16. April 2012, 16:55 Uhr

Berlusconi ließ die Nonnen strippen

Auf den Partys des italienischen Ex-Premiers ging es wohl hoch her: Als Nonnen verkleidete Frauen sollen laut einer Zeugin für Silvio Berlusconi gestrippt haben. Eine von ihnen ist heute politisch aktiv.

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Das Model Imane Fadil berichtete im Prozess gegen Italiens früheren Premier Silvio Berlusconi von pikanten Party-Details©

Im Prozess gegen Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi hat eine Zeugin ausschweifende Partys in dessen Villa Arcore bei Mailand beschrieben. Das Model Imane Fadil sagte am Montag vor Gericht aus, Berlusconi habe ihr beim ersten Mal, als sie auf eine der sogenannten Bunga-Bunga-Partys in seine Villa kam, 2000 Euro in Bar gegeben und gesagt, sie solle "nicht beleidigt" sein. An diesem Abend hätten zwei Frauen im Nonnenkostüm mit "schwarzen Tuniken, weißen Schleiern und Kreuzen" vor dem konservativen Politiker gestrippt.

Nach Angaben Fadils war eine der Frauen Berlusconis ehemalige Zahnpflegerin Nicole Minetti, die heute für dessen Partei im lombardischen Regionalparlament sitzt. Minetti und andere Frauen seien die Nacht in der Villa geblieben, nachdem ihnen offenbar Geld für Sex angeboten worden sei. Sie habe gehört, dass zwei der Frauen Sex gegen Geld mit Berlusconi hatten.

Berlusconi wird vorgeworfen, im Jahr 2010 mit der zur Tatzeit minderjährigen Prostituierten Karima al Mahrough alias Ruby Rubacuore Sex gehabt zu haben. Später soll der Regierungschef sein Amt missbraucht haben, um die wegen Diebstahls festgenommene Marokkanerin freizubekommen. Sowohl Berlusconi als auch die Tänzerin wiesen die Vorwürfe zurück. Im Falle einer Verurteilung drohen Berlusconi, der im November als Regierungschef zurückgetreten war, drei Jahre Haft.

Polizei nimmt Journalisten fest

Unterdessen hat die Polizei im Zusammenhang mit dem Sex- und Korruptionsskandal auch einen Journalisten verhaftet. Die Beamten nahmen Valter Lavitola am Montag auf dem römischen Flughafen Leonardo da Vinci fest, wie die Agentur Ansa meldete.

Dem Journalisten wird vorgeworfen, Zahlungen zwischen Berlusconi und dem Unternehmer Gianpaolo Tarantini aus Bari überbracht zu haben. Tarantini soll Prostituierte für die Feste Berlusconis organisiert haben. Der Unternehmer wurde verdächtigt, er habe Berlusconi für sein Schweigen erpressen wollen.

mlr/AFP/DPA
 
 
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