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Venezuela bestreitet Gaddafi-Anreise

Die Armee weitet ihr Bombardement auf Tripolis aus. Staatschef Gaddafi soll geflohen sein, Venezuela will von seiner Ankunft nichts wissen. Verfolgen Sie die Ereignisse im stern.de-Liveticker.

  Stranddemo: In Bengasi, einer Hochburg der Proteste, versammeln sich die Menschenmassen an der Küste

Stranddemo: In Bengasi, einer Hochburg der Proteste, versammeln sich die Menschenmassen an der Küste

+++ 20.26 Uhr: Gaddafi nicht auf dem Weg nach Venezuela +++

Venezuelas Regierung hat Berichte dementiert, wonach der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi auf dem Weg in das südamerikanische Land sei. Der venezolanische Kommunikationsminister Andrés Izarra wies am Montag im TV-Sender "Telesur" entsprechende Angaben des britischen Außenministers William Hague zurück. Hague hatte in Brüssel gesagt, ihm lägen Informationen vor, nach denen sich Gaddafi auf dem Weg nach Venezuela befinden soll. Der libysche Machthaber hat sich seit der Eskalation der Gewalt in seinem Land nicht mehr öffentlich zu Wort gemeldet, was zu Spekulationen über seinen Aufenthaltsort geführt hat.

Venezuelas Staatschef Hugo Chávez und Gaddafi sind befreundet. Gaddafi war zuletzt im September 2009 in Venezuela und hielt sich dort anlässlich eines Gipfels auf der Karibik-Insel Margarita auf. Chávez selbst war im Oktober 2010 Libyen. Beide Staatschefs setzten sich bei ihren Treffen demonstrativ für die Schaffung einer neuen Weltordnung ein. Chávez bezeichnete seinen "Freund" Gaddafi 2009 als "einen der größten Staatsmänner des Jahrhunderts".

+++19.29 Uhr: Piloten sind Deserteure+++

Die Piloten der am Nachmittag auf Malta gelandeten libyschen Kampfjets haben Antrag auf politisches Asyl gestellt, wie ein Sprecher der maltesischen Armee bestätigte. Beide Militärflugzeuge seien unerlaubt auf dem Internationalen Flughafen von Malta (MIA) gelandet. Die Piloten ergaben sich den maltesischen Behörden. Medienberichten zufolge hätten die beiden Oberste der libyschen Luftwaffenbasis Okba Ibn Nafa in Bengasi protestierende Demonstranten bombardieren sollen.

+++19:24 Uhr: Italien versetzt Luftstützpunkte in Alarmbereitschaft+++

Nach der Landung mehrerer libyscher Kampfflugzeuge und Hubschrauber auf Malta hat Italien nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA sämtliche Luftstützpunkte des Landes in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Wie ANSA am Montagabend unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Rom meldete, sollen zudem zahlreiche Hubschrauber der italienischen Luftwaffe sowie der Marine in den Süden des Landes geschickt werden. Demnach wurden diese Entscheidungen in Reaktion auf die Landung der Flugzeuge in Malta getroffen.

+++19.03 Uhr: Augenzeugen sprechen von 160 Toten +++

Augenzeugen berichten im Fernsehsender Al-Arabija, allein am Montag seien in der libyschen Hauptstadt Tripolis 160 Menschen bei Zusammenstößen ums Leben gekommen.

+++19:02 Uhr: UN-Diplomaten sagen sich von Gaddafi los+++

Die meisten der libyschen Diplomaten bei den Vereinten Nationen haben sich nach einem Zeitungsbericht von Gaddafi losgesagt und sind auf die Seite der Opposition gewechselt. Lediglich der UN-Botschafter selbst halte noch zu dem umstrittenen Diktator, berichtet der New Yorker Korrespondent der "Los Angeles Times"

+++18:45 Uhr: Tripolis unter Beschuss+++

Inzwischen wird offenbar nicht mehr nur vereinzelt auf Demonstranten geschossen: Ein Einwohner von Tripolis berichtet im Sender Al-Dschasira, dass Kampfflugzeuge viele Orte in der Stadt bombardierten.

+++18:24 Uhr: Ban Ki Moon spricht mit Gaddafi+++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußert sich über die Lage in Libyen besorgt und fordert ein sofortiges Ende der Gewalt. Ban redete mit Machthaber Muammar Gaddafi.

+++ 18:14 Uhr: Staat geht gegen Opposition vor+++

Die Behörden verschärfen offenbar ihr Vorgehen gegen Oppositionelle. Das Staatsfernsehen verkündete am Abend, die Sicherheitskräfte hätten einen Einsatz gegen "die Rückzugsorte der Saboteure und Terroristen" gestartet. Mehrere Menschen seien getötet worden. Dem Bericht zufolge riefen die Sicherheitskräfte die Bürger des Landes zur Zusammenarbeit auf, "um die Sicherheit wieder herzustellen". Der Ort des Einsatzes wurde nicht genannt. Das Fernsehen zeigte in dem Bericht Bilder einer Demonstration von Anhängern des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi.

+++ 17:46 Uhr: Demonstranten von Militärjets beschossen?+++

Militärflugzeuge haben einem Fernsehbericht zufolge auf Demonstranten in Tripolis gefeuert. Dies berichtete der Fernsehsender al Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite war zunächst nicht möglich.

+++ 17:24 Uhr: "Gaddafi auf dem Weg nach Venezuela" +++

Die britische Regierung hat nach eigenem Bekunden Informationen erhalten, wonach der libysche Machthaber Muammar Gaddafi aus dem Land geflüchtet sein könnte. Die Informationen ließen ihn annehmen, dass Gaddafi gerade auf dem Weg nach Venezuela sei, sagte Außenminister William Hague. Hochrangige venezolanische Regierungskreise wiesen umgehend zurück, dass Gaddafi nach Venezuela komme. Schon im Laufe des Montags hatten Medien, unter anderem die BBC darüber spekuliert.

+++ 16:54 Uhr: Libysche Jets landen in Malta +++

Nach Angaben aus Armeekreisen sind zwei libysche Kampfflugzeuge und zwei zivile Hubschrauber auf Malta gelandet. Insgesamt seien sieben Passagieren an Bord, die eigenen Angaben zufolge französische Staatsbürger seien, hieß es aus Kreisen der Armee Maltas weiter. Allerdings habe nur einer von ihnen einen Pass. Sie würden von den Behörden am Flughafen in Valetta festgehalten, ihre Identitäten würden überprüft. Die Hubschrauber hätten zwar eine Landeerlaubnis für Malta erhalten, aber keine Starterlaubnis von den libyschen Behörden; das deute auf eine mögliche Flucht hin, hieß es aus den Armeekreisen weiter.

+++ 16:30 Uhr: Justizminister tritt zurück +++

Der libysche Justizminister ist einem Medienbericht zufolge aus Protest gegen die Unterdrückung von Demonstrationen zurückgetreten. Mustafa Mohamed Abud al Dscheleil habe wegen des exzessiven Einsatzes von Gewalt seinen Rücktritt erklärt, berichtete die libysche Zeitung "Kurina". Die Zeitung schreibt, sie habe selbst mit dem Minister am Telefon gesprochen. Eine offizielle Stellungnahme zu dem Bericht gab es zunächst nicht.

+++ 15:50 Uhr: Libyscher Funktionär tritt zurück +++

Der Vertreter Libyens bei der Arabischen Liga in Kairo, Abdulmoneim al Honi, hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er sagte der Nachrichtenagentur DPA: "Ich habe mein Rücktrittsschreiben an den libyschen Führer Muammar al Gaddafi geschickt, aber ich habe keine Antwort von der libyschen Führung erhalten, was wohl daran liegt, dass Gaddafi zurzeit damit beschäftigt ist, die Demonstranten zu unterdrücken." Al Honi erklärte, er habe von Vertrauten Gaddafis erfahren, dass dieser "sehr wütend und in einem Zustand großer nervlicher Anspannung" sei. Die Arabische Liga hatte erklärt, der Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten in Libyen sei inakzeptabel.

+++ 15:39 Uhr: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Libyen +++

Das Auswärtige Amt warnte vor allen Reisen in das nordafrikanische Land. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) appellierte an alle Bundesbürger, die sich noch in Libyen aufhalten, das Land zu verlassen. Geschätzt wird, dass dort insgesamt etwa 500 Deutsche leben, darunter auch viele Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Als Touristen sind dort vermutlich nur wenige Bundesbürger unterwegs. Das Auswärtige Amt hatte am Montag keine Hinweise darauf, dass bei den Unruhen auch Deutsche verletzt oder getötet wurden. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes stand in engem Kontakt mit der Botschaft in Tripolis.

+++ 12:05 Uhr: Merkel und Westerwelle verurteilen Gewalt +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte in Libyen in Berlin "aufs Schärfste". Außenminister Guido Westerwelle Westerwelle sagte: "Nichts und niemand rechtfertigt, dass diese friedlichen Demonstranten mit Gewalt, mit Mord und Totschlag eingeschüchtert werden sollen." Mit Blick auf einen Fernsehauftritt des Gaddafi-Sohnes Saif al Islam sagte Westerwelle: "Wer in einer solchen Lage sein eigenes Volk einschüchtern will, indem er in Libyen mit Bürgerkrieg droht, der zeigt nur, dass er am Ende ist." Deutschland stehe "an der Seite derjenigen, die für die Freiheit demonstrieren".

+++ 11:50 Uhr: Baustellen werden geplündert +++

Bei den Unruhen sind bisher mindestens 14 türkische Großbaustellen geplündert worden. Materialien und Maschinen seien gestohlen oder zerstört, Fahrzeuge und Unterkünfte in Brand gesetzt worden, berichteten türkische Medien unter Berufung auf die Regierung in Ankara. Ein türkischer Diplomat habe seine auf Baustellen arbeitenden Landsleute aufgerufen, sich Protestierern nicht in den Weg zu stellen und Krisengebiete zu verlassen.

+++ 11:30 Uhr: Einige Städte in der Hand der Opposition +++

Einer Menschenrechtsorganisation zufolge, kontrollieren Demonstranten mehrere Städte in Libyen. "Viele Städte" wie Bengasi und Surt seien in der Hand der Opposition, weil zahlreiche Soldaten sich den Protesten angeschlossen hätten, teilte die Internationale Föderation der Menschenrechtsligen (FIDH) mit. Der Organisation zufolge kamen seit Beginn des Aufstandes vor einer Woche 300 bis 400 Libyer ums Leben. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sprach von mindestens 233 Toten.

+++ 7:29 Uhr: Die Revolte greift aufs ganze Land über +++

Der Aufstand der Libyer hat die Hauptstadt Tripolis erreicht - allen Drohungen und Versprechungen von Machthaber Muammar al Gaddafi zum Trotz. Aus dem Haus des Volkes, in dem üblicherweise das Parlament tagt, schlugen Flammen. In den Straßen versammelten sich erneut Gegner und Anhänger der Regierung. Auch aus Ras Lanuf, wo eine wichtige Ölraffinerie steht, wurden Unruhen gemeldet. In Benghasi im Osten haben die Sicherheitskräfte offenbar die Kontrolle verloren. "Ich kann die brennende Halle des Volkes sehen", berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters aus Tripolis. "Die Feuerwehr ist vor Ort und versucht, das Feuer zu löschen." In der Nacht seien mehr als 60 Menschen in Tripolis getötet worden, berichtete der Fernsehsender al Dschasira und berief sich auf Rettungskräfte. Der Sender meldete zudem, dass Demonstranten mehrere Polizeiwachen gestürmt und demoliert hätten. Sicherheitskräfte zögen plündernd durch Bankfilialen und Verwaltungsgebäude.

+++ 7 Uhr: Gaddafis Sohn warnt vor einem Bürgerkrieg +++

Saif al Islam, Sohn des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, warnt vor einem Bürgerkrieg und droht mit einem Kampf bis zum letzten Mann. Zugleich bemühte er sich, die Libyer, die ihre Furcht vor seinem seit 40 Jahren herrschenden Vater immer mehr verlieren, zu beschwichtigen und versprach mehr Freiheiten.

ben/nik/DPA/Reuters/AFP/DPA/Reuters

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