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8. März 2011, 17:30 Uhr

Behörden ermitteln gegen die Bahn

Im Fall der Zweijährigen, die in Brandenburg fast eine Stunde allein im Zug fuhr, hat sich nun die Justiz eingeschaltet. "Entziehung einer Minderjährigen" lautet der Vorwurf - die Mutter hat jetzt Anzeige erstattet.

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© Arno Burgi/DPA

Die fast einstündige Zugfahrt einer Zweijährigen ohne ihre Mutter beschäftigt die Justiz. Die Behörden ermitteln wegen des Vorwurfs "Entziehung einer Minderjährigen", wie Oberstaatsanwalt Jürgen Schiermeyer am Dienstag in Neuruppin sagte. Die Mutter habe Anzeige erstattet. Bahnmitarbeiter und die Mutter sollen demnächst befragt werden. Am Mittwoch will die Mutter live im RTL-Magazin "stern TV" vom "schlimmsten Moment ihres Lebens" erzählen.

Der Vorfall in Pritzwalk in Brandenburg hatte am Wochenende für Aufsehen gesorgt: Beim Aussteigen aus dem Regionalexpress hatten sich am Freitag die Waggontüren geschlossen, bevor die Frau ihr Töchterchen aus dem Zug heben konnte. Ein Bahnmitarbeiter, an den sie sich panisch wandte, habe den Zug aber nicht stoppen wollen, berichtete die Frau. Helfer in der Not war die Polizei. Die Mutter wurde zum Bahnhof nach Neuruppin gefahren, wo sie die Kleine wieder in den Arm nehmen konnte.

Die Bahn will den Vorfall zügig aufklären. Nach Angaben eines Sprechers werden bereits Mitarbeiter befragt. Bahnchef Rüdiger Grube habe die Mutter telefonisch kontaktiert, um sich zu entschuldigen. Die "Berliner Morgenpost" vom Dienstag schrieb: Grube habe in einem ungünstigen Moment angerufen und einen späteren Anruf zugesagt. Es sei aber nur noch eine SMS mit dem Versprechen gekommen, den Fall aufzuklären.

ins/DPA
 
 
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