Öffentlich ist von Obama derzeit wenig zu sehen - abgesehen von dem Besuch in Washington Anfang der Woche, den er aber gezielt kurz hielt. Der designierte Präsident scheint derzeit bewusst unterzutauchen, so, als ob er noch einmal Kraft tanken wolle vor dem Auftritt auf der ganz großen Bühne, vor dem offiziellen Beginn seiner Präsidentschaft. Zu sehen sei er, berichtet die "New York Times", derzeit nur sporadisch. Immer dann, wenn er seine Töchter zu Schule bringe oder in ein Fitness-Studio in der Nähe seines Hauses zum Trainieren gehe. Der Familie widme er sich derzeit besonders. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit den Töchtern Malia und Sasha begleitet er die Töchter bisweilen zur Schule, danach geht er zum Trainieren. Später erst fährt er in jene Büros in einem Regierungsgebäude, in denen der Aufbau seiner Regierung organisiert wird.
Die Lebensumstände haben sich geändert, Obamas Führungsverhalten, berichtet die "New York Times", ist offenbar gleich geblieben sei: Er sei cool, gut organisiert, geht systematisch vor - bei der Wahl seiner Kabinettsmitglieder ebenso wie bei der Abwicklung seines Sitzes im US-Senat. Am Sonntag wolle er sein Mandat abgeben, um sich voll auf die Organisation des Übergangs in der Regierung konzentrieren zu können, verlautete am Donnerstagabend.
Obama spart sich so auch die Sitzungen der Kammer in der kommenden Sitzungswoche, wenn wichtige Vorhaben wie ein Konjunkturprogramm und ein Rettungspaket für die Autobranche auf der Tagesordnung stehen. Für Wirbel sorgten am Donnerstag und Freitag lediglich Meldungen, für die Mitarbeiter Obamas als Quellen angegeben wurden, wonach Hillary Clinton als mögliche Außenministerin im Kabinett Obamas gehandelt wird. Sollte sich dies bestätigen, würde es eine weitere spannende Wende im Verhältnis Obamas zu seiner ehemaligen Konkurrentin bedeuten.
Wie sich Obamas privates Leben gewandelt hat, belegt die "New York Times" übrigens mit einem Zitat des Frisörs Zariff. Der sehe jetzt viel präsidentieller aus, berichtet der 44-Jährige demnach, und er gehe auch anders. Und er vermisse es, durch sein Viertel streifen zu können. Allerdings gibt es erste Anzeichen dafür, dass sich auch im Leben Zariffs etwas wandeln könnte. Zwar kriegt er für einen Obama-Cut nach wie vor nur 21 Dollar - aber nach eigenen Angaben überlegt Zariff, demnächst eine Filiale in Washington zu eröffnen.