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14. Oktober 2003, 19:08 Uhr

Chronik des Papsttums

Als erster Papst gilt der Apostel Petrus. Auf ihn berufen sich alle Nachfolger auf seinem Stuhl bis hin zu Johannes Paul II., der 1978 nach 450 Jahren als erster Nicht-Italiener in dieses Amt gewählt wurde.

Ein Leben für den Papst: Ein Mitglied der Schweizer Garde, mit einer Sollstärke von 120 Mann die kleinste Armee der Welt, hält Wache im Vatikan© Tony Gentile/REUTERS/E-Lance Media

Erster Bischof Roms ist der Überlieferung nach Petrus. Nach katholischem Glauben beauftragte ihn Jesus Christus (in Matthäus 16, 18) mit der Leitung der Kirche: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen". Alle folgenden Päpste gelten als Nachfolger des Apostels Petrus.

Um 100

Als eines der frühesten Zeugnisse für die Vormachtstellung Roms über andere Gemeinden gilt der erste Clemensbrief, vermutlich um 100 von Clemens I. geschrieben, der an die Gemeinde in Korinth gerichtet war.

5. Jahrhundert

Im 5. Jahrhundert gewann die Institution an Bedeutung: Leo I. (440-461) trat vehement für den Primat des Papsttums ein und verstand sich explizit als "Stellvertreter Petri". Von der weltlichen Macht in der Westhälfte des Römischen Reiches unterstützt, griff er zentralistisch in die Angelegenheiten anderer geistlicher Bistümer ein.

7. Jahrhundert

Durch ausgedehnte Besitzungen, die dem Heiligen Stuhl durch Erbschaft zufielen, stieg das Papsttum unter Gregor I. im frühen 7. Jahrhundert zu einer der führenden politischen Mächte auf und wurde vom Osten des Römischen Reiches unabhängig.

800

Karl der Große bot den Päpsten seinen Schutz an und übertrug ihnen ausgedehnte Besitzungen in Mittelitalien, aus denen später der Kirchenstaat entstand. Im Gegenzug schuf Leo III. die Grundlage für das "Heilige Römische Reich", als er Karl am 25. Dezember 800 in der Peterskirche zum Kaiser krönte.

1054

Das Morgenländische Schisma 1054 besiegelte die lange andauernde Entfremdung zwischen Ost- und Westkirche und bedeutete die endgültige Trennung von römisch-katholischer und griechisch-orthodoxer Kirche.

11. Jahrhundert

Papst Gregor VII. (1073-1085) nahm in der "gregorianischen Reform" die Legitimität der päpstlichen Vorrechte in das neue kanonische Recht auf und errichtete eine zentralisierte Bürokratie. Gleichzeitig behauptete er die kirchliche Macht im "Investiturstreit" mit Kaiser Heinrich IV. und zwang diesen 1077 zum demütigenden "Gang von Canossa"

13. Jahrhundert

Als erster Papst beanspruchte Innozenz III. (1198 bis 1216) den Titel eines "Stellvertreters Christi" für sich.

14. Jahrhundert

In den Jahren 1309 bis 1377 suchten die Päpste Exil in Avignon, wo sie unter französischem Einfluss standen. Am Ende dieser Epoche kam es zum Abendländischen "Schisma", in dessen Verlauf zwei oder drei Päpste gleichzeitig den Anspruch erhoben, legitimes Kirchenoberhaupt zu sein.

16. Jahrhundert

Martin Luthers massive Kritik am Papsttum führte im 16. Jahrhundert zur Reformation und damit zum Ende der universalen Geltung der Päpste in Westeuropa.

19. Jahrhundert

Unter Papst Pius IX. (1846-1878) legte das 1. Vatikanische Konzil 1870 den Rechtsprechungsprimat des Papstes über die Gesamtkirche fest, ebenso dessen Unfehlbarkeit in Fragen des Dogmas. Die Bestrebungen der Italiener nach nationaler Einheit zwischen 1860 und 1870 führten zur Eingliederung des Kirchenstaates und der Stadt Rom in den neu gegründeten italienischen Nationalstaat. Aus Protest gegen den Verlust Roms zog sich Pius IX. aus der Stadt zurück und wurde freiwillig zum "Gefangenen des Vatikans", des kleinen Areals von rund 40 Hektar rund um den Petersdom. Die "römische Frage" wurde 1929 durch ein Konkordat mit dem italienischen Staat unter dem Faschistenführer Benito Mussolini geregelt; im "Lateranvertrag" wurde die Souveränität des neuen Staates "Vatikanstadt" mit dem Papst als Staatsoberhaupt garantiert.

1939 - 1958

Während der Nationalsozialismus schwieg Papst Pius XII. (1939-1958) gegenüber dem Faschismus und vor allem der Judenverfolgung, wofür er bis heute heftig kritisiert wird.

1958 - 1963

Durch seine liberale Kirchenpolitik trug sein Nachfolger Papst Johannes XXIII. (1958-1963) zum weltweiten Ansehen des Papsttums bei. Er nahm eine versöhnliche Haltung gegenüber den protestantischen Kirchen und der Ostkirche ein und war darüber hinaus bestrebt, eine weniger autoritäre und mehr Mitsprache bietende Kirchenführung zu fördern.

1978-2005

Mit dem aus Polen stammenden Papst Johannes Paul II. wurde 1978 zum ersten Mal seit 450 Jahren wieder ein Nicht-Italiener in dieses Amt gewählt.

 
 
 
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