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16. Februar 2012, 03:43 Uhr

Nordkorea lässt toten Diktator hochleben

Besonderes Geburtstagsgeschenk für einen Toten: Das Regime im sozialistischen Nordkorea hat den verstorbenen Machthaber Kim Jong Il ehrenhalber zum "Generalissimus" erklärt.

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Nur auf den zweiten Blick erkennt man den Unterschied: Rechts das Geburtstagskind Kim Jong Il, Seit an Seit mit seinem Vater Kim Il Sung© Reuters/Kyodo

Pjöngjang pflegt den Personenkult: Das Regime im Nordkorea hat am Donnerstag den 70. Geburtstag des langjährigen Führers Kim Jong Il gefeiert. Il hatte am 17. Dezember einen tödlichen Herzinfarkt erlitten.

Im Staatsfernsehen kam eine alte Frau zu Wort, die mit zitternder Stimme dafür dankte, dass "der General" die Zeit gefunden habe, ihre Familie zu besuchen. "Es gibt auf der Welt keinen zweiten Führer wie den General", sagte die Frau.

Am Vortag meldete die amtliche Nachrichtenagentur, Kim Jong Il sei posthum zum Generalissimus erhoben worden. Damit wurde Kim Jong Il derselbe Rang zuteil wie seinem 1994 verstorbenen Vater Kim Il Sung. Ebenfalls wurde eine fast sechs Meter große Doppelreiterstatue in Bronze zu Ehren Kims und seines Vaters in Pjöngjang enthüllt. Kim Jong Il stand 17 Jahre an der Spitze des kommunistischen Staates. Er entwickelte die Songun-Doktrin, nach der die Armee die soziale Hierarchie krönt.

Gedächtnisstempel, Geschenke und eine Begonie

Als Nachfolger Kim Jong Ils rückte sein Sohn Kim Jong Un an die Staatsspitze. Sein genaues Alter ist nicht bekannt, aber er geht auf die 30 zu. Kim Jong Un beaufsichtigte am 70. Geburtstag seines Vaters die Versendung von Geschenken an Kinder, die auf abgelegenen Inseln leben. Außerdem leitete er ein Treffen von mehreren hundert Militärs und zivilen Staatsbediensteten.

Zu dem Gedenktag wurden Gedächtnisstempel und Münzen herausgegeben. In Pjöngjang eröffneten die Stadtoberen eine Kunstausstellung für den verstorbenen Machthaber. Und natürlich gab es auch Blumen zum Geburtstag: Wie in jedem Jahr seit 1988 wurde die Blüte einer speziellen roten Begonienzüchtung gefeiert - der Kimjongilia.

jwi/DPA/AFP
 
 
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