27. Juli 2012, 18:15 Uhr

Merkel und Hollande wollen "alles" für den Euro tun

Spanien will keine Rettungsgelder beantragen

Die Bundesbank wertete einen möglichen Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB hingegen als "problematisch". An dieser Einschätzung habe sich nicht geändert, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die EZB hatte erstmals im Mai 2010 Staatsanleihen schlingernder Euroländer aufgekauft, um die Eurozone zu stützen. Kritiker lehnen ein solches Vorgehen jedoch als eine Art der Staatsfinanzierung ab, die der EZB verboten ist.

Offiziell möglich ist es, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF Staatsanleihen aufkauft, um die Zinsen für spanische Staatsanleihen zu drücken. Dafür müsste die Regierung in Madrid aber einen Antrag an die Eurogruppe stellen. Im Gegenzug würde mit Spanien eine Vereinbarung über Reformauflagen geschlossen. Eine Anfrage Spaniens liege aber nicht vor, erklärten Berlin und Brüssel. Die spanische Regierung bekräftigte zudem, es sei nicht geplant, ein Rettungspaket für ganz Spanien aufzulegen.

Unterdessen berichtete die französische Tageszeitung "Le Monde" in ihrer Samstagsausgabe, die EZB bereite ein Eingreifen an den Märkten zusammen mit den EU-Staaten vor. Dem Bericht zufolge sollen in einer ersten Phase über die Euro-Rettungsfonds Staatsanleihen von Spanien oder Italien auf dem Primärmarkt aufgekauft werden. Zugleich würde die EZB ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt wieder starten.

lin/AFP/Reuters/DPA
Seite 1: Merkel und Hollande wollen "alles" für den Euro tun
Seite 2: Spanien will keine Rettungsgelder beantragen
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Medienschlacht zur Eurokrise Merkel ist in Griechenland "Häftling 4339"

Der Euro sollte den Kontinent zusammenschweißen. Tatsächlich entzweit er ihn. Nirgendwo zeigt sich das so deutlich wie in den Medien. Neuer Höhepunkt ist eine fiese Attacke auf die Kanzlerin.

Griechischer Sozialistenchef Venizelos warnt vor "Selbstmord der Eurozone"

Sozialisten-Chef Venizelos prophezeit bei einem Euro-Austritt Griechenlands das Aus für die gemeinsame Währung. Derweil ringt die Regierung mit einem neuen Sparpaket um das Vertrauen der Geldgeber.

Eurokrise Griechenland schickt Frühstücksdirektoren nach Hause

Der Druck der Euroretter auf Athen ist enorm. Die Regierung handelt und geht gegen Vetternwirtschaft vor. Etliche Behörden werden geschlossen. Reicht das, die Geldgeber zu beruhigen?

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?