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24. Januar 2003, 10:53 Uhr

USA erwarten „robuste“ militärische Koalition

Saddam ordnet nach US-Angaben Ermordung kooperativer Experten an

Der irakische Präsident Saddam Hussein hat nach US-Informationen die Ermordung aller Wissenschaftler angeordnet, die bei der Befragung im Rahmen der UN-Waffeninspektionen kooperieren. Das gelte auch für die Familienangehörigen, sagte der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz am Donnerstag in einer Rede in New York. Darin listete er „Beweise“ für irakische Verstöße auf, die aus US-Sicht einen Militärschlag rechtfertigen würden.

Wolfowitz berief sich bei seinem Vorwurf auf Angaben aus „vielfachen“ Quellen. Nach den Worten des Vizeministers ist den USA auch bekannt, dass Wissenschaftler vor den Vernehmungen genau instruiert würden und irakische Geheimdienstoffiziere sich als Forscher ausgäben, um dann von den UN-Inspekteuren verhört zu werden.

Der stellvertretende Pentagon-Chef zählte in seiner Rede vor der Denkfabrik „Council on Foreign Relations“ hauptsächlich verschiedene Waffenarten auf, die der Irak nach US-Informationen besitze, aber in Saddams Dossier für die UN nicht aufgeführt seien. Dazu gehören nach Wolfowitz’ Worten beispielsweise Tonnen von Anthrax-Rohmaterial.

Der Minister beschuldigte den Irak außerdem, verstärkt Unterlagen über Waffenprogramme zu verstecken, etwa in Privathäusern, Farmgebieten und unter Moscheen, Universitäten und Krankenhäusern. Es gebe viele Berichte darüber und „andere Beweise“ dafür, sagte Wolfowitz. Die Bemühungen, Waffen und Dokumente über Waffenprogramme zu verbergen, würden von Saddams Sohn Kusai geleitet, der dafür die ihm unterstellte Eliteeinheit Republikanische Garde benutze.

Wolfowitz wies weiter darauf hin, dass der Irak technisch in der Lage sei, in Computer-Systeme der UN und der Internationalen Atomenergiebehörde einzudringen, um Informationen über Inspektionsmethoden und geplante -abläufe zu „stehlen“. Es sei wahrscheinlich davon auszugehen, dass der Irak solche Aktionen auch unternehmen werde.

 
 
 
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