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20. Oktober 2009, 14:57 Uhr

Karsai zu Stichwahl verdonnert

Der Betrug war zu offensichtlich: Afghanistans Präsident Hamid Karsai muss sich nun doch einer Stichwahl stellen. Zuvor hatte eine Wahlkommission ein Drittel der Stimmen für ihn für ungültig erklärt.

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Will die "verfassungsmäßige Ordnung" beachten: Präsident Hamid Karsai© Oliver Matthys/EPA

Genau zwei Monate nach der umstrittenen Präsidentenwahl hat die afghanische Wahlkommission am Dienstag eine Stichwahl angeordnet. Sie soll am 7. November stattfinden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Entscheidung des Gremiums bereits akzeptiert und muss nun gegen seinen wichtigsten Rivalen kandidieren, den früheren Außenminister Abdullah Abdullah.

Bei der Wahl am 20. August hatte Karsai zunächst angeblich mit 54 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit erzielt. Abdullah war demnach auf 28 Prozent gekommen. Die UN-gestützte Untersuchungskommission (ECC) stellte dann aber bei der Überprüfung der Wahl fest, dass rund ein Drittel der Stimmen für Karsai ungültig waren. Diesem Ergebnis schloss sich nun die Wahlkommission (IEC) an. Damit fiel Karsais Stimmanteil knapp unter 50 Prozent - was eine Stichwahl erforderlich macht. Zu Abdullahs Abschneiden machte die IEC zunächst keine Angaben.

In den vergangenen Tagen war Karsai international massiv bedrängt worden, einer Stichwahl zuzustimmen. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte ebenso Druck auf Karsai ausgeübt wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Dieser hatte Karsai in einem Telefonat aufgefordert, sich an die Verfassung zu halten.

Wahl-Termin ist dem Wetter geschuldet

Auch Karsais Herausforderer Abdullah hatte stets eine zweite Wahlrunde gefordert. Eine Stichwahl werde das Vertrauen des Volkes wiederherstellen, sagte er dem US-Radiosender NPR. "Das Volk wird sehen: Ja, es hat Manipulationen gegeben, aber sie sind nun korrigiert worden." Bei der ersten Wahlrunde im August sei die Beteiligung auch deshalb so niedrig gewesen, "weil die Leute dem System misstraut haben".

Die Abhaltung einer Stichwahl in Afghanistan binnen gerade mal knapp drei Wochen ist logistisch eine große Herausforderung. Zudem muss sichergestellt werden, dass es nicht wie bei der ersten Abstimmung zu massivem Wahlbetrug kommt. Das kurzfristige Datum ist wohl dem Wetter geschuldet: Sobald der Winter am Hindukusch voll einsetzt, ist eine landesweite Wahl nicht mehr durchführbar.

AFP/DPA
 
 
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