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3. Mai 2011, 08:23 Uhr

UN begrüßen Tod von Osama bin Laden

Dass die UN den Tod eines Menschen ausdrücklich begrüßen, ist extrem selten. Nun hat der Sicherheitsrat es getan: Das Ende von bin Laden sei eine entscheidenden Entwicklung im Kampf gegen den Terror.

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Die US-Regierung erlebte die Kommandoaktion live am Bildschirm mit: Vizepräsident Joe Biden (l.), Präsident Barack Obama (2. v.l.) und Außenministerin Hillary Clinton (r.)© Pete Souza/DPA

Der UN-Sicherheitsrat hat den Tod des Terroristenführers Osama bin Laden ausdrücklich begrüßt. Die 15 Mitglieder des höchsten Gremiums der Vereinten Nationen verabschiedeten am Montagabend in Anwesenheit von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine präsidentielle Erklärung, in der von einer "entscheidenden Entwicklung" im Kampf gegen den Terrorismus gesprochen wird. Der Gründer des Terrornetzwerkes Al Kaida werde nie mehr in der Lage sein, "Akte des Terrorismus" wie bei den Anschlägen vom 11. September 2001 zu begehen, hieß es. Die Mitglieder bekräftigten zudem ihre Entschlossenheit, terroristische Organisationen und deren Akteure mit voller Strenge zur Rechenschaft zu ziehen. Dass das Gremium den Tod eines Menschen ausdrücklich "begrüßt", ist äußerst selten.

Der Sicherheitsrat forderte die Staatengemeinschaft auf, weiterhin wachsam zu sein und gemeinsam den Kampf gegen den Terrorismus voranzutreiben. Zudem wies das Gremium darauf hin, dass Terrorismus nicht alleine durch Militär und Strafverfolgung bekämpft werden könne, sondern durch die Entwicklung von Zivilgesellschaften und einem wachsenden Verständnis davon, wie und warum sich terroristisches Gedankengut entwickelt.

Ban hatte vor dem Treffen des Sicherheitsrats den Tod von bin Laden als "Wendepunkt" im gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus bezeichnet. Die Verbrechen von Al Kaida hätten Schmerz und Verlust von Tausenden von Menschenleben auf fast allen Kontinenten gebracht. "Ich selbst war an diesem traurigen Tag hier in New York", sagte Ban mit Blick auf die Terroranschläge auf das World Trade Center 2001.

USA vermuten Helfer in Pakistan

Pakistan gerät unterdessen wegen des Aufenthalts von bin Laden in dem Land immer stärker in Erklärungsnot: Es sei "unvorstellbar", dass sich der Terrorführer ohne Hilfe längere Zeit in Pakistan habe verstecken können, sagte der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan.

Pakistans Botschafter in den USA, Husain Haqqani, sicherte eine "vollständige Untersuchung" der Frage zu, warum dem Geheimdienst der Aufenthalt von bin Laden in seinem Land entgangen sei. "Offensichtlich hatte bin Laden ein Unterstützungssystem", sagte er im Sender CNN. "Die Frage ist, war es Unterstützung innerhalb der Regierung und dem Staat Pakistan oder innerhalb der pakistanischen Gesellschaft."

In Washington herrschte offenbar schon vor der Kommandoaktion Misstrauen gegenüber Islamabad. Die USA hatten die pakistanische Regierung erst über den Militärschlag in der Stadt Abbottabad informiert, als die Hubschrauber mit den US-Elitesoldaten den Luftraum des Landes wieder verlassen hatten. Dabei habe Washington ein Feuergefecht mit dem pakistanischen Militär in Kauf genommen, sagte Brennan.

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari wies Anschuldigungen zurück, sein Land habe nicht genug getan, um Bin Laden zu ergreifen. Auch wenn der US-Einsatz gegen den Al-Kaida-Chef "keine gemeinsame Aktion" gewesen sei, habe ein Jahrzehnt Zusammenarbeit zwischen Pakistan und den USA "zu der Ausschaltung von Osama bin Laden als dauerhafte Bedrohung für die zivilisierte Welt geführt", schrieb er in einem Gastbeitrag in der "Washington Post". Unter der Überschrift "Pakistan hat seinen Teil getan" fügte er hinzu, sein Land sei zufrieden, dass die Identifizierung eines Al-Kaida-Kuriers durch pakistanische Dienste letztlich zu bin Laden geführt habe.

Brennan dementiert Tötungsabsicht

Die USA bestritten unterdessen, dass die Kommandoaktion gegen bin Laden eine "Killing Mission" gewesen sei. Der Einsatz hätte nicht mit dem Tod des Terroristenchefs enden müssen, versicherte Brennan. "Wenn wir die Gelegenheit gehabt hätten, ihn lebend zu fassen, hätten wir das getan". Im Vordergrund habe allerdings die Sicherheit der Einsatzkräfte gestanden. "Dem Präsidenten war es sehr wichtig, dass unser Personal geschützt wird", sagte Brennan weiter. Zuvor hatte der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf offizielle Quellen gemeldet, Ziel der Mission sei die Tötung bin Ladens gewesen.

US-Präsident Obama will am Donnerstag Ground Zero in New York besuchen - Dort, wo am 11. September 2001 Terroristen zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center steuerten, will sich der Präsident mit Angehörigen der Opfer treffen, berichteten US-Medien unter Berufung eines Sprechers des Weißen Hauses.

mad/DPA/AFP
 
 
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