Wie man andere richtig anpustet

19. September 2013, 17:35 Uhr

Wer anderen Zigarettenqualm ins Gesicht bläst, begeht Körperverletzung. So urteilt ein Erfurter Gericht. Sechs Faustregeln für jeden, der unbeirrt an diesem Sozialverhalten festhalten will. Von Niels Kruse

Ein Mann bläst einer Frau Zigarettenqualm ins Gesicht. Sie bewirft ihn daraufhin mit einem Bierglas. Wer wird bestraft? Der Typ. Denn, so das Urteil eines Erfurter Gerichts: "Rauch ins Gesicht pusten ist Körperverletzung." Zugegeben, der Kerl schien insgesamt reichlich unverschämt gewesen zu sein, so gesehen hat es vielleicht nicht einmal den Falschen getroffen. Aber ihn deshalb gleich wegen Körperverletzung verurteilen?

Die Sache mit dem Anrauchen anderer Leute zählt ohnehin zu den fortgeschrittenen Formen der zwischenmenschlichen Kommunikation. Sie verhält sich ähnlich wie der Einsatz bestimmter Gifte: Je nach Anlass, Dosierung und Situation kann die Anwendung sinnvoll sein oder eben nicht. Wer trotz der jetzt verhängten Strafe weiterhin nicht auf dieses Sozialverhalten verzichten will, sollte folgende Faustregeln beachten:

Verschieden-geschlechtliche Anpustungen = Sex

Fall a) Mann bläst Frau an
"Rauchen Sie ihr ins Gesicht, und sie wird Ihnen überall hin folgen", steht auf diesem Werbeplakat von 1969. Angesichts von Emanzipation, Gleichberechtigung und Erfurter Gerichtsurteilen eine eher riskante Variante.

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Fall b) Frau bläst Mann an
Eine relativ sichere Nummer für beide Seiten.

Fall c) Es sind Drogen im Spiel

Die ganz sichere Nummer. Für diesen Fall sollte mann Zeit mitbringen.

Fall d) Irgendjemand bläst eine Frau an

Die politische Variante. Denn wenn das Anrauchen zur reinen Provokation wird, ist Vorsicht geboten. Bereits 1960 trainierten schwarze Bürgerrechtsaktivsten, wie man in diesem Fall die Ruhe bewahrt. Das leitet über zu einer weiteren Bedeutung des Anderen-ins-Gesicht-Pustens: die Qualm-gewordene Anmache: Ey, willst Du was?

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Gleichgeschlechtliches Anpustungen = Stress

In diesem Fall sind schon wieder Drogen im Spiel. Wie auf dieser Gedenkveranstaltung an das Tlatelolco-Platz-Massaker, bei dem 1968 unzählige Menschen ums Leben kamen. Wie die Konfrontation ausgegangen ist, ist leider unklar.

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Klassischerweise aber passiert dies:

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