertage feststellen, dass sie einige Kilogramm zugelegt haben. Um dem vorzubeugen, empfiehlt die DGE, sich den Bauch nicht im Eiltempo voll zu schlagen, sondern beim Essen bewusst zu genießen und sich dafür Zeit zu nehmen.

Denn: "Wer langsam isst, fühlt rechtzeitig, dass er satt ist", heißt es in den DGE-Weihnachtstipps. Das Sättigungsgefühl trete erst etwa 20 Minuten nach dem Verzehr einer Speise ein. Folglich lassen Schnellesser dem natürlichen Sättigungsgefühl keine Chance und merken erst viel zu spät, dass sie sich übernommen haben.

Grundsätzlich sind laut Keller fünf kleine Mahlzeiten für den Körper verträglicher als drei große. Da sich dies jedoch über Weihnachten nur schwer realisieren ließe, sei es wichtig, auf das richtige Verhältnis der einzelnen Bestandteile zu achten. So beginnt eine gesunde Ernährung laut Keller schon bei der Auswahl der Speisen. Statt des traditionellen Fleischgerichtes könne ruhig einmal Gemüse im Mittelpunkt stehen, rät sie.

Lieber Ente statt Gans

Auch Pommes Frites und Kroketten, fettreich und zudem bei unsachgemäßer Zubereitung mit Acrylamid belastet, sind aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht gerade eine Wohltat für den Körper. Als Ersatz für die Rindfleischsuppe als Vorspeise empfiehlt Keller eine Gemüsebrühe, und zwischen den Gängen durchaus auch einen Salat. Wer partout nicht auf Geflügel zu Weihnachten verzichten möchte, könne statt der fettreichen Gans auch zur bekömmlicheren Ente, zum Huhn oder Perlhuhn greifen.

Zwischen den einzelnen Hauptgängen locken zusätzlich fetthaltige Süßigkeiten zum Naschen - Schokolade, Lebkuchen, Weihnachtsgebäck oder Marzipan. Hier rät Keller zu Abwechslung durch Obst wie Äpfel, Mandarinen, Nüsse, Trockenobst oder exotische Früchte. Und wenn die Familie nach dem Kaffeetisch gut gesättigt ist, kann man laut DGE das Abendessen bedenkenlos auch einmal ausfallen lassen. Das spare nicht nur Kalorien, sondern auch Arbeit in der Küche.

Deutsche verzehren allgemein zu viel Fett

Auch der Göttinger Ernährungspsychologe Professor Volker Pudel rät von fettreichen Gerichten ab. Unabhängig von den Feiertagen liegen die Deutschen laut Pudel mit dem Verzehr von durchschnittlich 120 Gramm Fett pro Tag international im Spitzenfeld. Da Fett ein Geschmacksverstärker sei, müsse man zwar nicht ganz darauf verzichten, solle es aber nicht übertreiben.

Das Fest lebt auch vom guten Essen", betont Pudel und fügt hinzu, man solle sich mit allzu rigiden Vorsätzen nicht die Festlaune verderben. Man wird nicht dick an den fünf Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern an den 360 Tagen zwischen Neujahr und Weihnachten."

Walter Willems/AP/AP

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