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1. Oktober 2008, 11:38 Uhr

Kusch hilft Seniorin bei Selbstmord

Roger Kusch hat offenbar erneut Sterbehilfe geleistet. Der frühere Hamburger Justizsenator teilte mit, er habe eine 84-jährige Rentnerin bei ihrem Selbstmord unterstützt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt nun.

Der frühere Justizminister von Hamburg, Roger Kusch© Joerg Sarbach/AP

Der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat nach eigenen Angaben erneut eine lebensmüde Frau beim Selbstmord unterstützt. Die 84-jährige Rentnerin sei am Dienstag in ihrer Wohnung in Hamburg "eigenverantwortlich" aus dem Leben geschieden, teilte der umstrittene Ex-CDU-Politiker mit. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen eingeleitet, um die Umstände des Todes zu überprüfen. "Es gibt ein Todesermittlungsverfahren", sagte Behördensprecher Wilhelm Möllers am Mittwoch. Rechtsmediziner sollen die Leiche obduzieren. Im Juni hatte Kusch nach eigener Aussage einer 79 Jahre alten Frau aus Würzburg Sterbehilfe geleistet und damit eine Welle der Empörung ausgelöst.

Kusch zeigt auf seiner Homepage Interviews mit der Frau. Bei den beiden Gesprächen, die Kusch zufolge im September auf Video aufgezeichnet wurden, wirkt sie rege und energisch. Sie betont aber, sie wolle selbst bestimmen, wann sie sterbe. Nach einem Schlaganfall im August fühle sie sich "wirklich uralt". Seit 1994 lebte sie den Angaben zufolge in einem Altenwohnheim in Hamburg.

In Deutschland ist aktive Sterbehilfe verboten. Manche Sterbewillige fahren deshalb in die Schweiz, um sich etwa beim Verein Dignitas beim Sterben helfen zu lassen.

Kusch hatte im Juni angegeben, die Rentnerin aus Würzburg sei nicht schwer krank gewesen, habe aber Angst vor einem Leben im Pflegeheim gehabt. Sie habe ein Malaria-Medikament und ein Beruhigungsmittel eingenommen. Die Ermittlungsbehörde stufte den Tod der Frau aus Würzburg nach deren Obduktion als normalen Suizid ohne Fremdbeteiligung ein.

"Die Politik ist aufgefordert, dem menschenverachtenden Treiben von Herrn Kusch endlich ein Ende zu setzen", sagte der Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Zurzeit führt Herr Kusch die Politik an einem Nasenring durch die Manege." Die "geschäftsmäßige Suizidbeihilfe" müsse endlich unter Strafe gestellt werden, forderte Brysch.

Der Bundesrat hatte sich im Juli nicht auf eine Strafrechtsvorschrift gegen organisierte Sterbehilfe einigen können. Eine Initiative für einen neuen Straftatbestand gegen die Gründung von Vereinen, die Unterstützung bei einer Selbsttötung versprechen, war auf die Zeit nach der Sommerpause vertagt worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
RenneR_01 (01.10.2008, 15:13 Uhr)
Gut, dass wir "heute" leben.....
.... und die Todesstrafe abgeschafft ist. Denn ansonsten denke ich, dass jemand mit anscheinenden Veranlagungen wie Herr Kusch - sprich, dass EINEM EINER ABGEHT, wenn man einen Menschen un- oder mittelbar von Leben in den Tod befördert - Strafrichter geworden, um möglichst viele Todesurteile zu treffen. Etwas profanes wie selber Henker zu werden, käme "denen" wohl nicht in den Sinn.
_____________________________________
Sein wir froh, dass Herr Kusch kein Arzt ist, sonst könnte er seinem Tun bzw. seinem Fetisch unter Umständen heimlich und wesentlich zahlreicher nahgehen.
sportartmakler (01.10.2008, 15:09 Uhr)
mir ist die rolle von kusch,
ob er nun einen neuen wirtschaftszweig damit eröffnen möchte oder nicht völlig wurscht. seinen persönlichen antrieb bei seite gelassen, bricht er wenigstens ein gesellschaftliches tabu, oder sollte ich sagen ein christliches tabu, welches schon lange eine selbstbestimmung beim letzten weg kriminalisiert.
STR_EDDS (01.10.2008, 14:43 Uhr)
...
Wenn ein Mensch das unabwendbare Bedürfnis hat, seinem (unwürdigen) Leben ein Ende zu bereiten. Wenn er zudem nicht die Kraft oder den Mut hat, dies selbst zu erledigen. Wo liegt dann bitte das Problem? Christliche Faschisten sehen das von natur aus anders. Klar. Aber warum regt ihr Euch so auf? Wegen den 8.000 Euro? Die kann die gute Mutter nicht mit ins Grab nehmen. Und als Erbschaft ist das Geld sowieso verseucht ("hat ja schliesslich kein Erbe dafür gearbeitet" - alles hier im Forum schon mal gelesen). Hier reden Leute vom Gebrechen im Alter und hüpfen selbst noch munter in der Gegend rum. Ich hätte vor Jahren ähnlich argumentiert. Aber nach langer Pflege und Begleitung eines alten Herren, der mehr oder weniger vor sich hinsichte, sehe ich viele Dinge aus einer neuen Perspektive.
.
Die Frage ist: sind die Vorredner generell gegen Sterbehilfe oder nur gegen die Personalie Kusch?
Beco12 (01.10.2008, 14:39 Uhr)
Nicht schlimmer als jede Intensivmedizin
Was diese ganze Aufregung hier soll versteh ich nicht. Wenn ich gegen meinen Willen für Zehntausende von Euro am Leben? erhalten werde, dann ist das in Deutschland offensichtlich o.k.. Nur logisch, daß dann solche Personen auftauchen und den Leuten helfen, die eigenverantwortlich ihr Leben beenden wollen.
Sternchen2020 (01.10.2008, 13:10 Uhr)
das Allerletzte
8000 Euro nimmt er für die Fahrt in den Tod, steht auf seiner Webseite. Jeder der falsch parkt, bekommt eine Strafe, solche abnormen Typen aber dürfen in der BRD frei herumlaufen. Warum tut niemand etwas? Oder macht wirtschaftliche Effekt auch vor dem Tod nicht halt? Rente gespart, Pflegekosten gespart etc. Ich finde das Ganze derart menschenverachtend, abnorm, pervers und katastrophal, dass mir vor meinen Mitmenschen Angst und Bange wird.
Maria1000 (01.10.2008, 13:05 Uhr)
Herr Kusch leidet an einer Extremform der Profilierungsneurose!
Hoffentlich war s diesmal ein "ernsterer" Grund für den Sterbewunsch als nur die lächerliche Angst vor dem Alters-/Pflegeheim!
Unglaublich, will Herr Kusch nun allen z.B. Depressiven und sonstwie seelisch Kranken(!!!) zum Tode verhelfen!??
mutti1 (01.10.2008, 12:47 Uhr)
auwaaaa
absolut ekelhaft, so kann man also populär werden, sicher hat er besonders wert auf ihren reichtum u. die bezahlung für diesen ,art mord, gelegt,
kann man einem menschen in dem alter nicht mehr freude schenken am leben, als ihn in den tod zu bringen?
würde ich damit tingeln gehen, mit einer karte-ich bringe sie mit um die ecke- käme polizei u. staatsanwalt auf mich zu und eventuell in die klappse...
frechheit, es gibt so viel leid, würde er auch human mit armen verdreckten leuten umgehen? nein, es soll ein neues geschäft werden.
TheHonk (01.10.2008, 12:36 Uhr)
ich glaub ich sollte
..mal diesem kusch auch mal sterbehilfe leisten.. ob er will oder nicht !
arniston (01.10.2008, 12:28 Uhr)
armer teufel,
der herr hat wohl zu lange bei der
mutter gewohnt

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