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20. Juni 2008, 09:05 Uhr

Chàvez droht EU mit Ölboykott

Starke Worte aus Venezuela: Präsident Hugo Chàvez hat der Europäischen Union mit einem Erdölboykott gedroht. Der Grund: Die neue Abschiebe-Regeln, die Chàvez als "peinlich" bezeichnet. Und eine verbale Entgleisung lieferte er gleich noch nach.

Hugo Chàvez hat der EU gedroht© Reuters

Venezuelas Staatspräsident Hugo Chàvez hat der Europäischen Union (EU) wegen der neuen Abschiebe-Regeln für illegale Einwanderer mit einem Erdölboykott gedroht. Er werde auch die Investitionen jener EU-Länder in Venezuela prüfen, die die neuen Regeln übernehmen sollten, sagte Chàvez in Caracas.

"Das venezolanische Erdöl geht nicht an jene Länder, die dieses peinliche Abkommen unterzeichnen", erklärte er am Rande eines Treffens mit dem künftigen Staatschef von Paraguay, Fernando Lugo. Auch Lugo wies die neue EU-Regelung "energisch zurück".

Chàvez, der immer wieder mit provokanten Äußerungen auf sich aufmerksam macht, drohte: "Wir werden bei diesen Ländern die Investitionen prüfen, die sie hier bei uns haben, und unsere eigene Rückführungsrichtlinie adoptieren, wir schicken (die Investitionen) einfach zurück." Der linksnationalistische Staatschef bezog sich auf die Regeln, die diese Woche vom Europaparlament in Straßburg verabschiedet wurden und die eine Abschiebehaft von sechs Monaten, in Ausnahmefällen von bis zu 18 Monaten vorsehen.

Diese Regeln der EU verletzten die Menschenrechte und das internationale Recht, kritisierte Chàvez. Es gebe in Europa Millionen illegaler Einwanderer, sagte der Venezolaner und fuhr fort: "Was werden sie mit all diesen Menschen machen? Werden für sie Konzentrationslager errichtet werden?"

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
ecomoc4u (21.06.2008, 03:37 Uhr)
wir sind uns alle einig,
dass 18 monate sammellager nicht einleuchten, und jede menge geld kosten.
.
also direkt ins land zurück, von wo sie gerade herkommen. da macht spanien, italien und marokko nicht mit. also teuer für uns wird es allemal. und wenn papi, zurück im heimatland, seinen kindern von dem deutschen urlaub erzählt...
.
da hat chavez recht. (mit und ohne zynismus)
Guenther100 (20.06.2008, 19:40 Uhr)
Sog. Einwanderung in die Sozialsysteme
1. Ist das Arbeitsverbot für Asylsuchende eine gewollte Diskriminierung und kein Geschenk.
2. Feiern wir doch (hoffentlich) alle miteinander jedes Jahr am 3. Oktober die größte Einwanderung in unsere Sozialsysteme seit es sie gibt. Oder wollt ihr die Ossis auch in Abschiebehaft nehmen?
3. Sind im 19. Jahrhundert europäische Auswanderer tatsächlich nicht in die Sozialsysteme Asiens, Amerikas und Afrikas ausgewandert. Sie haben die Gegenden gleich unterworfen und sich an die Ausbeutung von Mensch und Natur gemacht.
Guenther100 (20.06.2008, 18:53 Uhr)
@ Countryjoe, vegefranz et. al.
Die Stichworte (Einwanderung in die Sozialsysteme) von der CSU und der Springerpresse und die Bildung aus „PISA” - so kann man sich natürlich auch blamieren.
MamfredBuchholz (20.06.2008, 17:06 Uhr)
@inselkarl
warum so weit suchen? Es gibt doch genügend Beispiele in diesem Forum
inselkarl (20.06.2008, 16:20 Uhr)
Linkspopulist Chavez??
Wenn sich da mal unsere linke Weltverbessererfraktion mit Genossen Lafontaine und Genossen Gysi an der Spitze sowie zahlreichen medienrelevanten Mitläufern nicht irrt. Je mehr man Strategie , Bündnissuche und Welterlösungswahn dieses Politclown genauer untersucht, desto deutlicher kommt unter seinem linken bolivarischen Mäntelchen der Vollstrecker peronistischer und falangistsicher Ideen zu Tage. Wer ein Paradebeispiel von Linksfaschismus sucht, wird bei Chavez garantiert fündig.
tagora-sagittara (20.06.2008, 14:05 Uhr)
Da muss ich Hugo Recht geben,...
auch ich finde die geänderten Einwanderungsgesetze ungeheuerlich. Da sieht man mal wieder wozu diese EU fähig ist. Es ist absolut menschenverachtend jemanden 6Monate einzusperren, nur weil er in unsere soziale Hängmatte möchte. Grundsätzlich hat er ja auch Recht, wenn er denkt, wozu im eigenen Land arbeiten an einem gerechteren System wenn es da in erreichbarer Entfernung ein paar Trottel gibt, die einen versorgen nur weil man DA ist!?
Deshalb plädiere ich:
Nieder mit diesem unmenschlichen Gesetz!
Her mit dem steuerlich geförderten Rückflugticket ins Herkunftsland!
Erst dann ist diese Gesetz absolut überflüssig,... und erfüllt seinen Zweck!!!
(Wer die Ironie gefunden hat, darf sie behalten) ;-)
Countryjoe (20.06.2008, 12:22 Uhr)
@Guether100
1. Nicht ganz. Bei uns wird doch das Sparen großgeschrieben :)
2. Stimmt, die unkontrollierte Einwanderung in unsere Sozialsysteme nimmt immer mehr zu. Da das Asylgesetz nicht rechtzeitig angepasst wurde, ist es zur Farce verkommen.
vegefranz (20.06.2008, 12:20 Uhr)
@guenther
du liegst völlig falsch: Eine einwanderung in Sozialsysteme, wie sie in Deutschland in den letzten 25 Jahre belegbar ist, hat es weder im 20. Jahrhundert nocht zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte gegeben. Das argument, daß du nachplapperst, habe ich schon 100 mal gehört. Allerdings stimmt es nicht.
Guenther100 (20.06.2008, 11:50 Uhr)
@Countryjoe
1. schreibt man Verben klein.
2. Ist das Asylrecht zwar de facto aber (noch) nicht de jure abgeschafft.
Guenther100 (20.06.2008, 11:44 Uhr)
Fette Wohlstandbürger ohne Moral
Man bedenke, wieviele Menschen Europa (und nicht zuletzt Deutschland) im 20. Jahrhundert in alle Welt entlassen hat. Auch und gerade nach Südamerika. Wieviele Menschen verloren ihre Heimat, weil zB die Nazis ihnen ihre Staatsbürgerschaft raubten. Die Flüchtlinge wurden damals auch oft als illegale Einwanderer eingesperrt - etwas woran sich zB die Schweizer heutzutage nur sehr ungern erinnern lassen. Es scheint ihnen nicht als Ruhmesblatt zu gelten.
@ zaxxon: Lieber linker Vogel als halber Analphabet
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