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Netanjahu will Bodenoffensive ausweiten

Während Israel die Bodenoffensive im Gazastreifen ausweitet und die Hamas weiterfeuert, will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vermitteln. US-Außenminister Kerry geschieht derweil ein Fauxpas.

  Bei heftigen Angriffen der Israelischen Armee in der Stadt Gaza sollen nach palästinensischen Angaben mindestens 87 Menschen seit Samstag ums Leben gekommen sein. Tausende fliehen aus der Stadt.

Bei heftigen Angriffen der Israelischen Armee in der Stadt Gaza sollen nach palästinensischen Angaben mindestens 87 Menschen seit Samstag ums Leben gekommen sein. Tausende fliehen aus der Stadt.

+++ 19:41 Uhr: Israels Regierung will Offensive ausweiten +++

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Bodenoffensive im Gazastreifen ausweiten. "Wir werden nicht aufhören, bis alle Ziele erreicht sind", so Netanjahu in Tel Aviv. Die radikal-islamische Hamas sei selbst für die vielen Toten unter den Zivilisten in dem Palästinensergebiet verantwortlich. "Israel hat diesen Kampf nicht selbst gewählt, er ist uns aufgezwungen worden." Es könnten noch "schwere Tage" bevorstehen.

+++ 18:17 Uhr: Kerry leistet sich diplomatischen Fauxpas +++

US-Außenminister John Kerry hat sich offenbar mit Blick auf die zahlreichen zivilen Opfer sarkastisch über Israels "zielgenaue Operation" gegen die Hamas geäußert. Er sagte dies während einer Reihe von US-Fernsehinterviews zu einem Berater - ohne zu wissen, dass das Mikrofon nicht abgeschaltet war. In den Interviews selbst unterstützte Kerry aber ausdrücklich Israels Recht auf Selbstverteidigung. "Es ist eine mordsmäßig zielgenaue Operation", so Kerry in der erwähnten Aufzeichnung, die der Sender Fox News dann dem Minister direkt vorspielte. "Wir müssen sehen, dass wir dorthin kommen. Wir sollten heute Abend gehen. Ich denke, es ist verrückt, herumzusitzen."

+++ 17.45 Uhr: 13 israelische Soldaten in Nacht auf Sonntag getötet +++

Bei den israelischen Angriffen auf den Gazastreifen sind nach Armeeangaben allein in der Nacht zum Sonntag 13 israelische Soldaten getötet worden. "13 Soldaten der Brigade Golani wurden in der Nacht in Gaza getötet", sagt eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP, ohne weitere Details zu nennen. Bislang war von fünf israelischen Soldaten die Rede gewesen, die seit Beginn der Offensive am 8. Juli getötet wurden.

+++ 16.15 Uhr: 87 Tote im Gaza seit Samstag +++

Nach Angaben von Ärzten sind heute bisher mindestens 87 Palästinenser getötet worden. An keinem Tag zuvor seien so viele Menschen gestorben, so ein Sprecher der palästinensischen Rettungskräfte. Insgesamt seien seit Beginn der jüngsten israelischen Angriffswelle vor knapp zwei Wochen 425 Menschen gestorben.

+++ 15.30 Uhr: Aschrawi wirft Israel "Massaker" vor +++

Die palästinensische Politikerin Hanan Aschrawi wirft Israel vor, in Gaza ein "Massaker" anzurichten. Israel übe mit seiner Offensive im Gazastreifen "Staatsterrorismus" aus, so Aschrawi nach Angaben ihres Büros bei einem Treffen mit dem britischen Generalkonsul Alastair McPhail in Ramallah. Das Mitglied des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, "ihre Verantwortung ernst zu nehmen und sich einzumischen, um Menschenleben zu retten und israelische Verstöße und Kriegsverbrechen zu stoppen".

+++ 14.10 Uhr: Abbas ordnet Staatstrauer an +++

Als Reaktion auf die steigenden Opferzahlen hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Wafa. Palästinensische Botschaften weltweit würden in dieser Zeit ihre Flaggen auf Halbmast senken.

+++ 13.40 Uhr: Waffenruhe gebrochen +++

Kurz nach ihrer offiziellen Verkündung ist die Waffenruhe nach Angaben des israelischen Militärs schon wieder gebrochen worden. Die israelische Armee habe "auf Beschuss der Hamas" reagiert und "zurückgeschossen", erklärt ein Armeesprecher. Die um 13.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MESZ) ausgerufene humanitäre Waffenruhe war auf Drängen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zustandegekommen und hätte bis 15.30 Uhr Ortszeit andauern sollen, um die Bergung von Opfern im Vorort Schedschaija östlich von Gaza-Stadt zu ermöglichen.

+++ 12:39 Uhr: Israel verkündet zweistündige Waffenruhe +++

Israel verkündet zweistündige Waffenruhe für Schedschaija. In dem Viertel in Gaza-Stadt sollen nach Angaben der Palästinenser mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen sein.

+++ 11.44 Uhr: Hamas zu Waffenruhe bereit +++

Die Hamas ist zu einer dreistündigen humanitären Waffenruhe bereit. Ein entsprechender Vorschlag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sei von der Hamas akzeptiert worden, erklärt ein Sprecher der Palästinenserorganisation.

+++ 10.40 Uhr: Sanitäter und Journalist unter Todesopfern +++

Unter den Toten bei dem massiven Beschuss der Stadt Gaza sind auch ein palästinensischer Sanitäter und ein Journalist. Dies teilen die Rettungsdienste in Gaza mit.

+++ 9.55 Uhr: Palästinenser sprechen von 40 Toten +++

Die Zahl der Toten bei israelischen Angriffen in der Stadt Gaza ist auf 40 gestiegen. 400 weitere Menschen seien in dem Viertel Sadschaija verletzt worden, teilt das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Unter den Opfern seien zahlreiche Zivilisten. Die Armee beschoss den Stadtteil nach diesen Angaben mit Raketen und Granaten. Es ist der Angriff mit den meisten Todesopfern seit Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen am 8. Juli.

+++ 8.15 Uhr: Tausende fliehen aus Gaza +++

Die israelische Armee nimmt seit dem Morgen die Stadt Gaza unter massiven Beschuss. Tausende Palästinenser fliehen aus dem östlichen Stadtteil Schedschaija, viele von ihnen zu Fuß. Auf den Straßen liegen zahlreiche Leichen.

+++ 8.00 Uhr: 13 Palästinenser getötet +++

Bei israelischen Angriffen auf Häuser in der Stadt Gaza sind nach palästinensischen Angaben mindestens 13 Menschen getötet und rund 200 verletzt worden. Aschraf al-Kidra, der Leiter der örtlichen Rettungsdienste, berichtet von heftigen Angriffen mit Raketen und Granaten in dem Viertel Sadschaija. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen in hoffnungslos überfüllten Krankenhäusern im Gazastreifen. Die israelische Offensive in dem blockierten Palästinensergebiet hat die ohnehin schwierige humanitäre Lage weiter verschärft. Palästinensische Ärzte beklagen einen Mangel an Medikamenten und Ausrüstung bei der Behandlung der vielen Opfer.

+++ 7.25 Uhr: Israel spricht von 70 getöteten "Terroristen" +++

Nach Angaben der israelischen Armee wurden 70 "Terroristen" bei den Gefechten getötet. Seit Beginn des Bodeneinsatzes am Donnerstagabend starben laut Militärsprecher Lerner fünf israelische Soldaten. Der Raketenbeschuss gegen Israel sei etwas schwächer geworden. Die Hamas verfüge jedoch weiterhin über etwa 5000 Raketen verschiedener Reichweite, so Militärsprecher Peter Lerner. Israels Armee will in den kommenden Tagen weiter mit Bodentruppen gegen unterirdische Tunnel im Gazastreifen vorgehen. Bei einem israelischen Luftangriff auf das Haus von Chalil al-Haja, einem führenden Mitglied der radikal-islamischen Hamas, kamen nach palästinensischen Angaben in der Stadt Gaza vier Menschen ums Leben.

+++ 6.50 Uhr: Israel spricht von heftigem Widerstand der Hamas +++

Bei Israels Suche nach Tunneleingängen im Gazastreifen leistet die Hamas heftigen Widerstand. "Hamas versucht, diese Tunnel zu retten", so der israelische Militärsprecher Peter Lerner zum Verlauf der Bodenoffensive. "Sie versuchen, uns an der Zerstörung zu hindern." Es gebe schwere Gefechte mit militanten Palästinensern an verschiedenen Orten. Bislang seien 14 Tunnel mit 36 Zugangspunkten gefunden worden. Die sollten nach gründlicher Untersuchung mit Sprengstoff zum Einstürzen gebracht werden. "Einige dieser Tunnel sind eigentlich Bunker", sagte Lerner. Es seien dort auch viele Waffen gelagert worden.

+++ 5.00 Uhr: Israel weitet Bodenoffensive aus +++

Die israelische Armee hat ihre Bodenoffensive ausgeweitet. Die Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira berichtet aus dem Gazastreifen, Israel habe den Beschuss aus Panzerkanonen verstärkt.

+++ 4.30 Uhr: Hamas berichtet über Einladung zu Verhandlungen +++

Die radikale Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen berichtet über eine Einladung zu Waffenstillstandsverhandlungen in Ägypten. Eine Aufforderung, eine Delegation unter der Leitung des im Exil lebenden Hamasführers Chaled Maschaal zu Gesprächen zu entsenden, sei eingegangen, heißt es in einer Erklärung. Die Haltung der Hamas zu der ägyptischen Initiative sei "bekannt". Sie sei aber grundsätzlich zu Gesprächen bereit, in denen "die spezifischen palästinensischen Forderungen" durchgesetzt würden.

+++ 2.24 Uhr: Ägyptischer Soldat von Rakete verletzt +++

Eine vermutlich aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete hat einen ägyptischen Soldaten verletzt. Das Geschoss sei am Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Palästinensergebiet eingeschlagen, so ein Vertreter der ägyptischen Sicherheitsbehörden. Demnach wurde die Rakete "vermutlich aus dem Gazastreifen abgefeuert und ging auf ägyptischem Boden nieder".

+++ 1.25 Uhr: UN-Generalsekretär reist zuerst nach Katar +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beginnt seine Vermittlungsbemühungen im Nahostkonflikt in der katarischen Hauptstadt Doha. Wie die Vereinten Nationen weiter mitteilen, werde Ban danach nach Kuwait, Kairo, Jerusalem, Ramallah im Westjordanland und in die jordanische Hauptstadt Amman fahren. Ziel der Reise sei es, Israelis und Palästinensern zu helfen, die Gewalt zu beenden. In Katar trifft Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Hamas-Exil-Chef Chaled Meschaal zu Beratungen über eine Feuerpause. Dies berichten der Hamas im Gazastreifen nahe stehende Quellen und palästinensische Internetseiten. Meschaal lebt in Katar.

+++ 1.10 Uhr: Erdogan stellt Hitler-Vergleich auf +++

Angesichts der Gewalteskalation im Nahen Osten vergleicht der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Hardliner in Israel mit Adolf Hitler. Die betreffenden Israelis hätten "kein Gewissen, keine Ehre, keinen Stolz", so Erdogan am Samstag bei einer Kundgebung vor der anstehenden Präsidentschaftswahl in der Schwarzmeerstadt Ordu. "Sie verfluchen Hitler Tag und Nacht, aber sie haben Hitler bei der Barbarei übertroffen", fügt er hinzu.

she/fme/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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