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Merkel zollt Obama am Telefon Respekt

Ein erster DNA-Test bestätigt: Osama bin Laden ist tot. Kanzlerin Merkel würdigt in einem Telefonat mit Barack Obama die US-Militäraktion. Verfolgen Sie News und Reaktionen im Liveticker.

+++ 20.45 Uhr: Kanzlerin Merkel würdigt US-Militäraktion +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Barack Obama Anerkennung für die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden gezollt. Merkel habe am frühen Montagabend mit Obama telefoniert, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. "Die Bundeskanzlerin hat in dem Gespräch die erfolgreiche US-Militäraktion gegen Osama bin Laden gewürdigt." Merkel und Obama hätten zudem einander ihre Entschlossenheit zugesichert, den Kampf gegen den Terror gemeinsam weiterzuführen.

+++ 20.34 Uhr: Obama-Berater deutet Veröffentlichung von Bin-Laden-Fotos an +++

Ein Spitzenberater von US-Präsident Barack Obama hat angedeutet, dass die Fotos des getöteten Terroristenchefs Osama bin Laden veröffentlicht werden sollen. Die USA wollten sicherstellen, dass "niemand irgendeinen Grund hat zu leugnen, dass wir Osama bin Laden erwischt haben", sagte Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan am Montag im Weißen Haus. Allerdings habe die Aktion vor weniger als 24 Stunden stattgefunden. Eine Freigabe brauche Zeit

+++19:32 Uhr: Altkanzler Schmidt sieht bin Ladens Tod zwiespältig+++

Die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch eine Kommandoaktion der USA kann nach Ansicht von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) unabsehbare Folgen haben. "Zum einen ist es ganz eindeutig ein Verstoß gegen das geltende Völkerrecht. Zum anderen kann es - weil überall in der arabischen Welt Unruhe herrscht - zu Folgewirkungen führen, die man im Augenblick wirklich nicht übersehen kann", sagte Schmidt in der ARD-Sendung "Beckmann", die am Montagabend ausgestrahlt wird. Er habe aber volles Verständnis für den Triumph der Amerikaner, "nachdem zweifellos Bin Laden der Urheber dieses schändlichen Attentats auf das World Trade Center gewesen war"

+++19:20 Uhr: Obama: "Die Welt ist jetzt ein besserer Ort"+++

Mit dem Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist die Welt nach Aussage von US-Präsident Barack Obama "sicherer" geworden. "Ich denke, wir stimmen alle darin überein, dass dies ein großer Tag für Amerika ist", sagte Obama am Montag am Rande einer posthumen Ehrung für Kämpfer des Korea-Kriegs (1950-1953) im Weißen Haus. Die Welt sei nach dem Tod des meistgesuchten Terroristen nun ein "besserer Ort".

+++18:40 Uhr: UN-Generalsekretär Ban sieht "Wendepunkt"+++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden als "Wendepunkt" im gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus bezeichnet. Die Verbrechen von Al Kaida hätten Schmerz und Verlust von Tausenden von Menschenleben auf fast allen Kontinenten gebracht, sagte der UN-Chef am Montag in New York. "Ich selbst erinnere mich genau an den 11. September. Ich selbst war an diesem traurigen Tag hier in New York", sagte Ban mit Blick auf die Terroranschläge auf das World Trade Center 2001.

+++18:20 Uhr: USA bestreiten Tötungsabsicht+++

Das US-Sondereinsatzkommando hätte den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden nach Angaben aus US-Regierungskreisen lebend gefangen genommen, wenn er sich ihm ergeben hätte. "Er wehrte sich während des Gefechts. Daher töteten ihn die Einsatzkräfte am Boden. Sie waren darauf vorbereitet, ihn lebend gefangen zu nehmen, wenn er sich ergeben hätte", sagte ein US-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Aus Militärkreisen verlautete, es seien bei dem Angriff keine Gefangenen gemacht worden.

+++17.12 Uhr: Gen-Test: Getöteter Verdächtiger ist wohl bin Laden+++

Erste DNA-Untersuchungen deuten nach Angaben aus US-Regierungskreisen vom Montag daraufhin, dass es sich bei dem in Pakistan getöteten Verdächtigen tatsächlich um den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden handelt. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert ihre Quelle mit den Worten, es handele sich um einen "ziemlich sicheren Treffer". Andere Quellen sprechen davon, dass die Analyse "zweifelsfrei" zeige, dass es bin Laden war, der von einem US-Spezialkommando in Pakistan getötet wurde. Eine DNA-Probe des Getöteten sei mit Erbgut von Verwandten verglichen worden, heißt es.

+++16:53 Uhr: "Bin Laden ist tot, al Kaida ist es nicht" +++

Der US-Geheimdienst CIA rechnet nach dem Tod von Osama bin Laden mit Vergeltungsaktionen. "Terroristen werden so gut wie sicher versuchen, ihn zu rächen", sagte der scheidende CIA-Chef Leon Panetta in einer Botschaft an die Mitarbeiter des Geheimdienstes. "Wir müssen und werden wachsam und entschlossen sein", erklärte Panetta, der designierter Chef des US-Verteidigungsministeriums ist. "Obwohl Bin Laden tot ist - al Kaida ist es nicht", mahnte der CIA-Direktor.

+++16.41 Uhr: Seebestattung bricht islamische Traditionen +++

Die USA haben sich mit der Seebestattung der Leiche Osama bin Ladens nach ansicht des Islamwissenschaftlers Thomas Bauer vom Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster keinen Gefallen getan. "Die islamische Tradition sieht eine Erdbestattung vor, bei der der Körper auf der rechten Seite liegt und das Gesicht in Richtung Mekka zeigt", so Bauer. "Seebestattungen sieht das islamische Recht nur als Notlösung vor, wenn der Tod auf hoher See eintritt." Offenbar hätten die USA den Leichnam einfach nur verschwinden lassen wollen. Das sei aber unnötig gewesen, da bin Laden zu den Wahhabiten gehörte, die in der Regel anonym bestatten und eine Heiligen- oder Gräberverehrung ablehnen. Es wäre also keine Pilgerstätte entstanden, so Bauer. Davon unabhängig könne bin Laden von Fanatikern zum Märtyrer verklärt werden.

+++16:38 Uhr: Clinton ruft Taliban zur Abkehr auf +++

US-Außenministerin Hillary Clinton hat die Taliban in Afghanistan aufgerufen, das Terrornetzwerk al Kaida nach der Tötung von dessen Anführer Osama bin Laden zu verlassen. "Ihr könnt nicht darauf setzen, dass wir abziehen, Ihr könnt uns nicht besiegen - aber Ihr könnt die Entscheidung treffen, al Kaida den Rücken zuzukehren und an einem friedlichen politischen Prozess teilzuhaben", sagte Clinton am Montag in Washington. Mit der Tötung bin Ladens sei Gerechtigkeit geübt worden, sagte die US-Außenministerin. Die Angriffe von al Kaida hätten sich nicht nur gegen US-Bürger gerichtet, sondern seien "Angriffe auf die ganze Welt" gewesen. Clinton erinnerte an die Anschläge von Bali 2002, in Madrid 2004 sowie in London 2005.

+++16.12 Uhr: Wulff hält Terrorismus für "nicht besiegt"

Bundespräsident Christian Wulff hat den US-Sicherheitskräften für tödliche Aktion gegen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gedankt. "Der Terrorismus ist damit noch nicht besiegt, der Kampf dagegen muss entschlossen weiter geführt werden", sagte Wulff am Rande seines Staatsbesuchs in Mexiko-Stadt. "Ich halte die Ausschaltung von Osama bin Laden für einen unschätzbaren Erfolg im weltweiten gemeinsamen Kampf gegen den menschenverachtenden Terrorismus", betonte der Bundespräsident.

+++16.09 Uhr: Jordanischer Autor erwartet Vergeltungsschläge +++

Schock, Zweifel und Trauer über den Tod bin Ladens herrschen in der Islamistenszene. "Ich denke, dass al Kaida sicher versuchen wird, Vergeltung zu üben, besonders in Europa und im Nahen Osten, wo die Mitglieder des Netzwerkes besonders aktiv sind", sagt der jordanische Autor Mohammed Abu Rumman. "Ich bin traurig, dass dieser große Gotteskrieger getötet wurde", erklärt Sam Ramdan, ein Geschäftsmann aus dem Jemen, wo die Familie bin Laden ihre Wurzeln hat. Kritik gibt es an der Seebestattung bin Ladens. Dass die Amerikaner seine Leiche im Meer versenkt hätten, zeuge von schlechtem Benehmen, sagt der ägyptische Islamisten-Anwalt Montasser al Sajat dem arabischen TV-Sender al Dschasira.

+++15:43 Uhr: Muslime in Deutschland erleichtert+++

Auch die Muslime in Deutschland sind erleichert: Der Vorsitzende ihres Zentralrats, Aiman Mazyek, sagte der "Bild"-Zeitung: "Mit einer Mischung aus Erleichterung und Überraschung, dass Bin Laden überhaupt noch lebte, haben viele Muslime seinen Tod aufgenommen. Durch seinen gewaltsamen Tod kann er nicht mehr vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Bei einer Verurteilung hätten die Opfer des 11. Septembers den Tätern so ins Gesicht schauen können. Die Seebestattung ist intelligent gewählt worden, so kann aus seiner Grabstätte später keine extremistische Kultstätte entstehen."

+++15:33 Uhr: Hassprediger erwartet Racheaktionen+++

Der radikale islamistische Prediger Omar Bakri erwartet Racheaktionen in Europa. "Zweifellos wird der Märtyrertod Osama bin Ladens der nächsten Generation des Dschihad neues Leben geben. Wir erwarten Reaktionen in Europa (...), ihre Aktionen werden Rache nehmen für den Tod von Scheich Osama", sagte Bakri in Tripolis.

+++15:08 Uhr: Kanzlerin feiert den "großen Erfolg"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Tötung von bin Laden als Warnung an den internationalen Terrorismus gewertet. "Die Botschaft, die von dem heutigen Tag ausgeht, lautet: Terrorakte bleiben nicht ungesühnt", sagt Merkel in Berlin. Dies müsse "allen Gefolgsleuten des Terrorismus" klar werden. Der Tod Bin Ladens sei ein "großer Erfolg" im Kampf gegen den Terrorismus. "Auch wenn es lange dauert, so wird es auch in Zukunft weitere Erfolge geben", sagt Merkel. "Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten."

+++14:56 Uhr: US-Soldaten waren auf "Kill Mission"+++

Osama bin Laden sollte beim Sturm auf sein Anwesen in Pakistan angeblich getötet werden. Die Festnahme des Terroristenchefs sei nicht das Ziel gewesen, berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf offizielle Quellen. Es habe sich um eine "Kill Mission" gehandelt.

+++14:49 Uhr: US-TV zeigt Blutlachen+++

Amerikanische Fernsehsender haben die ersten Videoaufnahmen vom Anwesen des getöteten Osama bin Laden ausgestrahlt: Die Bilder zeigen zerwühlte Betten und komplettes Chaos in einem Zimmer. Auf dem Fußboden vor zwei der Betten sind Blutlachen zu sehen. Kleidungsstücke, Kissen und zertrümmertes Glas liegen umher. Ein Kleiderschrank und Wandregal sind durchwühlt. Das Schlafzimmer mit einem großen Bett hat nur eine Reihe schmaler Fenster. Das kurze Videoband des US-Senders ABC endet offenbar in einem Badezimmer, in dem mehrere Medikamentendosen auf einem Regal stehen.

+++13:54 Uhr: Scharfe Kontrollen in New York+++

Aus Sorge vor Vergeltungsanschlägen nach dem Tod des Terroristenführers Osama bin Laden sind die Kontrollen an den New Yorker Flughäfen am Montag "erheblich verstärkt" worden. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde Port Authority of New York und New Jersey sagte dass die Maßnahmen bereits "kurz nach der Rede von US-Präsident Barack Obama" im Weißen Haus ergriffen worden seien. Außer an den Flughäfen John F. Kennedy, Newark Liberty und LaGuardia hat die Behörde auch die Sicherheitsvorkehrungen an den Brücken und Tunneln der 15-Millionen-Metropole ausgebaut.

+++13:40 Uhr: War der Einsatz rechtmäßig?+++

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Tötung des Top-Terroristen Osama bin Laden rechtlich abgesichert war. Dies macht ein Sprecher des Auswärtigen Amtes klar. Er fügt aber hinzu, da die genauen Umstände der Operation noch nicht bekannt seien, sei es für eine abschließende rechtliche Bewertung noch zu früh. Tatsache sei jedenfalls, dass mit Bin Laden "einem der Drahtzieher des internationalen Terrorismus das Handwerk gelegt" worden sei. Gegen bin Laden bestehe ein internationaler Haftbefehl. Die Grünen fordern allerdings Aufklärung über die US-Militäraktion.

+++13:17 Uhr: Vier Tote bei Anschlag in Pakistan+++

Erster Anschlag nach der Tötung von Osama bin Laden: Bei einem Attentat nahe einer Moschee in Pakistan sterben vier Menschen - eine Frau und drei Kinder. In der Nähe des Gotteshauses im Nordwesten des Landes explodierte ein Sprengsatz. Zuvor hatten die radikalislamischen Taliban in Pakistan als Reaktion auf den Tod von bin Laden mit Anschlägen in Pakistan und den USA gedroht. Terrorexperten hatten schon am Morgen vor Anschlägen gewarnt.

+++12:26 Uhr: Angebliches Bin-Laden-Bild war Montage+++

Ein von pakistanischen Fernsehsendern verbreitetes angebliches Foto von bin Laden war eine Montage. Das Bild, das angeblich das verstümmelte Gesicht von Bin Ladens Leiche zeigt, sei eine Fälschung gewesen, sagt Rana Jawad vom privaten pakistanischen Fernsehsender Geo am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Nachdem der Fehler bei einer Kontrolle auffiel, wurde es zurückgezogen. Auch stern.de hatte das Foto veröffentlicht.

+++12:13 Uhr: Deutsche-Bank-Manager: Nur kurze Auswirkungen auf Börse+++

Der Tod Osama bin Ladens dürfte nach Ansicht von Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen an den Finanzmärkten weniger Spuren hinterlassen als die Revolution in der arabischen Welt. Die Auswirkungen für die internationalen Märkte wegen des Todes des Al-Kaida-Chefs und möglicher Vergeltungsanschläge seien zwar nur schwer einzuschätzen, aber es werde kurzfristig höchstens "ein bisschen mehr Nervosität und Spannung" geben.

+++11:59 Uhr: Freudenfeiern stören Vatikan+++

Der öffentliche Jubel in den USA stört den Vatikan. Die Erschießung bin Ladens sei kein Grund für Freudenfeiern. Vielmehr sei zu hoffen, dass der Tod des Al-Kaida-Chefs mehr Frieden als Hass bringen werde, sagt ein Vatikan-Sprecher. "Ein Christ sollte niemals den Tod eines Menschen begrüßen." Bin Laden habe schwere Verantwortung auf sich genommen, indem er Spaltung und Hass verbreitet habe. Das habe zum Tod zahlloser Menschen geführt, wobei die Differenzen zwischen den Religionen ausgenutzt worden seien, um diese Ziele zu erreichen.

+++11:52 Uhr: Nato gratuliert+++

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat US-Präsident Barack Obama zur Tötung von bin Laden beglückwünscht. "Das ist ein bedeutender Erfolg für die Sicherheit der NATO-Verbündeten und aller Staaten, die sich unseren Bemühungen angeschlossen haben, die Geißel des weltweiten Terrorismus zu bekämpfen und die Welt zu einem sichereren Ort für alle zu machen."

+++11:16 Uhr: Al-Kaida-Terrorist beklagt "Katastrophe"+++

Ein Mitglied des jemenitischen Zweigs von al Kaida hat den Tod von bin Laden als "Katastrophe" für das Terrornetzwerk bezeichnet. "Am Anfang haben wir die Nachricht nicht geglaubt", sagte das al-Kaida-Mitglied der Nachrichtenagentur AFP in Aden. "Aber dann sind wir mit unseren Brüdern in Pakistan in Verbindung getreten, und sie haben die Information bestätigt." Nun wollen die fusionierten saudiarabischen und jemenitischen Sektionen der Organisation ein Treffen im Süden des Jemen abhalten, wo al Kaida stark präsent ist. Im Anschluss an das Treffen solle eine Erklärung zum Fortgang des "Heiligen Krieges" nach dem Tod bin Ladens veröffentlicht werden.

+++11:16 Uhr: CSU fordert schnelle Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze+++

Die CSU fordert nach den jüngsten Terrorwarnungen und dem Tod von bin Laden eine schnelle Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze. "Es geht nicht um gesetzgeberischen Aktionismus, sondern um Schutz und Sicherheit der Bürger", sagt CSU-Chef Horst Seehofer vor Beginn einer CSU-Vorstandssitzung in München.

+++10:58 Uhr: Friedrich will nicht zu früh jubeln+++

Wie andere Experten vor ihm will auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nicht in Jubelstimmung ausbrechen und erwartet weiterhin eine Bedrohung durch den internationalen Terrorismus. Es sei verfrüht zu jubeln und zu glauben, dass der Terrorismus beendet sei, sagt Friedrich am Montag in München. In den vergangenen zehn Jahren habe sich ein Netzwerk terroristischer Zellen gebildet, das weiter existiere. Es sei weiter nötig, wachsam zu sein. Im Anschluss an die kleine Pressekonferenz bricht der Minister nach Washington auf, um dort unter anderem Vertreter des Heimatschutzministeriums zu treffen.

+++10:33 Uhr: Vorsicht auf Auslandsreisen+++

Das Auswärtige Amt (AA) ruft die Deutschen bei Auslandsreisen zu erhöhter Vorsicht auf. Nach Angaben des AA ist nicht auszuschließen, dass auch andere westliche Einrichtungen und Bürger davon betroffen sein könnten. Die entsprechenden Reisehinweise des Amts sollten entsprechend aktualisiert werden.

+++10:39 Uhr: Ausnahmezustand beim Baseball+++

Die Nachricht vom Tod des Terroristenführers Osama bin Laden hat für einen Augenblick sogar die Baseball-Erzrivalen Philadelphia Phillies und New York Mets verbunden. Im neunten Inning ihres Aufeinandertreffens in der Profiliga MLB hörten die Profis plötzlich laute "USA, USA, USA"-Rufe von Zuschauern aus beiden Fanlagern.

+++10:30 Uhr: Seibert und die Tücken des Twitterns+++

Wie bei Meldungen von derartiger Schlagkraft mittlerweile üblich, wird auch im Fall bin Laden wieder fleißig getwittert. Regierungssprecher Steffen Seibert passiert dabei ein Lapsus. Der Chef des Bundespresseamts verschreibt sich am Montagmorgen beim schnellen Twittern. Auf einmal steht im Netz: "#Kanzlerin: Obama verantwortlich für Tod tausender Unschuldiger, hat Grundwerte des Islam und aller Religionen verhöhnt". Nach Bemerken des Fehlers korrigiert sich der Sprecher, löscht die Mitteilung. Das Internet aber hat keinen Radergummi - der Tweet mit dem Tippfehler macht in Windeseile die Runde, wird von zahllosen Nutzern des Kurzmitteilungsdienstes weitergetragen. "Oha, Herr @RegSprecher - das dürfte der "erfolgreichste" Tweet bisher werden", meint ein Twitterer. Seibert ist in der Aufregung am Montagmorgen nicht der einzige, der die Namen Osama und Obama verwechselte - der US-Fernsehsender Fox blendet gar die Zeile ein: "Obama bin Laden is Dead".

+++ 09:55 Uhr: Kanzlerin ruft zur Wachsamkeit auf +++

Angela Merkel meldet sich über ihren Sprecher zu Wort: Die Bundeskanzlerin sei erleichter über den Tod bin Ladens, sagt Steffen Seibert in Berlin. In seinem Auftrag sei der Terror in viele Länder getragen worden. Er habe vorgegeben, im Namen des Islam zu handeln. In Wirklichkeit habe er jedoch die Grundwerte seiner und anderer Religionen verhöhnt. "Mit der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden und seiner Tötung ist dem US-Militär ein entscheidender Schlag gegen Al-Kaida gelungen", erklärt Seibert. Besiegt sei der Terrorismus damit aber noch nicht. "Wir alle werden wachsam bleiben müssen."

+++09:35: Liveübertragung beim CIA+++

Einem Regierungsvertreter zufolge wurde eine Live-Aufnahme vom Einsatz der Sondertruppen zur Tötung Bin Ladens ins Hauptquartier des US-Geheimdienstes CIA in Washington übertragen. CIA-Chef Leon Panetta und weitere Geheimdienstmitglieder hätten die 40-minütige Aktion verfolgt. "Als klar war, dass der Einsatz ein Erfolg war, gab es von den CIA-Leuten einen ziemlich kräftigen Applaus", berichtet der Mann.

+++ 09:25 Uhr: Schnelle Bestattung +++

Bin Laden ist schon auf hoher See bestattet worden, berichten mehrere US-Sender. Die Beisetzung sei im Einklang mit den muslimischen Traditionen erfolgt. Identifiziert wurde der Terrorchef durch Rekonstruktionstechniken seines Gesichts. Außerdem haben die USA eine Untersuchung seiner DNA eingeleitet. Deren Ergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet.

+++ 09:19 Uhr: Börse startet mit Gewinnen +++

Die Nachricht vom Tod des Al-Kaida-Führers gibt dem deutschen Aktienmarkt Schub. Der Dax gewinnt zum Start 0,8 Prozent und steigt auf den höchsten Stand seit Januar 2008. "Für die Amerikaner war es eine Frage der Ehre Osama bin Laden zu bekommen. Das wird sie beflügeln und auch auf den Aktienmarkt in New York ausstrahlen", sagt ein Börsenhändler. "Das zieht natürlich auch den deutschen Markt mit."

+++ 08:58 Uhr: Angst vor Vergeltungsschlägen +++

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, rechnet nach dem Tod Osama bin Ladens mit terroristischen Vergeltungsschlägen gegen die USA und Pakistan. Der Tod bin Ladens bedeute in keinem Fall, "dass wir jetzt aufatmen können und davon ausgehen können, dass der Spuk vorbei ist", sagt der ehemalige deutsche Botschafter in Washington im Deutschlandradio Kultur.

+++ 08:43 Uhr: Islamisten verfluchen Obama +++

Anhänger radikal-islamischer Gruppen bekräftigen nach bin Ladens Tod ihren Kampfeswillen. In arabisch-sprachigen Internet-Foren beteuern sie am Montag ihre Entschlossenheit, vor allem die USA und deren Präsidenten Barack Obama in ihrem Visier zu behalten. "Gott verfluche Dich, Obama", heißt es in einer der ersten Reaktionen aus islamistischen Gruppen. "Ihr Amerikaner: es ist noch immer unser Recht, Euch den Hals abzuschneiden." Auf einer anderen Internet-Seite schreibt ein Diskussionsteilnehmer: "Osama mag getötet worden sein, aber sein Aufruf zum Dschihad wird niemals sterben. Brüder und Schwestern, wartet ab, sein Tod wird sich als Segen entfalten."

+++ 08:30 Uhr: Innenminister warnt +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnt nach bin Ladens Tod vor der Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland. "Die kurzfristige Gefahr von Racheakten ist gestiegen", sagt Herrmann der Nachrichtenagentur AFP. Dies gelte besonders für Einrichtungen der USA in Deutschland. Hier würden die Bewachung und der Schutz durch die deutschen Sicherheitsbehörden sicher verstärkt werden. "Man kann jetzt schon sagen, dass man aufmerksamer sein muss", sagt Herrmann.

+++ 08:22 Uhr: Westerwelle freut sich über "gute Nachricht" +++

Auch Guido Westerwelle ist erfreut "Dass diesem Terroristen sein blutiges Handwerk gelegt werden konnte, ist eine gute Nachricht für alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen in der Welt", sagt der Bundesaußenminister in Berlin. Bin Laden sei einer der "brutalsten Terroristen der Welt" gewesen, der das Leben von mehreren tausend Menschen auf dem Gewissen habe.

+++ 08:00 Uhr: Israel freut sich +++

Israel zeigt sich erfreut. "Israel ist nach der Liquidierung bin Ladens in Freude mit dem amerikanischen Volk vereint", teilt das Büro vn Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit. Netanjahu gratuliere US-Präsident Barack Obama zu "diesem Sieg der Gerechtigkeit, der Freiheit und der gemeinsamen Werte der demokratischen Länder, die Seite an Seite gegen den Terrorismus gekämpft haben".

+++ 07:59 Uhr: Der Ölpreis fällt +++

Bin Ladens Tod macht sich auch an der Börse bemerkbar. Die Ölpreise fallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet fast einen Dollar weniger, die US-Sorte West Texas Intermediate verliert sogar noch mehr. Am Aktienmarkt werden dagegen Gewinne erwartet. Auch der Dollar dürfte steigen.

+++ 07:50 Uhr: Bilder von der Leiche +++

Mindestens zwei pakistanische Fernsehsender zeigen das entstellte Gesicht einer Leiche, bei der es sich um Osama bin Laden handeln soll. Zu den Bildern eines blutüberströmten Gesichts kommentierten die Sender, es gebe keine offizielle Bestätigung, dass diese Bilder Bin Laden zeigten. Laut CNN wurde bin Laden durch einen Kopfschuss getötet.

+++ 07:29 Uhr: Polizeigewerkschaft warnt +++

Auch in Deutschland gibt es erste Reaktionen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für eine Verlängerung der Antiterrorgesetze aus. Ihr Vorsitzender Bernhard Witthaut erklärt in Berlin, der Tod Bin Ladens werde "die Terrorgefahr für Deutschland nicht entschärfen". Das zeigten die Hintergründe der jüngsten Festnahmen des Bundeskriminalamtes. "Das ursprünglich von Bin Laden begründete Terrornetz funktioniert seit langem dezentral", sagte Witthaut. "Aktionsfähige Gruppen gibt es in vielen Ländern, wie der jüngste Bombenanschlag in Marrakesch und die Festnahmen in Düsseldorf und Bochum beweisen."

+++ 07:24 Uhr: Bloomberg spricht von "bedeutendem Sieg" +++

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg bezeichnet den Tod von bin Laden als einen bedeutenden Sieg. Zugleich drückt er in der Nacht zum Montag die Hoffnung aus, dass die Entwicklung den Angehörigen der Opfer vom 11. September inneren Frieden bringe. "Die Tötung von Osama bin Laden verringert nicht das Leid, das die New Yorker und Amerikaner durch seine Hände erfahren haben", erklärt Bloomberg. "New Yorker haben fast zehn Jahre auf diese Nachricht gewartet. Es ist meine Hoffnung, dass sie etwas inneren Frieden und Trost für all jene bringt, die ihre Lieben am 11. September 2001 verloren haben."

+++ 07:22 Uhr: Pakistan bestätigt bin Ladens Tötung +++

Der pakistanische Geheimdienstes ISI bestätigt bin Ladens Tötung. Er sei in der Nacht bei einer gemeinsamen Operation amerikanischer und pakistanischer Sicherheitskräfte in der Stadt Abbottabad, rund 100 Kilometer nördlich von Islamabad, getötet worden, sagt ISI-Chef Ahmed Shuja Pasha im pakistanischen Fernsehen. Auch einer seiner Söhne sei ums Leben gekommen.

+++ 07:03 Uhr: An Ground Zero wird gefeiert +++

Wie vor dem Weißen Haus haben sich in der Nacht zum Montag auch auf Ground Zero in New York Hunderte Menschen versammelt. Ground Zero ist der Ort, an dem einst die Zwillingstürme des World Trade Center standen. Terroristen hatten am 11. September zwei Flugzeuge in die Türme gesteuert, 2600 Menschen starben. Als sich die Nachricht vom Tod Bin Ladens verbreitet, strömen von Minute zu Minute immer mehr Bürger auf den Platz. Viele schwenken US-Fahnen, und Champagnerflaschen werden geköpft. "Was für ein wunderbarer Tag", ruft ein New Yorker. "Endlich ist es so weit."

+++ 06:57 Uhr: Reisewarnung für US-Bürger +++

Die US-Regierung spricht eine Reisewarnung aus. Das Außenministerium warnt in einer Erklärung US-Bürger vor einer verstärkten Gefahr anti-amerikanischer Gewalt. In Gegenden, wo dieses Risiko bestehe, sollten sie nach Möglichkeit in ihren Häusern oder Hotels bleiben und Menschenansammlungen und Demonstrationen vermeiden.

+++ 6.54 Netanjahu und Cameron gratulieren +++

Auch der britische Premier David Cameron und der israelische Premier Benjamin Netanjahu gratulieren den USA.

+++ 6.47: CNN meldet Details zu Tötung +++

Laut CNN-Informationen lebte bin Laden in einem hermetisch gesicherten Haus in der Nähe der pakistanischen Stadt Islamabad. Die Spezialoperation dauerte offenbar 40 Minuten. Ein Hubschrauber, den die US-Spezialkräfte einsetzten, versagte und wurde darauf von US-Streitkräften zerstört.

+++ 6.24 Uhr: Auch bin Ladens Sohn getötet +++

Ein US-Sender meldet, dass bei der Schießerei auf dem Gelände des Hauses bin Ladens auch einer seiner Söhne ums Leben kam - und zwei zusätzliche Erwachsene.

+++ 6.22 Uhr: Diplomatische Vertretungen in Alarmbereitschaft +++

Nach dem Tod von Terroristenchef Osama bin Laden haben die USA ihre diplomatischen Vertretungen in aller Welt in Alarmbereitschaft versetzt. Grund ist die Befürchtung, dass Terroristen Vergeltungsanschläge verüben könnten.

+++ 6.20 Uhr: Menschen feiern in Washington +++

Washington im Freudenrausch: Jubelnde Massen feiern den Tod des Topterroristen Osama Bin Laden auf den Straßen der amerikanischen Hauptstadt. Die Nachricht zog am späten Sonntagabend Hunderte Amerikaner ins Stadtzentrum. Mit wehenden Flaggen zogen sie singend und tanzend ums Weiße Haus, wo US-Präsident Barack Obama kurz vor Mitternacht die Nachricht an die Bevölkerung überbracht hatte. "Wir haben ihn, wir haben ihn", jubelten sie. "Am Ende gibt es doch Gerechtigkeit." Autoschlangen verstopften noch während Obamas Ansprache die Zufahrtswege in die Metropole. Die Sicherheitskräfte waren in höchster Alarmbereitschaft. Obama hatte seine Ansprache kurzfristig angesetzt. Bevor er sprach hatte der TV-Sender CNN die Nachricht über den Tod des Al Kaida-Chefs verbreitet.

+++ 6.00 Uhr: Obama: "Der Gerechtigkeit ist Genüge getan" +++

Der Drahtzieher der Angriffe auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington mit fast 3000 Toten sei am Sonntag bei einer Kommandoaktion in Pakistan ums Leben gekommen, teilte US-Präsident Barack Obama in einer Ansprache mit. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan." Obama sagte, er habe den geheimen Einsatz angeordnet. "Ein kleines Team von Amerikanern hat die Operation mit außergewöhnlichem Mut und Fähigkeiten ausgeführt", sagte Obama. Auf einem Gelände in Pakistan sei bin Laden nach einem Schusswechsel getötet worden, anschließend hätten die US-Kräfte die Leiche des al Kaida-Chefs an sich genommen. "Kein Amerikaner ist zu Schaden gekommen", sagte Obama. Die Kommadoeinheit habe sich bemüht, zivile Opfer zu vermeiden.

+++ 5.45 Uhr: Bush gratuliert Obama +++

Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat Präsident Barack Obama zum Tod von Terrorchef Osama bin Laden gratuliert. Bush, der das Land während der Terroranschläge vom 11. September regiert hatte, sprach am Sonntagabend von einer "bedeutenden Errungenschaft". "Der Kampf gegen den Terror geht weiter, aber heute Nacht hat Amerika eine unmissverständliche Nachricht ausgesandt", so Bush in seiner Erklärung. "Ganz gleich, wie lange es dauert, der Gerechtigkeit wird Genüge getan."

+++ 4.46 Uhr: CNN meldet Tod Osama bin Ladens +++

Der Terroristenführer Osama bin Laden ist tot. Das meldete der US-Sender CNN am Sonntag.

ben/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters
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