Nach Angaben von Oppositionellen setzte sich auch Syriens erster und einziger Kosmonaut Mohammed Achmed Faris in die Türkei ab. Der aus Aleppo stammende Luftwaffenpilot habe sich den Oppositionskräften angeschlossen, hieß es. Faris war 1987 mit den Sowjets ins All geflogen.
Assad verliert einem Regimekenner zufolge in Armee und Sicherheitsapparat vor allem den Rückhalt der Sunniten. Die sunnitischen Muslime stellen mehr als 60 Prozent der Bevölkerung, im Militärapparat allerdings nur 4000 der insgesamt 33.000 Offiziere. Der Assad-Clan und die Spitzen des Regimes gehören der schiitischen Gemeinschaft der Alawiten an, während die meisten Aufständischen Sunniten sind.
Mit Blick auf die nördliche Geschäftsmetropole Aleppo sprachen die Staatsmedien von einer bevorstehenden Entscheidungsschlacht. Angeblich sollen 25.000 Soldaten Stellung bezogen haben, wie der Rebellenkommandeur Abu Omar al-Halebi der Deutschen Presse-Agentur am Telefon sagte.
Die Aufständischen meldeten schweren Artilleriebeschuss des südwestlichen Bezirks Salaheddin durch Regimetruppen. Die Aufständischen selbst wollen einen Armeehubschrauber nahe einem Militärflughafen in Aleppo abgeschossen haben. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht überprüfen, da Journalisten in den Bürgerkriegsregionen kaum arbeiten können.
Kurz vor Bekanntwerden der Flucht Hidschabs wurden bei einem Anschlag auf das Staatsfernsehen in Damaskus mehrere Angestellte leicht verletzt. Das teilte Informationsminister Omran al-Subi mit. Das staatliche Syrische Fernsehen gilt als wichtigstes Propagandainstrument des Assad-Regimes.
Der Syrien-Konflikt hat mehrere hunderttausend Menschen in die Flucht getrieben. Die Bundesregierung sieht derzeit jedoch keinen Grund für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien. Ihr Menschenrechtsbeauftragter Markus Löning (FDP) sprach sich dafür aus, den Flüchtlingen besser direkt vor Ort zu helfen - entweder in Syrien selbst oder in Nachbarländern wie dem Libanon oder Jordanien.
Nach Angaben der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London starben am Montag innerhalb weniger Stunden 28 Menschen in Syrien. Zehntausende Syrer brachten sich bereits in Nachbarländern in Sicherheit. In Syrien selbst sollen mehr als 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht sein.