. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
6. November 2009, 18:13 Uhr

Obamas Klima-Katastrophe

Der Anti-Bush hat nichts anzubieten

Und wie stark der Widerstand im Kongress ist, konnte man jüngst auch während Angela Merkels eindrucksvoller Kongress-Rede sehen: Dort verweigerten ihr vor allem republikanische Abgeordnete den Applaus, als sie vom Klimaschutz sprach, dem wichtigen Zwei-Grad-Ziel, das es festzuschreiben gelte. International. Verbindlich. Und zwar auch von den USA. Und nur wenige Stunden später weigerten sich die Republikaner wie trotzige Kinder, an einer Sitzung des Umweltausschusses teilzunehmen, um über das Klimaschutzgesetz zu debattieren. Drei Stunden warteten die Demokraten, erst plauderte man miteinander, dann sortierte man Akten, zuletzt herrschte gähnende Langeweile, dann wurde die Sitzung beendet. Ohne Ergebnis.

Dabei sollte doch Obama der Mann sein, der Anti-Bush, der die Welt in Kopenhagen retten würde.

Jetzt aber wird diese wichtige Konferenz wohl ohne feste Zusagen der USA beginnen. Keine verbindlichen Festlegungen auf CO₂-Kürzungen (sollen es in zehn Jahren 20, 17 oder nur 14 Prozent weniger sein als 2005?), keine verbindliche Summe über Ausgleichszahlungen für die Entwicklungsländer, wenn diese in den Klimaschutz investieren. Gerade hat sich Europa verständigt: Bis zu 50 Milliarden Euro sollen die reichen Industrieländer jährlich an die ärmeren Länder zahlen, Europa würde bis zu 15 Milliarden beisteuern. Aus Washington dazu bislang: beredetes Schweigen. Und die Welt fragt sich: Fliegt der Mann im Weißen Haus nun nach Kopenhagen oder fliegt er nicht?

Alles hängt am Senat

In weniger als einem Monat beginnt die Konferenz - eine Lösung ist nicht in Sicht. Schon plagen Klimaschutz-Veteranen düstere Erinnerungen: Da hatten die USA unter Präsident Bill Clinton zwar das Kyoto-Protokoll unterzeichnet. Aber im eigenen Land war es nicht durchzusetzen: Alle Senatoren stimmten damals mit "No." Ein einstimmiges Votum - es war das Ende des Kyoto-Prozesses, bevor er richtig beginnen konnte.

In diesen Tagen brüten Unterhändler über dem 200 Seiten langen Vertragsentwurf , sie feilschen über Details, so wie sie seit Jahren über immer neue Details feilschen, und sie sorgen sich, dass die anderen Länder keine Vereinbarung unterschreiben werden, auf der Obamas Unterschrift fehlt. Doch soll ein weltweites Abkommen scheitern, nur weil der US-Senat sich nicht rechtzeitig über ein Gesetz einigen kann? "Die Welt kann doch nicht auf den Zeitplan des Senats warten", kritisierte der EU-Botschafter in den USA John Bruton neulich. Die ebenso selbstbewussten wie eigensinnigen Senatoren sehen das offenbar ganz anders. Und Obamas Klimaexperten beschwichtigen: Man solle keinen unnötigen Druck machen. Eine Niederlage im Senat wäre eine Katastrophe für das Klima und für Obama.

Welcher Ausweg führt aus dem Dilemma?

Schon sucht man nach Auswegen aus dem Dilemma. Man könne die Verhandlungen vielleicht ins nächste Jahr hinein verlängern. Oder ein einjähriges Moratorium verhängen, wie es der britische Klimaexperte David King fordert. Und einige greifen schon nach Strohhalmen: da könnte doch der umstrittene Friedensnobelpreis eine trickreiche Hilfe für Obama sein. Denn auf dem Weg zur Preisverleihung nach Stockholm Mitte Dezember könnte er doch einen Abstecher nach Kopenhagen machen. Es läge - immerhin umweltschonend - auf dem Weg.

Von Katja Gloger
Seite 1: Obamas Klima-Katastrophe
Seite 2: Der Anti-Bush hat nichts anzubieten
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Jever-Huelse (06.11.2009, 23:48 Uhr)
@Dirk_37
Jaja, die Wahrheit passt halt nicht in Dein Weltbild.
Da helfen Menschen wie Dir dann nur noch Beleidigungen. Aber da Du ja zu den Guten gehörst, darfst Du das natürlich.
Im Gegenteil: ICH sollte mich entschuldigen, für meine politisch völlig unkorrekte Meinung!
Dirk_37 (06.11.2009, 20:24 Uhr)
@Wort-Hülse^^
Selten soviel Bockmist in so wenigen Sätzen zusammengefasst gelesen, Bravo!!!
cybertanne (06.11.2009, 20:17 Uhr)
Der Lack ist ab
und die Obama-verliebten Deutschen erwachen in der Realität.
Jever-Huelse (06.11.2009, 20:03 Uhr)
Klimaschwindel fliegt auf!
Tja, jetzt hat es sich sogar bis in die USA herumgesprochen: Die "menschengemachte Erderwärmung" ist nur ein herbeigelogenes Horrorszenario, keinesfalls ein Fakt. Den Alarmisten, Öko-Faschisten und anderen Gutmenschen folgen nur noch Dummköpfe. Die Senatoren machen diesen Schwachsinn nicht mehr mit - gut so!
Was die Welt bewegt

Worüber die Mächtigen dieser Erde hinter den Kulissen rangeln, darüber schreibt stern-Autorin Katja Gloger in der Kolumne "Was die Welt bewegt"

WEITERE ARTIKEL DER KOLUMNE
MEHR ZUM ARTIKEL
Ein Jahr Präsidentenwahl Barack Obama - ein Mann, ein Jahr

Vor seiner Wahl am 4. November 2008 machte US-Präsident Barack Obama große Versprechen. Seither hat er viele Reformen angestoßen - wie erfolgreich sie sind, ist ungewiss. Ein Besuch bei fünf Amerikanern, die immer noch auf den Wandel warten. mehr...