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Eine Million für Gaddafis Kopf

Ein Geschäftsmann hat eine Million Euro für die Ergreifung Gaddafis ausgesetzt. Die im Rixos-Hotel gefangenen Journalisten sind wieder frei. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

+++ 20.38 Uhr: Italienische Journalisten entführt +++

Vier italienische Journalisten sind entführt worden. Das teilte das römische Außenministerium am Abend in Rom mit. Nach den ersten Angaben handelt es sich um zwei Journalisten des "Corriere della Sera" sowie um je einen Vertreter der katholischen Zeitung "Avvenire" und von "La Stampa". Der regionale italienische Journalistenverband von Latium bestätigte die Entführung. Getreue von Diktator Muammar al-Gaddafi hätten die Journalisten auf dem Weg nach Tripolis angehalten und den Fahrer erschossen. Das habe einer der Entführten per Telefon mitgeteilt.

+++ 19.18 Uhr: Sarkozy kündigt Libyen-Konferenz an +++

Eine große Libyen-Aufbaukonferenz ist vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy am Mittwoch für den 1. September in Paris angekündigt worden. "In voller Übereinstimmung mit dem britischen Regierungschef David Cameron haben wir beschlossen, eine große internationale Konferenz zugunsten des freien Libyens von morgen einzuberufen - um zu zeigen, dass wir uns nun mit der Zukunft befassen", sagte Sarkozy nach einer Unterredung mit Rebellenchef Mahmud Dschibril im Élyseepalast.

Dabei solle es vor allem darum gehen, die eingefrorenen Gelder der Gaddafi-Familie, die auf ausländischen Konten liegen, für den Wiederaufbau zugänglich zu machen. "Wir brauchen gar nicht viel Geld zu mobilisieren. Die Mittel aus den Kassen des Gaddafi-Clans sollten für das Volk zur Verfügung stehen", sagte Sarkozy.

+++ 18.43 Uhr: USA besorgt über Raketenwerfer und Senfgasvorräte +++

Angesichts der andauernden Kämpfe hat die US-Regierung versichert, dass alle derzeit in dem Land vorhandenen Massenvernichtungswaffen "gesichert" seien. Dies betrifft nach Angaben eines Pentagon-Sprechers vom Mittwoch insbesondere auch Senfgasvorräte der Regierung von Machthaber Muammar al Gaddafi in einer Größenordnung von mehr als zehn Tonnen. Sorgen bereite dem US-Verteidigungsministerium allerdings ein Standort mit hunderten Raketenwerfern, sagte der Sprecher. Die USA würden alle Waffen auch weiter überwachen, könnten aber keine Bodentruppen zu ihrer Sicherung einsetzen.

Bereits am Dienstag hatte das Pentagon versichert, Gaddafis Giftgasvorräte weiterhin genau zu beobachten. Demnach werden Chemiewaffenstandorte mit Satelliten überwacht, unter anderem auch die Senfgasvorräte in Rabta etwa 100 Kilometer südlich von Tripolis sowie in al Dschufra südlich von Sirte. Libyen war im Jahr 2004 der UN-Organisation für das Verbot von Chemiewaffen beigetreten, besitzt aber noch immer 11,25 Tonnen Senfgas. Der Organisation zufolge wurde die Munition zur Verbreitung des Gases aber bereits zerstört.

+++ 17:04 Uhr: Botschafter erkennen Rebellen an +++

Angesichts der weitgehenden Eroberung von Tripolis durch die libyschen Rebellen sagen sich immer mehr Botschafter von Ex-Machthaber Gaddafi los. Diplomaten in Argentinien, Bosnien, Mexiko, den Philippinen und Simbabwe quittierten ihren Dienst für Gaddafi und versicherten, den Nationalen Übergangsrat der Rebellen anzuerkennen. In einigen Hauptstädten wie Mexiko-Stadt, Manila und Buenos Aires wurde die grün-schwarz-rote Flagge der Rebellen gehisst.

+++ 16:58 Uhr: Journalisten wieder frei +++

Die im Luxushotel Rixos von Gaddafi-treuen Soldaten als Geisel gefangenen ausländischen Journalisten sind wieder frei. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 16:15 Uhr: Gaddafi hat nichts mehr zu sagen +++

Laut des libyschen Außenministers verfügt al Gaddafi über keinen Einfluss im Land mehr. Abdul Ati al Obeidi sagte dem britischen Rundfunksender Channel 4, er stehe nicht mehr mit anderen Regierungsvertretern in Kontakt.

+++ 15:49 Uhr: Amnestie für Tötung Gaddafis +++

Die Rebellen bieten denjenigen aus dem Umfeld Gaddafis, die den langjährigen Machthaber gefangen nehmen oder töten, Amnestie an. Außerdem habe ein Geschäftsmann aus Benghasi eine Belohung von umgerechnet etwas mehr als einer Million Euro für die Ergreifung Gaddafis ausgesetzt, sagt der Chef des Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdel Dschalil, vor Journalisten.

+++ 15:25 Uhr: Rebellen kontrollieren 95 Prozent von Libyen +++

Die Kämpfe zwischen Rebellen und Truppen von Muammar Gaddafi halten auch am Mittwoch an. Aber offenbar sind nur noch wenige Teile des Landes in der Hand des zerfallenden Regimes: Nach Angaben eines Offiziers der Rebellen haben die Gaddafi-Truppen die Kontrolle über 95 Prozent von Libyen verloren.

+++ 14:17 Uhr: Westerwelle verteidigt Libyen-Außenpolitik +++

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die deutsche Zurückhaltung beim Libyen-Kampfeinsatz verteidigt. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, dass Deutschland sich nicht mit Kampftruppen beteiligte, sagte er in Binz auf Rügen am Rande eines Treffens mit den Außenministern der baltischen Staaten. "Ich würde sie wieder so fällen." Dass Deutschland auf den zivilen Wiederaufbau und die Wiederherstellung der Infrastruktur setze, liege in der Kontinuität der deutschen Außenpolitik. Mit der Kritik an der Entscheidung könne er leben.

+++ 14:10 Uhr: Mehr als 400 Tote in Tripolis +++

Beim Kampf im Tripolis sind bisher nach offiziellen Angaben 435 Menschen getötet worden. Mehr als 2000 Menschen seien zudem verletzt, sagte ein Mitarbeiter des Zentralkrankenhauses in der libyschen Hauptstadt am Mittwoch der Nachrichtenagentur DPA. Nach seinen Informationen sind in den Krankenhäusern der Stadt alle Ärzte und Pfleger im Einsatz, nachdem die Rebellen die Menschen aufgerufen hätten, an ihre Arbeitsplätze zu gehen. Wichtige Einrichtungen in der Stadt würden von Bewaffneten geschützt.

+++ 14:09 Uhr: Rebellen kontrollieren Küstenstraße nach Tripolis +++

Die Aufständischen in Libyen kontrollieren die strategisch wichtige Küstenstraße von al Sawija in die Hauptstadt Tripolis. Auf der Strecke, entlang der vor kurzem noch gekämpft wurde, hätten Rebellen zahlreiche Straßensperren errichtet, berichtete eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur DPA aus dem Gebiet. Einige geflüchtete Zivilisten seien bereits zurückgekehrt. Auf den Straßen seien aber nur Männer zu sehen, keine Frauen und Kinder. Auch die Rebellen und ihre Unterstützer bewegten sich noch vorsichtig, nachdem es dort in den vergangenen Tagen an mehreren Orten zu Gefechten gekommen war.

+++ 13:28 Uhr: Kohl kritisiert deutsche Libyen-Entscheidung +++

Die Enthaltung Deutschlands im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Libyen-Intervention, war nach Ansicht von Altkanzler Helmut Kohl ein Fehler gewesen. "Wir müssen wieder und für andere erkennbar deutlich machen, wo wir stehen und wo wir hin wollen", sagte der frühere Bundeskanzler. Anderenfalls laufe Deutschland Gefahr, "beliebig und unberechenbar zu werden."

+++ 13:22 Uhr: Rebellen sollen mit Gaddafi sprechen +++

Russland hat die libyschen Rebellen zu Gesprächen mit dem bisherigen Machthaber Muammar al Gaddafi aufgefordert, wenn sie nicht bald die vollständige Kontrolle über das Land erhalten. Gaddafi und seine Unterstützer hätten noch immer "einen gewissen Einfluss und ein Militärpotenzial", sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew in Ulan Ude. Daher gebe es noch immer "zwei Mächte" in dem Land. "Wir wollen, dass sie sich an den Verhandlungstisch setzen und zu einem Friedensabkommen kommen."

+++ 12:35 Uhr: EU-Hilfe für Libyen läuft an +++

Die Europäische Union kann ab sofort humanitäre Hilfe für die Bevölkerung Libyens leisten. "Wir sind bereit", heißt es in einer veröffentlichten Erklärung der zuständigen EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa. In den vergangenen Monaten seien erhebliche Lager von Hilfsgütern in dem von Rebellen kontrollierten Osten des Landes angelegt worden. Am dringlichsten sei Hilfe für die Krankenhäuser. Die EU sei darauf eingestellt, medizinische Ausrüstung zu liefern, um eine Versorgung der vermutlich zahlreichen Verletzten und Kranken zu ermöglichen. Die EU stellt insgesamt 80 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der derzeitigen Krise bereit. Gemeinsam mit anderen Hilfeleistungen sei die EU mit 150 Millionen Euro der mit Abstand größte Geldgeber Libyens.

+++ 12:32 Uhr: Journalisten werden in Hotel festgehalten +++

Anhänger des libyschen Diktators halten 35 ausländische Journalisten in einem Hotel in Tripolis fest. Reporter der Sender BBC und CNN berichteten, die Journalisten würden daran gehindert, das Nobelhotel Rixos zu verlassen. Einen Kameramann des britischen Fernsehsenders ITN hätten die Bewaffneten mit einem Schnellfeuergewehr bedroht, so BBC-Reporter Matthew Price. CNN-Reporter Matthew Chance berichtete, es gebe nur zeitweise Strom. Bei Nacht liefen die "Gäste" mit Kerzen umher. Sie würden die Räume des Luxushotels nach Essbarem durchsuchen. Versuche, die Bewaffneten davon zu überzeugen, die Ausländer gehen zu lassen, seien gescheitert.

+++ 12:04 Uhr: Libyscher Kronprinz liebäugelt mit Rückkehr +++

Der libysche Thronfolger Mohammed al Senussi kann sich nach über zwei Jahrzehnten im Exil eine Rückkehr in sein Heimatland vorstellen. "Zu sehen, wie die Freiheitsflagge über Tripolis weht, macht mich unglaublich glücklich und stolz auf mein Volk", sagte der 48-Jährige der "Zeit" . Wenn die Menschen es wollten, sei er "bereit zu dienen". Darüber müsse aber das Volk entscheiden. Der Prinz forderte den Aufbau eines demokratischen Staatswesens.

+++11:48 Uhr: Ölpreis kennt nur eine Richtung +++

Anleger am Rohölmarkt haben sich am Mittwoch wegen der weiter unübersichtlichen Lage in Libyen und der Sorge um die Entwicklung der Weltkonjunktur zurückgehalten. Der Preis für die Nordseesorte Brent ging leicht zurück und liegt bei 109,04 Dollar pro Fass. US-Leichtöl verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 85,20 Dollar je Barrel. Wann die libyschen Öllieferungen in großem Umfang wieder aufgenommen werden können, ist weiter unklar.

+++ 11:14 Uhr: Libyen wählt in acht Monaten +++

Der Chef des Nationalen Übergangsrats der libyschen Rebellen hat Wahlen in acht Monaten angekündigt. Der italienischen Zeitung "La Repubblica" sagte Mustafa Abdel Dschalil, es werde Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geben. Gewünscht sei eine "demokratische Regierung" und eine "gerechte Verfassung". Was Gaddafi angeht, ist die vorherrschende Meinung innerhalb des Übergangsrats laut Dschalil, dass ihm und seiner "Bande" in Libyen ein "fairer Prozess" gemacht werden soll. Dazu sollten die Anzuklagenden "lebend festgenommen" und anders behandelt werden, als Gaddafi seine Gegner behandelt habe.

+++ 10:56 Uhr: In Tripolis wird weiter gekämpft +++

Auch einen Tag nach der Erstürmung von Gaddafis Machtzentrale hat es in der libyschen Hauptstadt Tripolis weiter Schießereien gegeben. Rebellen und Anhänger Gaddafis lieferten sich Kämpfe nahe des internationalen Flughafens sowie im südwestlichen Vorort al Hadaba al Chadra, wie die Aufständischen mitteilten. Schusswechsel gebe es außerdem im Süden der Stadt um den Militärkomplex Bab al Asisija, wo sich auch Gaddafis Residenz befindet.

+++ 10:52 Uhr: Medwedew: Gaddafi hat weiter Einfluss und Macht

Trotz des Siegeszuges der libyschen Rebellen in Tripolis hat Diktator Gaddafi nach Ansicht von Kremlchef Dmitri Medwedew weiter Einfluss und militärische Macht. "Tatsächlich gibt es in dem Land eine Doppelherrschaft", sagte Medwedew nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il in der sibirischen Stadt Ulan Ude. Das militärische Potenzial von Gaddafis Anhängern sei nicht erschöpft.

+++ 9:46 Uhr: Libyen braucht Hilfe der Überläufer +++

Um Libyen künftig regieren zu können, ist der Übergangsrat auf die Unterstützung ehemaliger Gaddafi-Mitarbeiter angewiesen. "Man darf nicht erwarten, dass sich der Übergangsrat aus Oppositionspolitikern zusammensetzt, weil es bisher keine Opposition in Libyen gegeben hat. Sie hatten keine Chance. Entweder man machte mit oder man war im Exil. Deshalb kann sich der Übergangsrat unter anderem auch nur aus ehemaligen Funktionsträgern des Gaddafi-Regimes zusammensetzen", sagte Andreas Dittmann, Libyen-Kenner von der Universität Gießen der Nachrichtenagentur DPA. "Der Übergangsrat selbst besteht nur zum Teil aus Rebellen. Dazu gehören noch Stammesführer und ehemalige Funktionäre, die übergelaufen sind. Das ist schon eine explosive Mischung", so Dittmann. Allerdings sollte man dies nicht als "negative Entwicklungsvoraussetzung" sehen. "Denn durch diese Struktur ist gewährleistet, dass alle dabei sein können."

+++ 9:02 Uhr: Gaddafi geht in Tripolis spazieren +++

Muammar al Gaddafi hat in einer Audiobotschaft bekräftigt, sich noch immer in der Hauptstadt aufzuhalten. "Ich gehe unerkannt spazieren, ohne dass die Menschen mich sehen", sagte er in von dem in Syrien ansässigen Sender Arrai ausgestrahlten Botschaft. Bei seinem Rundgang habe er junge Menschen gesehen, die bereit seien, die Stadt zu verteidigen.

+++ 8:50 Uhr: Gaddafi: "Säubert Tripolis" +++

Auch nach dem Sturm seines Hauptquartiers zeigt sich Muammar al Gaddafi kämpferisch. In einer Audiobotschaft rief der 69-Jährige die Bevölkerung zum Widerstand auf. Eine lokale Radiostation habe einen Aufruf von einem Mann verbreitet, bei dem es sich um Gaddafi handle, berichtete der arabische Nachrichtensender al Dschasira. Darin habe er die Libyer aufgefordert, die Hauptstadt Tripolis von den Aufständischen "zu säubern". Gaddafi habe den Aufständischen Folter vorgeworfen. Sie würden Gegner "exekutieren".

+++ 8:32 Uhr: Islamisten keine große Gefahr für Libyen +++

Nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes besteht aus Sicht eines Nahost-Experten der Konrad-Adenauer-Stiftung keine große Gefahr durch Islamisten. Gaddafi sei es bis 2010 gelungen, die islamistischen Kräfte zu domestizieren, sagte Hardy Ostry im Deutschlandradio Kultur. Beim Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates werde man es nicht vermeiden können, mit diesen Kräften zu reden. Dies müsse aber auf der Grundlage klarer Wertvorstellungen und Kriterien erfolgen.

+++ 5:37 Uhr: Geht Gaddafi ins Exil nach Nicaragua? +++

Mehrere lateinamerikanische Staaten haben sich solidarisch mit dem von Rebellen gejagten al Gaddafi erklärt. Nicaragua schloss nicht aus, Gaddafi Asyl zu gewähren, sollte dieser darum bitten, wie ein Berater von Präsident Daniel Ortega, Bayardo Arce, sagte. "Wenn jemand Asyl beantragt, werden wir eine positive Antwort geben müssen, denn (den nicaraguanischen) Leuten wurde Asyl gewährt, als Menschen während der Diktatur von (Anastasio) Somoza getötet wurden", sagte Arce. Venezuelas Staatschef Hugo Chávez sagte, er werde Gaddafi weiterhin als einzigen legitimen Führer Libyens anerkennen. Es gebe "nur eine Regierung in Libyen, die von Muammar al Gaddafi". Venezuela erkläre sich solidarisch mit dem "angegriffenen und bombardierten libyschen Volk".

+++ 5:24 Uhr: Westerwelle: Deutsche Rolle in Libyen: Wiederaufbauhilfe +++

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sieht eine Schlüsselrolle Deutschlands bei der wirtschaftlichen Entwicklung Libyens nach dem Sturz von Diktator Muammar al Gaddafi. "Libyen braucht jetzt einen Wiederaufbau, der das Land dauerhaft stabilisiert. Hier hat Deutschland Erfahrung und eine besondere Kompetenz", sagte Westerwelle der "Passauer Neuen Presse". "Wir werden Libyen mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn das gewünscht wird." Der wirtschaftliche Aufbau sei entscheidend für den Erfolg des politischen Umbruchs hin zu einer Demokratie.

+++ 4:55 Uhr: China möchte Libyen in UN-Hände geben +++

Libyens Wiederaufbau soll nach den Vorstellungen Chinas von den Vereinten Nationen angeführt und koordiniert werden. Dies sagte Außenminister Yang Jiechi in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Damit solle vermieden werden, dass allein westliche Staaten vom Wiederaufbau profitierten.

+++ 3:28 Uhr: Gaddafi nach Holland +++

Dem einstigen Revolutionsführer Muammar Gaddafi soll im Falle seiner Festnahme zunächst in Libyen der Prozess gemacht werden, bevor er an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert wird. Dies erklärte ein Sprecher des Nationalen Übergangsrats der Rebellen. Man gehe davon aus, dass Gaddafi noch im Land sei.

+++ 2:53 Uhr: Gaddafi-Truppen beschießen Misrata mit Raketen +++

Truppen des bedrängten libyschen Diktators Muammar al Gaddafi haben nach Angaben der Regimegegner die Aufständischen Hochburg Misrata mit Raketen beschossen. Das berichtete der arabische Nachrichtensender al Dschasira unter Berufung auf eine Mitteilung des Militärrats der Rebellen in der Küstenstadt rund 200 Kilometer östlich von Tripolis. Die Scud-Raketen seien aus Sirte, der Heimatstadt Gaddafis, abgefeuert worden, hieß es. In Misrata habe es mehrere laute Explosionen gegeben. Berichte über Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht.

+++ 2:12 Uhr: Libyen wird in einen Vulkan verwandelt +++

Die libysche Regierung droht den Rebellen mit einem noch langen Kampf. Der Bürgerkrieg werde noch Monate, wenn nicht sogar Jahre andauern, sagt ein Gaddafi-Sprecher dem Sender al Oruba. Die Rebellen-Anführer würden keinen Frieden finden, wenn sie nach Tripolis kämen. Die Truppen der Regierung würden Libyen notfalls in einen Vulkan verwandeln.

+++ 1:47 Uhr: 400 Tote, 2000 Verletzte +++

Die Rebellen geben die Zahl der Toten bei der Eroberung von Tripolis mit mehr als 400 an. Mindestens 2000 Menschen seien zudem verletzt worden, erklärt ein Sprecher der Aufständischen im Sender al Arabija.

+++ 1:25 Uhr: Gaddafi will kämpfen bis zum Tod +++

Der einstige Machthaber Libyens hat sich in einer Radioansprache zu Wort gemeldet und den Rückzug aus dem umkämpften Regierungskomplex Bab al Asisija als ein taktisches Manöver bezeichnet. Das Anwesen sei nach mehr als 60 Nato-Luftangriffen vollständig zerstört. Gaddafi erklärt, er werde weiterkämpfen bis zum Sieg oder bis zu seinem Tod.

nik/DPA/Reuters/AFP/DPA/Reuters
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