Bislang koordiniert die gestrenge Susan Rice die Außenpolitik im Team Obama. Rice war einst Afrika-Expertin im Außenministerium, jetzt koordiniert sie die 300 außenpolitischen Berater, die Obama schon heute zuarbeiten. Auch Janet Napolitano, die energische Gouverneurin von Arizona und Kathleen Sibelius, Gouverneurin von Kansas, gelten als Favoritinnen für Kabinettsposten.
Jedes Lächeln, jeder Satz, jedes Lob wird in diesen Tagen auf potentielle Regierungstauglichkeit überprüft. So erhielt Verteidigungsminister Robert Gates gerade hohes Lob von seinem ehemaligen Kollegen Richard Danzig. Der ehemalige Marine-Minister gehört zum engen Beraterkreis Obamas. Und schon spekuliert man: Gates werde auch unter Obama Chef im Pentagon bleiben, schließlich arbeitete er schon unter sechs Präsidenten beider Parteien. Einig scheint sich Obama auch mit dem Gates-Mann General David Petraeus. Der ehemalige erfolgreiche Oberkommandierende im Irak ist als Centcom-Chef auch für Afghanistan zuständig. Er hat bereits signalisiert, dass er mit den Taliban verhandeln wolle - wie auch Obama.
Und dann wäre da noch ein gewisser James Steinberg, zur Zeit Professor in Texas, er wird zur Zeit als Sicherheitsberater gehandelt. Der Jurist verdiente seine Sporen bei Senator Ted Kennedy und arbeitete unter Clinton fünf Jahre lang als stellvertretender Sicherheitsberater. Ein ebenso kluger wie eloquenter Stratege, ein Experte für eine neue Außenpolitik, die auf die Kraft der Diplomatie setzt und auf Amerika als führende Macht in einer multipolaren Welt. Ein Mann, ganz nach Obamas Geschmack. Vielleicht ist die Idee, mit alten Profis in eine neue Ära zu starten, gar nicht so schlecht. Zu Obama würde sie passen.
Und falls es doch anders ausgeht, falls John McCain die Wahl gewinnt? Sein alter Kumpel, Senator Joe Lieberman, könnte Außenminister werden; sein alter Freund, Senator und Militärjurist Lindsey Graham aus South Carolina vielleicht Justizminister. Mitt Romney, schwerreicher Ex-Gouverneur aus Massachusetts, auch der kluge Weltbank-Chef Robert Zoelleck würden als mögliche Finanzminister gehandelt. Andere sehen - mit Schrecken- gar Rudy Giuliani auf der Kabinettsliste. Als ob Sarah Palin als mögliche Vizepräsidentin nicht ausreiche.
PS.: Und über das Design im Oval Office könnte Bushs Nachfolger durchaus schon nachdenken. Es gilt als präsidiales Privileg, einige Winzigkeiten im sonst so sakrosankten Büro verändern zu dürfen. Dazu gehören die Farbe des Teppichs, Bilder an der Wand und ein paar Bronzefiguren. George W. Bush schaut auf texanische Landschaften und - neben Churchill, Eisenhower und Lincoln - auf eine Figur ganz nach seinem Geschmack: ein juchzender texanischer Bronze-Cowboy auf buckelndem Pferd. Und der Teppich? Der ist sonnengelb.