Startseite

Arm, männlich, jung - sucht eine Wohnung

Fast 300.000 Menschen haben in Deutschland kein eigenes Dach über dem Kopf. Das ist ein Anstieg um 15 Prozent binnen zwei Jahren. Besonders betroffen: Hartz-IV-Empfänger und Single-Männer.

  Als wohnungslos gelten Menschen, die nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen. Viele leben bei Bekannten und Verwandten oder in Hilfseinrichtungen - oder landen in den Obdachlosigkeit

Als wohnungslos gelten Menschen, die nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen. Viele leben bei Bekannten und Verwandten oder in Hilfseinrichtungen - oder landen in den Obdachlosigkeit

Immer mehr Menschen in Deutschland haben keine Wohnung. In den Jahren 2010 bis 2012 sei ein "drastischer Anstieg" der Zahl der Wohnungslosen um 15 Prozent zu verzeichnen, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) am Donnerstag in Berlin mit. Nach ihrer Schätzung lag die Zahl der Wohnungslosen im vergangenen Jahr bei 284.000.

Ursächlich sei "das Anziehen der Mietpreise in Ballungsgebieten" bei einer gleichzeitigen "Verarmung der unteren sozialen Schichten", sagte der Geschäftsführer der BAG W, Thomas Specht. Bis zum Jahr 2016 könnte die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland nach seinen Angaben auf 380.000 anwachsen. Ein schnelles Umsteuern auf dem Wohnungsmarkt sei schwierig.

Als wohnungslos gelten Menschen, die nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen. Die meisten Wohnungslosen leben nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft bei Bekannten und Verwandten oder in Hilfseinrichtungen. Doch auch die Zahl der Menschen ohne Obdach ist den Angaben zufolge in den Jahren 2011 und 2012 um zehn Prozent auf rund 24.000 angewachsen.

Statistik für Bundesgebiet fehlt

Die Zahl der Kinder und minderjährigen Jugendlichen, die mit ihren Eltern nicht in einer eigenen Wohnung leben, schätzt die BAG W auf rund 32.000. Demnach haben zudem viele Hartz-IV-Empfänger unter 25 Jahren ihre Wohnung verloren, weil ihnen als Sanktionierungsmaßnahme die Kostenerstattung für ihre Wohnung gestrichen wurde. "Das halten wir für verfassungswidrig", sagte Specht. Bei den meisten Wohnungslosen handelt es sich nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft um alleinstehende Männer.

Die Wohnungslosenstatistik beruht auf eigenen Untersuchungen der BAG W. Die Schätzungen seien "eher konservativ", sagte Specht. Er beklagte, dass bislang nur Nordrhein-Westfalen die Zahl der Wohnungslosen systematisch erfasse. Er forderte deshalb die Einführung einer entsprechenden Statistik für das gesamte Bundesgebiet.

Abhilfe beim Problem der Wohnungslosigkeit könnte laut BAG W mehr sozialer Wohnungsbau schaffen. Dieser müsse künftig zudem auch auf Bundesebene koordiniert werden. Ferner forderte die Arbeitsgemeinschaft mehr Präventionsstellen in den Kommunen.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung sei für die vielen Wohnungslosen "mitverantwortlich", erklärte Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. "Wir brauchen endlich eine Wohnungspolitik, die Mietsteigerungen begrenzt und den sozialen Wohnungsbau fördert."

Arme Menschen leben beengt

Arme Menschen leben zudem nach Angaben des Statistischen Bundesamts oft in zu beengten Verhältnissen. Demnach wohnten im Jahr 2011 sieben Prozent der Bevölkerung in überbelegten Wohnungen. Bei armutsgefährdeten Menschen war die Überbelegungsquote mit einem Anteil von 20 Prozent fünf Mal höher als bei besser verdienenden Menschen. Als armutsgefährdet gilt, wer im Monat maximal 952 Euro zur Verfügung hat.

Überbelegt sind der zugrunde liegenden Definition nach Wohnungen ohne getrennten Gemeinschaftsraum oder Wohnungen, in denen Erwachsene beziehungsweise erwachsene Paare kein eigenes Zimmer zur Verfügung haben. Das gleiche gilt, wenn Jungen und Mädchen über zwölf Jahren sich ein Zimmer teilen müssen. Jüngere Kinder sollten demnach nur maximal zu zweit im selben Zimmer wohnen müssen.

kng/AFP/AFP

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools