Verstrahlte Jets flogen auch nach Deutschland

30. November 2006, 18:18 Uhr

Die Affäre Litwinenko weitet sich aus: Nach dem Fund radioaktiver Spuren in British-Airways-Fliegern wurden tausende Passagiere aufgerufen, auf Symptome einer möglichen Verstrahlung zu achten. Die Maschinen haben auch Frankfurt und Düsseldorf angeflogen.

221 Flüge will die British Airways auf radioaktive Verstrahlung überprüfen©

Fluggäste, die eine mögliche Verstrahlung befürchten, sollten die örtlichen Gesundheitsbehörden kontaktieren, erklärte die Airline. Der britische Innenminister John Reid sagte, Radioaktivität sei zudem an einem dutzend Stellen nachgewiesen worden und Fachleute untersuchten insgesamt 24 Orte. Er teilte nicht mit, ob es sich bei dem nachgewiesenen Material um Polonium-210 handelt, mit dem Litwinenko vergiftet wurde.

33.000 Passagiere werden überprüft

Strahlung wurde in zwei BA-Maschinen nachgewiesen. Ein drittes BA-Flugzeug stand in Moskau und wurde bislang noch nicht untersucht. Die Überprüfung einer Boeing 737 der russischen Privatgesellschaft Transaero verlief nach Angaben des Unternehmens negativ. Laut Reid ist noch eine weitere russische Maschine im Visier der Ermittler. Das Gesundheitsrisiko für Passagiere bezeichnete der britische Minister als gering.

Zunächst blieb unklar, ob die radioaktiven Spuren von Fluggästen stammten, die Kontakt zu Litwinenko hatten, oder strahlendes Material an Bord geschmuggelt wurde. Bis Donnerstag meldeten sich tausende Passagiere bei British Airways. Die Maschinen vom Typ Boeing 767 bleiben bis auf weiteres außer Betrieb, wie die deutschen Zentrale der British Airways mitteilte. Laut BA sollen insgesamt 221 Flüge in Europa mit 33.000 Passagieren überprüft werden. Eine Liste aller Flüge veröffentlichte BA auf ihrer Website.

Russisches Ministerium kündigt stärkere Kontrollen an

Die betroffenen britischen Verkehrsflugzeuge flogen neben Moskau zuletzt auch Düsseldorf, Frankfurt, Athen und Barcelona an. Auf den deutschen Strecken handelt es sich laut BA um folgende Flüge: BA916 vom 26. Oktober und 2. November von London Heathrow nach Frankfurt und BA901 vom 27. Oktober und 3. November von Frankfurt nach London. Auf der Strecke London-Düsseldorf sollen die Flüge BA936 und BA937 von folgenden Daten überprüft werden: 30. Oktober sowie 6., 8., 9., 11., 13., 18., 19., 24., 25. und 27. November.

Die Flughäfen in Düsseldorf und Frankfurt am Main wollten keine Stellungnahme abgeben und verwiesen auf die Fluggesellschaft. British Airways schaltete für internationale Anrufe von betroffenen Fluggästen die Nummer 0044-191-211-3690. Das russische Verkehrsministerium kündigte am Donnerstag stärke Kontrollen für internationale Flüge an. Dabei soll unter anderem die Strahlung an Bord überprüft werden.

Alle Urintests bei Kontaktpersonen Litwinenkos negativ

Nach dem Tod Litwinenkos wurden laut Reid 18 Personen in Spezialkliniken unter Beobachtung gestellt. Alle Urintests seien bislang negativ ausgefallen. Der Minister erklärte, die Untersuchungen, um welche radioaktive Substanz es sich bei den Funden in Gebäuden genau handele, seien noch nicht abgeschlossen. Die britischen Behörden leiteten unterdessen eine offizielle gerichtsmedizinische Untersuchung ein. Am Freitag solle die Leiche Litwinenkos obduziert werden.

Zum Thema
KOMMENTARE (1 von 1)
 
repol2 (30.11.2006, 19:49 Uhr)
Das stinkt zum Himmel!!
Seltsam, seltsam ein Mensch wird mit "einer" nuklearen Pille wie auch immer getötet,und plötzlich sind 5 Flugzeuge der BA verseucht!
Nicht genug, die Fluggessellschaft schreibt auch noch weit über 30000 Passagiere an und warnt vor einer möglichen Verstrahlung! Wer eins und eins zusammenzählen kann der muß hier schon gewaltig ins Grübeln kommen! Da wird doch nicht mehr dahinterstecken? Ist das die ganze Wahrheit? Steckt da vielleicht ein gezielter Terroranschlag der etwas anderen Art dahinter? Meines Erachtens wird die Bevölkerung wieder mal gehörig angelogen, und uns wird die Wahrheit vorenthalten!!