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13. Oktober 2009, 15:51 Uhr

Pentagon drängt auf neue Superbombe

Mit Hochdruck arbeiten die USA derzeit an einer konventionellen Superbombe, die selbst stärkste unterirdische Bunker knacken soll. Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums räumen ein, dass die Waffe bei einem Einsatz gegen Ziele im Iran oder in Nordkorea äußerst nützlich werden könnte.

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Auch wenn er gegenüber dem Iran einen milderen Ton anschlägt, will US-Präsident Barack Obama einen Militärschlag gegen das Land nicht ausschließen© Jim Young/Reuters

Bereits seit Jahren arbeiten die USA an einer neuen "Superbombe", die die Explosionskraft ihres Vorläufers um das Zehnfache übertreffen soll. Das 15 Tonnen schwere Geschoss soll tief unter der Erde verborgene und mit tonnenschwerem Beton ummantelte Waffenbunker brechen. Nachdem die Entwicklung dieser stärksten konventionellen Bombe der USA in den vergangenen zwei Jahren wegen Geldmangels ins Stocken geraten war, drückt das Pentagon jetzt aufs Tempo.

Ein Grund für die Eile ist wohl nicht zuletzt der Bau einer bislang vom Iran geheimgehaltenen unterirdischen Anlage zur Uran-Anreicherung. Im US-Verteidigungsministerium wird von Beamten eingeräumt, dass die neue Bombe gepanzerte Atomanlagen wie jene im Iran oder in Nordkorea zerstören könnte. Konkrete Ziele habe man aber nicht im Auge. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand potenzielle Ziele vorausahnen kann", sagte Pentagonsprecher Geoff Morrell.

Die Regierung von Präsident Barack Obama ist einerseits bemüht, den noch aus der Zeit von George W. Bush herrührenden Verdacht zu zerstreuen, dass die USA entweder selbst einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen planen oder einen israelischen Angriff zulassen würden. Auf der anderen Seite will Washington eine militärische Lösung im Atomstreit mit dem Iran auch nicht grundsätzlich ausschließen. Wenn die Diplomatie versagen sollte, stünden härtere Sanktionen an erster Stelle, um den Iran vom Bau einer Atombombe abzuhalten, betont die Regierung.

Militärs sehen einen Angriff auf den Iran skeptisch

Dennoch: Verteidigungsminister Robert Gates erklärte kürzlich, dass ein Angriff auf die iranischen Atomanlagen wohl nur etwas Zeit verschaffe. Zudem sagte der Stabschef der US-Streitkräfte, Admiral Mike Mullen, ein Angriff sei eine Option, die er sich nicht wünsche.

Beim Bau der Bombe, kurz "Mop" genannt ("Massive Ordnance Penetrator"), legt die Regierung trotzdem große Eile an den Tag. Das Pentagon verweist darauf, dass bestimmte Länder ihre Waffenanlagen verstärkt unter die Erde verlegt haben und sie auch noch stark panzerten. Zuletzt erhielt das Verteidigungsministerium nahezu 52 Millionen Dollar, um die Entwicklung der neuen Bombe zu beschleunigen. Es wird damit gerechnet, dass die ersten Exemplare bis Sommer nächsten Jahres geliefert werden.

Das mit einer Präzisionssteuerung ausgerüstete Geschoss der Bombe wird von B-2-Tarnkappenbombern abgeworfen und kann bis zu 2,4 Tonnen Sprengstoff mitführen. Nach Einschätzung von Experten dient die Bombe wohl als Abschreckung gegen die iranischen Atomambitionen. In diesem Sinne äußerte sich auch Kenneth Katzman, Iran- und Nahostexperte beim Forschungsdienst des US-Kongresses. Die Bombe werde sicherlich zu einem Abschreckungsfaktor, sagte Katzman. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad oder etwa der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il müssten dies künftig bei ihren Überlegungen berücksichtigen.

Von Anne Gearan/AP
 
 
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