. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
24. Oktober 2008, 16:35 Uhr

Polizei ermittelt gegen Schaffnerin

Die Bundespolizei ermittelt jetzt gegen die Zugbegleiterin, die ein zwölf Jahre altes Mädchen bei Dunkelheit aus einem Zug geworfen hatte, weil das Kind seine Fahrkarte vergessen hatte. Die Deutsche Bahn hat sich mittlerweile bei der Familie für den Vorfall entschuldigt.

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn hatte eine Zwölfjährige aus einem Zug geworfen, weil sie die Fahrkarte vergessen hatte© Federico Gambarini/DPA

Die Bundespolizei ermittelt gegen die Schaffnerin, die eine Zwölfjährige in Mecklenburg-Vorpommern bei anbrechender Dunkelheit aus einem Zug geworfen hat. "Wir prüfen im Auftrag der Staatsanwaltschaft, ob eine strafrechtlich relevante Verfehlung vorliegt", sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Ob der Vorfall die Zugbegleiterin den Job kostet, war noch unklar. Der Frau tue das Ganze unendlich leid, erklärte die Bahn AG, die sich unterdessen mit der Familie aussöhnte: Sie entschuldigte sich mit Fahrkarten und Blumen.

Montagabend war das Mädchen auf dem Weg von Bad Doberan zur Musikschule in Rostock unterwegs gewesen. Weil sie keine Fahrkarte und kein Geld hatte, verwies die Schaffnerin die Minderjährige des Zuges - obwohl Mitreisende für 2,90 Euro eine Karte nachlösen wollten. Mit seinem schweren Cello auf dem Rücken musste das Mädchen fünf Kilometer vom Bahnhof Parkentin nach Hause laufen. Das Mädchen habe das von der Mutter bereitgelegte Geld vergessen, sagte die Urgroßmutter Irmgard Kummer dem "Hamburger Abendblatt".

Als die Schülerin am Bahnhof ausgesetzt worden war, habe sie versucht, ihre Eltern und ihre Uroma anzurufen, aber niemanden erreicht. Dann sei sie zu Fuß gegangen - gut eine Stunde. "Sie hat kein Fahrzeug angehalten, schließlich hat ihre Mutter ihr immer gesagt, sie dürfe nicht in fremde Autos einsteigen", sagte Kummer dem Blatt.

Die Zugbegleiterin, die nach dem Vorfall vom Dienst suspendiert worden war, wurde am Freitag von der Bahn ausführlich zu ihrem Verhalten befragt. Die langjährige Mitarbeiterin habe beteuert, den Vorfall am liebsten rückgängig machen zu wollen, sagte ein Sprecher. Zu möglichen arbeitsrechtlichen Konsequenzen sei noch keine Entscheidung gefallen. Man warte nun zunächst die Untersuchungen der Justiz ab.

Die Bahn entschuldigte sich nach eigenen Angaben für das Fehlverhalten ihrer Mitarbeiterin bei dem Mädchen und dessen Eltern mit einem Blumenstrauß und mehreren Fahrkarten. Diese Tickets gingen deutlich über das zunächst angedachte Länder-Ticket im Wert von 25 Euro hinaus und seien auf die Familie zugeschnitten, sagte ein Sprecher. Die Familie habe die Entschuldigung angenommen. Den Bahn-Bestimmungen zufolge dürfen Minderjährige nicht einfach wegen Schwarzfahrens aus dem Zug gesetzt werden. Die Zugbegleiterin hätte das Mädchen der Bundespolizei übergeben müssen.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Fox59Fire (25.10.2008, 21:29 Uhr)
Unentschuldbares Verhalten der Schaffnerin!
Das unentschuldbare Verhalten der Schaffnerin ist als grob fahrlässig zu bezeichnen. Sie nahm durch die gesetzeswidrige Entfernung der minderjährigen Reisenden aus dem Zug eine unverhältnismäßig hohe Gefährdung derselben billigend in kauf. Die Rechtsprechung sieht in vergleichbaren Fällen mindestens eine Abmahnung, in besonders schweren Fällen, zu denen ich den Fall des zwölfjährigen Mädchens zähle, durchaus auch eine fristlose Kündigung sowie einen Zivilprozess wegen bewusster und grob fahrlässiger Gefährdung vor. Würde es sich um meine Tochter gehandelt haben, wären die Schaffnerin und deren Arbeitgeber mit eine Entschuldigung, ein paar Tickets und Blumen allein nicht davon gekommen!
explorer (25.10.2008, 10:17 Uhr)
Bundespolizei?
"Die Zugbegleiterin hätte das Mädchen der Bundespolizei übergeben müssen."
Falsch: Die Zugebgleiterin hätte das Kind ermahnen und dann ohne wenn und aber mitfahren lassen müssen. Was um Himmels Willen soll denn da die Bundespolizei?
Palatine (25.10.2008, 08:44 Uhr)
wie rührend
Es tut ihr leid, na sowas. Da sie keinerlei Mitleid beim Rauswerfen gezeigt hat, denke ich mal, es tut ihr vor allem leid, dass sie nun am Pranger steht.
mister-mister (25.10.2008, 07:10 Uhr)
Ganz einfach...................
.......steck einen Kleingeist (m/w) in eine Uniform und er dreht ab. Gilt durchaus auch für andere BürgerInnen in Uniform.
Schmeisst sie raus.
jomimo (25.10.2008, 00:21 Uhr)
Die Zugbegleiterin
hatte vielleicht schon so oft Kontakt mit Gesocks, dass sie nicht mehr unterscheiden konnte, ob dieses Mädchen in Not war oder nur einer von vielen Fakes.
Ich fahre garnicht Bahn, finde den Bericht (bzw. seinen Inhalt) empörend und bezweiflige den Wahrheitsgehalt.
jomimo (25.10.2008, 00:07 Uhr)
@ lazarus
danke, Du siehst das noch halbweges normal - nicht auszudenken, ich könnte die Betreffende sein und nun nichts als Gülle über mein Haupt, obwohl ich dachte, mein Handeln sei ok gewesen.
lazarus06 (24.10.2008, 21:26 Uhr)
Jawoll..das ist Deutschland
Gib einem Kleingeist das Gefühl von Macht. Jedliches Gespür für die Situatiomn verloren aber ich bin Sicher es wurde " NUR AUF ANWEISUNG GEHANDELT " Die Entschuldigung der Bahn ist einen Kericht wert.
Clibanarius (24.10.2008, 18:43 Uhr)
Man sollten nicht...
...von sich selbst auf andere schliessen.
atticus (24.10.2008, 17:50 Uhr)
Mein Gott,
geht dieses Rührstück denn nie zu Ende? Die Frau hat nen Fehler gemacht und Punkt. Da gibts ne Abmahnung und gut is. Diese ganze Pseudoentrüsterei. Natürlich hätte jeder der Kommentatoren hier und in den Zillionen anderen Artikeln zu dem Thema völlig anders gehandelt. Ohne die wäre Adolf nie an die Macht gekommen, die Mauer nie gebaut worden und Helmut Kohl immer noch Kanzler. Alles Helden.
dimmelmann (24.10.2008, 17:43 Uhr)
dazu
fällt einem nichts mehr ein!!!
Ich lade die Dame gern mal ein, auf meiner Strecke mitzufahren, dann zeige ich ihr mal ein paar Herrschaften, die es verdient hätten, auf offener Strecke aus dem Zug geworfen zu werden...aber so ein kleines Mädchen kann sich ja nicht wehren, da kann mal die Autorität ausspielen!! Unfassbar!
MEHR ZUM ARTIKEL
Deutsche Bahn Zugbegleiterin setzt Mädchen im Dunkeln aus

Eine Bahnmitarbeiterin hat ein zwölfjähriges Mädchen bei Einbruch der Dunkelheit wegen angeblichen Schwarzfahrens aus einem Zug geworfen. Obwohl andere Fahrgäste angeboten hatten, die Karte zu zahlen, musste das Mädchen in Parkentin bei Rostock aussteigen. Es war mit seinem Cello zur Musikschule unterwegs gewesen. mehr...

Überprüfungen Bahn legt fast 70 ICEs still

Chaos bei der Bahn: Das Unternehmen zieht von Samstag an fast 70 ICEs mit Neigetechnik aus dem Verkehr. Die Bahn begründet den Schritt damit, dass die Hersteller der Züge keine Garantien für die Achsen geben wollen. Bereits die ganze Woche über war es zu Ausfällen gekommen, weil das Unternehmen die Züge überprüft hatte. Damit ist auch weiterhin zu rechnen. mehr...

ICE-Überprüfungen Bei der Bahn fallen viele Züge aus

Bahnreisende sollten dieser Tage viel Geduld mitbringen: Da das Unternehmen seine ICE3- und ICE-T-Züge kontrollieren muss, häufen sich Verspätungen und Zugausfälle. Besonders betroffen ist die Strecke von Köln Richtung Frankfurt am Main. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe