Die Lufthansa sagte am Donnerstag zwei Flüge in die indische Metropole ab. Am Freitag soll der Flugbetrieb nach Mumbai voraussichtlich wieder aufgenommen werden, äußerte sich ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt/Main. Der Reiseveranstalter Studiosus aus München teilte auf seiner Webseite mit, Mumbai ab sofort aus dem Programm zu nehmen. Alle Indien-Gäste des Veranstalters seien jedoch wohlauf. Dies gilt auch für Reisende, die über die Veranstalter Dertour und Meier's Weltreisen gebucht haben, wie es hieß. Die europäischen Staaten planen, alle Europäer aus Mumbai auszufliegen.
Die während der Anschläge in Mumbai im Hotel Taj Mahal untergebrachte EU-Delegation hat die Anschläge unbeschadet überstanden. Das teilte einer der beiden betroffenen deutschen EU-Abgeordneten, Daniel Caspary, telefonisch mit. "Wir haben Glück gehabt", sagte der CDU-Politiker. Seine SPD-Kollegin Erika Mann war nach Casparys Angaben allerdings "über fünf Stunden lang im Hotel auf der Flucht und musste sich in Sicherheit bringen". Mann und einige weitere Abgeordnete befanden sich zum Zeitpunkt des Überfalls im Hotel Taj Mahal, der Rest der Gruppe in einem nahe gelegenen Restaurant. Dort harrten sie bis 6 Uhr Ortszeit aus, bis der deutsche Generalkonsul sie abholte und ins französische Konsulat brachte, berichtete Caspary.
Die Attentäter fordern die Freilassung aller in Indien inhaftierten Islamisten. Die Muslime in Indien sollten nicht länger verfolgt werden, sagte einer der im Hotel Oberoi verschanzten Angreifer am Donnerstag in einem Telefongespräch mit dem Fernsehsender India TV. Im Namen der Organisation "Deccan Mujahedeen" forderte er, alle in indischen Gefängnissen sitzenden radikalen Muslime freizulassen.
Außenminister Steinmeier verurteilte die Anschläge in Mumbai. "Es sind grausame Bilder, die uns aus Indien erreichen. Ich bin bestürzt über die Anschläge", sagte Steinmeier. Beim Auswärtigen Amt in Berlin und beim Generalkonsulat in Mumbai seien Krisenstäbe eingerichtet worden. Auch ein psychologisches Beratungsteam sei auf dem Weg nach Indien. Bundeskanzlerin Angela Merkel bot der indischen Regierung Hilfe bei der Bewältigung der Anschläge an. In einem Telefonat sprach sie Indiens Premier Singh ihr Mitgefühl aus und schickte ihm ein Kondolenzschreiben. "In dieser schweren Stunde sind unsere Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen", heißt es darin.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, die Verantwortlichen müssten umgehend zur Verantwortung gezogen werden. Er versicherte dem indischen Volk und der Regierung seine Solidarität. Ähnlich äußerten sich der britische Premier Gordon Brown und die französische EU-Ratspräsidentschaft.

Der designierte US-Präsident Barack Obama verurteilte die Terrorserie auf das Schärfste. Er sei "in Gedanken und in seinen Gebeten bei den Opfern", sagte ein Sprecher Obamas. Die koordinierten Anschläge auf unschuldige Zivilisten zeigten, wie ernst die Bedrohung durch den Terrorismus sei. Die USA müssten ihre Partnerschaft mit Indien und anderen Nationen in der Welt stärken, um die terroristischen Netzwerke zu zerstören.