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19. Januar 2007, 07:12 Uhr

"Fahrplanmäßiger Verkehr ausgeschlossen"

Sturm "Kyrill" ist zwar weitgehend abgezogen, doch Bahnreisende werden auch am Tag danach noch die Auswirkungen spüren. Ein fahrplanmäßiger Verkehr sei sowohl im Nah- wie Fernverkehr völlig ausgeschlossen, heißt es bei der Bahn. Ähnliches gilt für den Flugverkehr.

Überall in Deutschland wird auch am Tag nach dem Sturm der Bahnverkehr beeinträchtigt sein© Michael Gottschalk/ddp

Der Zugverkehr ist nach der bundesweiten Einstellung wegen des Orkans "Kyrill" am Freitag nur zögerlich wieder angelaufen. Besonders in Süd- und Südostdeutschland muss weiter mit erheblichen Störungen gerechnet worden, teilte die Bahn am Morgen in Berlin mit. Der Nahverkehr sei vielerorts wieder aufgenommen worden, teils fahren die Züge aber mit gedrosselter Geschwindigkeit. Vermehrt fahren den Angaben zufolge auch wieder Fernzüge, darunter auf den Strecken von Frankfurt/Main nach Köln, Kassel und Karlsruhe/Basel, zwischen Hamburg und Berlin, sowie auf den Strecken München- Stuttgart, Köln-Aachen-Brüssel oder Hamburg-Hannover.

Der Konzern rief Fahrgäste auf, sich frühzeitig über die aktuelle Lage zu informieren. Dafür wurde eine kostenlose Telefon-Hotline unter der Nummer 0 8000 99 66 33 eingerichtet. Wegen des verringerten Tempos vieler Züge müssen sich Reisende auf längere Fahrtzeiten und Verspätungen einstellen. Der neue Berliner Hauptbahnhof bleibt nach dem Absturz eines tonnenschweren Stahlträgers aus der Glasfassade vorerst gesperrt. Die Bahn bat Fernreisende, die Berliner Bahnhöfe Spandau und Gesundbrunnen zu nutzen.

Übernachten auf dem Bahnhof

Die Bahn hatte am frühen Donnerstagabend wegen des Orkans bundesweit den Zugverkehr weitgehend eingestellt. Zehntausende Reisende saßen auf den Fernbahnhöfen in Deutschland fest. Auf Bahnhöfen würden Decken und Tee bereitgestellt und Notunterkünfte aufgemacht. Die Passagiere wurden mit Bussen oder Taxis weiterbefördert, in Hotels untergebracht oder übernachteten in Zügen und Bahnhöfen. Auch der Güterverkehr lag still. Die Schadenshöhe sei noch nicht absehbar.

Die auf Hochtouren laufenden Reparatur- und Aufräumarbeiten sollen voraussichtlich den ganzen Tag dauern, an manchen Orten sogar noch länger. Die Höhe des Schadens ist vorerst nicht einzuschätzen, hieß es. In der Nacht hatten Zehntausende auf den Bahnhöfen festgesessen, weil die Deutsche Bahn erstmals in ihrer Geschichte zeitweise ihren Betrieb komplett eingestellt hatte.

Luftverkehr hat sich normalisiert

Der Luftverkehr in Deutschland hat sich wieder normalisiert. Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt berichtete am Morgen, Flüge seien wieder uneingeschränkt möglich. Auch die Lufthansa erklärte, der Flugplan könne jetzt wieder bis auf wenige Ausnahmen eingehalten werden.

Die größte deutsche Airline Lufthansa hatte europaweit 331 Flüge gestrichen, davon waren 18.900 Passagiere betroffen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Fluggäste seien umgebucht worden, vereinzelt habe es unplanmäßige Hotelübernachtungen gegeben. Schäden an den Flugzeugen gab es nicht.

Am Freitag sollten nur noch vereinzelt Flüge ausfallen - zum Beispiel wenn der Hinflug gestrichen worden war und der Rückflug mangels Maschine dann ebenfalls nicht stattfinden konnte. "Flugzeuge, die gestern nicht hereinkamen, können heute nicht rausgehen", sagte ein Flughafensprecher in München.

Reuters/DPA/AP/stern.de
 
 
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